Indonesien - Evaluation der Strumaprophylaxe mit dem ThyroMobil-ModellNach Schätzungen von UNICEF bleiben weltweit Millionen Kinder durch Jodmangel in ihrer geistigen Entwicklung zurück. Jodmangelerkrankungen stellten in der Vergangenheit auch in Indonesien ein bedeutendes Problem der Volksgesundheit dar. Auch hier waren vor allem Kinder betroffen. 1979 wurde daher die flächendeckende Salzjodierung als Präventionsmaßnahme eingeführt. Die Prävalenz der Schilddrüsenvergrößerungen sank daraufhin bis zum Beginn der 90er Jahre deutlich. Mit maßgeblicher Unterstützung des GPHF wurde in den Jahren 1998 und 1999 ein neues Evaluationsprogramm zur Jodversorgung Indonesiens durchgeführt. Kernstück des Projektes war der durch den GPHF ermöglichte Einsatz des sogenannten ThyroMobils, eines mobilen Untersuchungs- und Informationszentrums, das u.a. mit einem Ultraschallgerät, einem Gefrierschrank und einer Untersuchungsliege ausgerüstet war. Zielsetzung war es, einen aktuellen Status der Jodversorgung in Indonesien zu erheben, die Bevölkerung über potentielle Gefahren des Jodmangels zu informieren und ggf. notwendige weitere Präventionsmaßnahmen zu eruieren. Als Analyseverfahren diente die standardisierte Vermessung der Schilddrüsengröße mittels Ultraschall sowie die Erfassung der Jodkonzentration im Urin. Projektpartner des GPHF waren die Universität Djarkarta, das International Council of Control of Iodine Deficiency Disorders sowie das GPHF-Mitglied Merck.
Im Abschlussbericht des Projektes wurde u.a. festgestellt: Die Studie umfasste 7447 Schulkinder im Alter von 6-12 Jahren aus 129 ausgewählten Orten in fünf Provinzen Indonesiens (vier auf Java und Sumatra sowie eine auf Bali). Das ThyroMobil besuchte alle ausgewählten Orte und führte die Untersuchungen durch. Die Befunde stellten sich dabei wie folgt dar: In Java/Sumatra lag der Median für die Jodkonzentration im Urin bei 195 µg/l. 34 Prozent der Werte lagen im Normbereich zwischen 100 und 200 µg/l, 17,2 Prozent lagen im Bereich der Mangelversorgung unter 100 µg/l und immerhin 48,8 Prozent lagen oberhalb der Normgrenzen von 200 µg/l. 18,2 Prozent dieser Gruppe mit Jodüberschuss wiesen Werte von über 300 µg/l auf, bei 0,7 Prozent wurde gar eine Konzentration von 1000 µg/l und mehr festgestellt. In Bali zeigte sich ein etwas anderes Bild. Dort wurde ein Median von 81 µg/L ermittelt. Bei 58 Prozent der untersuchten Schulkinder lag eine Jodkonzentration von weniger als 100 µg/l vor und lediglich 14,7 Prozent lagen über 200 µg/l. Legt man die Normwerte des International Council for Control of Iodine Deficiency Disorders (ICCIDD) und der WHO bezüglich Alter und Geschlecht zugrunde, so liegt die Prävalenz für Schilddrüsenvergrößerungen – erfasst durch Ultraschalluntersuchungen – in Java/ Sumatra bei 3 Prozent und in Bali bei 1,9 Prozent. Werden jedoch Referenzwerte herangezogen, die im Laufe der hier vorgestellten Studie ermittelt wurden, so ist von einer Prävalenz von 8 Prozent (Java/Sumatra), bzw. 12,5 Prozent (Bali) auszugehen. Es lassen sich aufgrund der Untersuchung folgende Schlussfolgerungen ziehen:
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