|
Pilotprojekt in Ostafrika war ein Erfolg Seminar von GPHF und Impact on Health in Kenia / Apotheker und Apothekerinnen aus vier Ländern geschult "Drug Supply Management in Eastern Africa", unter diesem Titel haben der German Pharma Health Fund und die Entwicklungshilfeorganisation Impact on Health im März erstmals gemeinsam ein Gesundheitsprojekt in Ostafrika durchgeführt. Im Rahmen eines einwöchigen Kurses wurden 28 Pharmazeutinnen und Pharmazeuten aus Kenia, Tansania, Uganda und dem Sudan im Management der Arzneimittelversorgung fortgebildet. Ziel war es, moderne Managementmethoden praxisnah und bezogen auf die örtlichen Erfordernisse zu vermitteln. So sollen lokale und regionale Strukturen der Arzneimittelversorgung gestärkt werden. Unterstützt wurde das Projekt u.a. auch vom kenianischen Gesundheitsministerium.
Das Seminar, das in Kenias Hauptstadt Nairobi stattfand, gliederte sich in die drei Themenblöcke Arzneimittelqualität und Arzneimittelsicherheit, Beschaffung und Logistik sowie Management und Gesundheitsökonomie. Von der Bedarfsermittlung über die Beschaffung im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen bis hin zur sachgemäßen Entsorgung von Medikamenten wurden in 21 Vorträgen alle wichtigen Teilbereiche des Managements der Arzneimittelversorgung in den Entwicklungsländern behandelt. Weitere thematische Schwerpunkte waren die wachsenden Probleme durch Arzneimittelfälschungen, der richtige Einsatz von Arzneimittelspenden und Möglichkeiten der Finanzierung der Arzneimittelversorgung. Breiten Raum nahm dabei die Vorstellung von Praxisbeispielen ein. Referenten des Seminars waren u.a.Vertreter der African Medical and Research Foundation (AMREF), der Hilfsorganisation Apotheker ohne Grenzen und des kenianischen Gesundheitsministeriums. Erfahrungsaustausch über Ländergrenzen
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die mehrheitlich in Apotheken des öffentlichen Gesundheitswesens tätig sind, bot sich im Rahmen des Seminars auch die interessante Möglichkeit des länderübergreifenden Erfahrungsaustausches. Insbesondere die Teilnehmer aus Uganda konnten dabei von den guten Erfahrungen berichten, die ihr Land mit einer dezentral strukturierten und am lokalen Bedarf orientierten Planung des Arzneimitteleinkaufs gemacht hat. Apotheker Dr. Richard Jähnke vom GPHF, der das Konzept des Seminars entwickelt hat und selbst zu den Referenten in Kenia zählte, zeigte sich nach seiner Rückkehr aus Kenia zuversichtlich, dass mit solchen Fortbildungsveranstaltungen ein wichtiger Beitrag zur qualitativen Verbesserung der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern geleistet werden kann. "Es ist nicht nur wichtig, dass Entwicklungsländer Zugang zu Arzneimitteln in ausreichender Menge und guter Qualität haben, sondern auch, dass die Stellung des Apothekers im Gesundheitswesen dieser Länder gestärkt wird. Schließlich ist er derjenige, der als Fachmann die Qualität von Medikamenten am besten beurteilen und eine entsprechende Versorgung sicherstellen kann. Mit solchen Seminaren können wir hierzu einen nachhaltigen Beitrag leisten." Der GPHF ist zuversichtlich, mit Unterstützung lokaler Partner auch weiterhin vergleichbare Seminare für Apotheker in Entwicklungsländern anbieten zu können. GPHF-Seminar in Deutschland im September Vom 19. bis zum 24. September 2004 veranstaltet der GPHF in der Evangelischen Akademie Arnoldshain im Taunus zum dritten Mal das Fortbildungsseminar "Management der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern". Das Seminar richtet sich insbesondere an Pharmaziestudenten aus Entwicklungsländern, die in Deutschland studieren. Die Teilnahme ist kostenlos und schließt mit einer Prüfung ab. Nähere Informationen sind über die Geschäftsstelle des GPHF zu beziehen (Adresse siehe Impressum).
Mitgliederversammlung des GPHF beschließt über zukünftige Projektarbeit Qualität der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern steht im Mittelpunkt / Dr. Jürgen Knackmuß (Merck) und Gerd Krüger (Schering) neue Vorstandsmitglieder Der GPHF hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung die Schwerpunkte seiner diesjährigen Projektarbeit festgelegt. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der Qualität der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern. Die Mitglieder stimmten der Weiterentwicklung des GPHF-Minilab® zur Identifikation von Arzneimittelfälschungen, der Fortführung der Koordination von Arzneimittelspenden durch die GPHFArzneimittelnothilfe und der Durchführung von Weiterbildungsseminaren für Pharmazeuten aus Entwicklungsländern zu. Darüber hinaus setzt der GPHF seine langjährige Projektpartnerschaft mit der Weltgesundheitsorganisation im Rahmen von zwei Gesundheitsprojekten in Myanmar und Bhutan fort. Für die erfolgreiche Arbeit des Jahres 2003 wurde dem Vorstand unter Vorsitz von Dr. Gabriele Küsters (Aventis) von der Mitgliederversammlung einstimmig Entlastung erteilt. Nachdem der GPHF Ende des vergangenen Jahres Testmethoden für sechs antiretrovirale Wirkstoffe vorgestellt hat, konzentriert sich das Projekt GPHF-Minilab® in diesem Jahr auf die Entwicklung von Identitätstests für drei weitere Antimalaria-Wirkstoffe (Primaquin, Amodiaquin und die Kombination von Lumefantrin und Artemether). Die neuen Tests werden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte zur Verfügung stehen. Dann wird das mobile und tropentaugliche Kompaktlabor bereits 39 Arzneimittelwirkstoffe identifizieren können.
Im Rahmen seines Projektes Arzneimittelnothilfe bietet der GPHF weiterhin eine Koordination von Arzneimittelspenden im Falle akuter humanitärer Notsituationen großen Ausmaßes an. Ministerien und Hilfsorganisationen können sich in entsprechenden Fällen mit Bedarfslisten an den GPHF wenden, der auf dieser Basis dann gezielt bei seinen Mitgliedsunternehmen eruiert, ob entsprechende Medikamente als Spende zur Verfügung gestellt werden können. Für Nachfragen und Angebote hat der GPHF spezielle Formulare auf seiner Internetseite hinterlegt, die ein schnelles und zielgerichtetes Handeln ermöglichen. Die Schulung von Pharmazeuten bzw. Pharmaziestudenten aus Entwicklungsländern ist Ziel der Seminare, die der GPHF seit zwei Jahren zum Thema Management der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern ausrichtet. In den einwöchigen Veranstaltungen, die sowohl in Entwicklungsländern als auch in Deutschland stattfinden, stellen Experten aus Entwicklungshilfe, Pharmazie und Industrie Fallbeispiele und praxisorientierte Lösungsmöglichkeiten zur qualitativen Verbesserung der Arzneimittelversorgung vor. Zwei neue Vorstandsmitglieder
Von den Mitgliedern neu in den Vorstand wurden Dr. Jürgen Knackmuß, Konzernpressesprecher der Merck KGaA in Darmstadt, und Gerd Krüger, Leiter des Zentralen Vertriebs der Schering AG in Berlin, gewählt. Als Vorstandsmitglied bestätigt wurde Michael Ostermann (Sanavita AG), der auch weiterhin als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied amtiert. Aus dem Vorstand ausgeschieden ist hingegen der langjährige Schatzmeister Bernd Maehliß. Sein Nachfolger ist Michael Schöttler (Bayer HealthCare AG), der bereits seit dem Vorjahr dem Vorstand des GPHF angehört. Neben dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) sind derzeit folgende Unternehmen Mitglieder im GPHF: Altana Pharma, Astra Zeneca, Aventis, Bayer HealthCare, Boehringer Ingelheim, Fatol Arzneimittel, Grünenthal, Input, Janssen Cilag, Madaus, Merck, Sanavita, Schering, Schwarz Pharma und Wyeth Pharma. Durch ihre regelmäßigen Spenden ermöglichen sie die Projektarbeit des gemeinnützigen Vereins, der 1985 gegründet wurde und im kommenden Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert.
Projekt in Bhutan: Studie zur Verbreitung von Wurmerkrankungen abgeschlossen WHO empfiehlt weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen
Seit dem Vorjahr unterstützt der GPHF ein Projekt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Königreich Bhutan zur Diagnose und Therapie von durch Parasiten verursachte Infektionen. Eine jetzt in dem Himalayastaat durchgeführte Untersuchung zur Prävalenz von Wurmerkrankungen bei Schulkindern zeigt, dass weitere Maßnahmen notwendig sind, dieses ernste Gesundheitsproblem in den Griff zu bekommen. Wurmerkrankungen wirken sich vor allem auf die geistige Entwicklung von Kindern negativ aus. Mehr als zwei Milliarden Menschen leiden weltweit unter Wurmerkrankungen, die meisten davon in den Entwicklungsländern. Schätzungen zufolge sind alleine 800 Millionen Kinder im schulpflichtigen Alter betroffen. Jährlich sterben mehr als 130.000 Menschen an den Folgen. Damit stellt diese Erkrankung ein ernsthaftes Problem für die Gesundheitssysteme der betroffenen Länder dar. Frühere Studien wiesen für Bhutan eine Prävalenz von Wurmerkrankungen in Höhe von 70 Prozent aus. Seit rund 15 Jahren wird in dem Königreich im Rahmen eines nationalen Programms für alle Kinder bis zum Alter von 14 Jahren eine medikamentöse Wurmkur durchgeführt. Ziel der aktuellen Untersuchung an insgesamt 266 Schulkindern aus fünf Schulen war es, die Wirksamkeit bisheriger Maßnahmen zu evaluieren und Empfehlungen zur Fortführung des bestehenden Programms zu geben. Prävalenz noch immer hoch Bei den untersuchten Kindern zeigten sich noch immer vergleichsweise hohe Erkrankungsraten von über 16 Prozent, obwohl in zwei der fünf Schulen erst kurz zuvor Entwurmungen durchgeführt worden waren. Daraus lässt sich nach Auffassung der WHO schließen, dass die Rate der Reinfektionen recht hoch sein muss und etliche Kinder die Behandlungen nicht wie vorgesehen erhalten hatten. Dementsprechend lag die Prävalenz bei Kindern, die in den zurückliegenden Monaten nachweislich behandelt worden waren nur bei 4,8 Prozent, während sie bei nichtbehandelten Kindern 24 Prozent betrug. Als weiteres, unerwartetes Ergebnis der Untersuchung, zeigte sich eine hohe Verbreitung von Bandwürmern bei Kindern. Sie lag bei nahezu 7 Prozent. Sechs Punkte-Plan der WHO Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen empfiehlt die WHO einen sechs Punkte umfassenden Plan für Bhutan: 1. Fortsetzung und Intensivierung der bisherigen Anstrengungen, um den Rückgang der Infektionen weiter voran zu treiben. 2. Etablierung eines Kontroll- und Evaluationssystem zur Standardisierung der Medikamentenabgabe und Registrierung von bereits behandelten Kinder sowie der Rate der Neu-Infektionen. 3. Weitere Untersuchungen zur Infektionsrate bei Schwangeren, um gegebenenfalls gesonderte Programme für diese Risikogruppe aufzulegen. 4. Initiierung von Maßnahmen zur Hygieneaufklärung und Verbesserung der sanitären Situation, um Neu- und Reinfektionen zu verhindern. 5. Durchführung einer eigenständigen Studie zur Verbreitung von Bandwurminfektionen. 6. Eindämmung der Bandwurminfektionen durch die Behandlung infizierter Personen,Verbesserungen in der Schweinezucht, strengere Überwachung von Schlachtungen sowie Aufklärungskampagnen zum Verzehr von nicht ausreichend erhitztem Rind- und Schweinefleisch. Aufbauend auf den Erfolgen der zurückliegenden Jahre stellen die vorgeschlagenen Maßnahmen nach Ansicht der WHO eine geeignete Strategie dar, die Raten der Wurmerkrankungen in Bhutan zukünftig weiter zu senken. Damit würde ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit und des Lebensstandards der Bevölkerung geleistet. Der GPHF wird das Projekt daher auch weiterhin unterstützen.
Sechs weitere Minilabs im Einsatz Die neuen Testmethoden für antiretrovirale Wirkstoffe haben die Nachfrage nach dem GPHF-Minilab® weiter erhöht. In den ersten Monaten des neuen Jahres hat der GPHF sechs weitere Minilabs zur Identifikation gefälschter oder qualitativ minderwertiger Arzneimittel nach Indonesien,Myanmar und Nigeria abgegeben. Insgesamt befinden sich jetzt bereits ca. 140 der mobilen Laboreinheiten in über 30 Ländern der Erde im Einsatz.Weitere fünf Minilabs werden voraussichtlich in Kürze in Lateinamerika eingesetzt.
Dank an Spender Der diesjährige Spendenaufruf des GPHF ist bisher auf eine sehr positive Resonanz gestoßen. Der GPHF dankt folgenden Mitgliedern für die großzügige Unterstützung seiner Projektarbeit:
Ein besonderer Dank gilt darüber hinaus den Unternehmen Chiron Vaccines, Lilly Pharma, MSD und Serono, die nicht Mitglied im GPHF sind, die Projektarbeit des Vereins in diesem Jahr aber ebenfalls durch eine Spende unterstützen.
|









