Südafrika: Sexualaufklärung und HIV/AIDS-Prävention

Das südliche Afrika zählt zu den am stärksten durch HIV/AIDS betroffenen Regionen der Welt. Allein in der Republik Südafrika gelten nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2000 nahezu 20 Prozent der Bevölkerung als infiziert. 60 Prozent aller Neuinfektionen treffen 15 - 24-Jährige, die kaum eine Chance haben, das 35. Lebensjahr zu erreichen. Da kurzfristig auf medizinischem Wege keine Heilung der Immunschwächekrankheit zu erwarten ist, kommen der Prävention und der sexuellen Aufklärung gegenwärtig entscheidende Bedeutung zu. 

Gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung unterstützte der GPHF daher in der Republik Südafrika ein neuartiges Aufklärungskonzept für Jugendliche. Es setzt sich aus einer Kombination 

  • traditioneller Medien wie Theater- und Rollenspiele, 
  • dem Einsatz moderner Print- bzw. elektronischer Medien sowie 
  • der direkten Ansprache der Jugendlichen zusammen. 

Zielsetzung war die sexuelle Aufklärung der Jugendlichen unter Einbeziehung ihres unmittelbaren Lebensumfeldes und der spezifischen sozioökonomischen Lebensbedingungen. 

Sieben Jugendgruppen, 250 Jugendpromotor, eine breit angelegte Aufklärungskampagne sowie die gezielte Ansprache von Eltern und Lehrern haben über 11.000 Jugendliche in fünf Gemeinden im Albany District (Eastern Cape) erreicht, sie über Einzelbereiche der reproduktiven Gesundheit informiert und eine nachhaltige Verhaltensänderung bewirkt.

So wurde nicht nur zukünftigen HIV-Infektionen vorgebeugt, sondern auch ungewollten Teenagerschwangerschaften. In der Republik Südafrika hat heute jedes dritte südafrikanische Mädchen unter 20 Jahren bereits mindestens ein Kind geboren - und damit auch seine Ausbildungs- und Berufschancen nachhaltig verschlechtert. Das Projekt war zunächst auf die Dauer von zwölf Monaten konzipiert. Es wurde vor Ort vom Talking Hands Educational Pupperty Trust geleitet.