Bhutan: Schutz vor Wurmkrankheiten

Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den nationalen Gesundheitsbehörden führte der GPHF ab 2003 in Bhutan ein Programm zur Diagnose, Therapie und Prävention von Wurmkrankheiten bei Kindern durch. In das mehrjährige Projekt wurden schrittweise bis zu 180.000 Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahre einbezogen.

Weltweit leiden über eine Milliarde Menschen an Wurmkrankheiten. Unbehandelt bedeuten sie für Kinder eine besondere Gefahr, beeinträchtigen sie doch die körperliche und geistige Entwicklungsfähigkeit nachhaltig.

Basierend auf epidemiologischen Studien bildeten die Schulen den Angelpunkt der Planungen in Bhutan, denn über sie können die Kinder direkt und unmittelbar erreicht werden. In den Schulen sollte dabei nicht nur aufgeklärt werden, hier sollte auch die Therapie erfolgen. Zu diesem Zweck wurden in einer ersten Projektphase die Lehrer trainiert. Unter der Leitung der nationalen Gesundheitsbehörden sollten sie zukünftig Arzneimittel an die Schüler verteilen und ihre Einnahme überwachen. Gestartet wurde das ehrgeizige Programm zunächst in vier der zwanzig Distrikte Bhutans. Nach und nach wurde es dann auf das ganze Land ausgeweitet.

Das Königreich Bhutan, zwischen den großen Nachbarn China und Indien gelegen, ist mit 45.500 qkm etwas größer als die Schweiz. Die rund 700.000 Einwohner – nach anderen Schätzungen sogar bis zu zwei Millionen – haben ihre Hauptsiedlungsgebiete durchschnittlich auf 2.000 bis 3.000 m über NN und sehen sich dabei Dauerfrost im Hochgebirge im Norden und tropischem Monsunklima im Süden ausgesetzt. Hauptstadt des seit 1949 unabhängigen Landes, das ehemals Teil des britischen Empires war, ist das 60.000 Einwohner zählende Thimphu. Bhutan zählt zu den vergleichsweise armen Ländern der Erde. Das durchschnittliche jährliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt nicht mehr als rund 700 US $.