GPHF NEWS I / 2007

- Basisgesundheitsversorgung in Äthiopien: Attat-Krankenhaus behandelte über 65.000 Patienten
- Medizinische Hilfe in Indien: Die rollende Klinik Baruipur
- Neue Initiative gegen Arzneimittelfälschungen
- Bereits 220 Minilabs in 60 Ländern im Einsatz
- Minilab-Test für Tamiflu® entwickelt
- GPHF informiert über Tropenkrankheiten
- Dank an Spender
- GPHF fördert AMREF-Publikation
- Neue Adresse des GPHF
- GPHF-Mitgliederversammlung
- Bork Bretthauer neuer GPHF-Vorsitzender

 

Basisgesundheitsversorgung in Äthiopien:
Attat-Krankenhaus behandelte über 65.000 Patienten

Seit nunmehr gut zwölf Monaten unterstützt der GPHF das Basisgesundheitsprogramm am Attat-Krankenhaus in Äthiopien. Projektpartner sind BILD hilft e.V. und das Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR e.V. Ein erster Zwischenbericht dokumentiert jetzt die Verwendung der vom GPHF zur Verfügung gestellten Projektmittel. Der Bericht war gleichzeitig Grundlage für die im Dezember vom Vorstand des GPHF getroffene Entscheidung, das Attat-Krankenhaus und die angeschlossenen Gesundheitsprogramme auch in diesem Jahr zu fördern.

Das Attat-Hospital liegt ca. 150 km südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba in der Region Gurage. Es wurde 1969 durch die Missionsärztlichen Schwestern gegründet, um der überwiegend armen Bevölkerung dieser dicht besiedelten Region Äthiopiens preiswerte oder kostenlose medizinische Hilfe zu bieten. Das Konzept der Missionsärztlichen Schwestern setzt auf das Mitwirken der Bevölkerung. Nur so kann langfristig ihre Fähigkeit zur Selbsthilfe gestärkt werden.

Gegenwärtig arbeiten am Attat-Krankenhaus sechs Missionsärztliche Schwestern mit 160 äthiopischen Mitarbeitern, darunter zwei Ärzte, zusammen.2006 wurden insgesamt über 65.000 Patienten ambulant oder stationär behandelt und fast 1.500 Geburten verzeichnet. Neben der medizinischen Hilfe nimmt auch die Aus- und Fortbildung der einheimischen Kräfte eine wichtige Rolle im Rahmen des Basisgesundheitsprogramms ein. So konnten drei Krankenschwestern ihre Ausbildung abschließen und zwei Apotheker, zwei Labor-Techniker und ein Röntgen-Techniker weitergebildet werden.

Netz aus Gesundheitsstationen geknüpft

Geduldiges Warten in der Ambulanz des Attat-Krankenhauses, die täglich von mehreren hundert Menschen aufgesucht wird. Foto: Misereor

Das Attat-Krankenhaus ist in insgesamt 24 Basisgesundheitsstationen in der Region Gurage eingebettet. Auch dort wurden im vergangenen Jahr weit über 8.000 Menschen behandelt. Malaria, Fieber und Durchfälle sind die vorherrschenden Krankheitsbilder. Medizinisch betreut wurden auch nahezu 800 Schwangerschaften und Geburten, um Risiken für Mutter und Kind zu minimieren. Ferner wurden 62 unterernährte Kinder in das Krankenhaus überwiesen. In einer speziell zu diesem Zweck eingerichteten Station lernen die Mütter der Kinder auch, wie preisgünstige und nahrhafte Gerichte zubereitet werden können und wie mit den vorhandenen Mitteln eine gesunde und ausgewogene Ernährung der Familien sicher gestellt werden kann.

Überhaupt wird der Gesundheitserziehung im Rahmen des Basisgesundheitsprogramms rund um das Attat-Krankenhaus ein hoher Stellenwert beigemessen. Mit Rollenspielen, Liedern und Interviews werden relevante Probleme im Gesundheitsbereich mit den Dorfbewohnern angesprochen. Auch in den eigens eingerichteten Frauengruppen – mit über 2.000 Mitgliedern – nimmt die Diskussion von Gesundheitsthemen breiten Raum ein.

Das gilt in besonderem Maße für das Thema Familienplanung, das sich grosser Akzeptanz erfreut. Sobald eine Frau versteht, wie ihr Fruchtbarkeitszyklus abläuft, kann sie dieses Wissen für den Rest ihres Lebens nutzen und als natürliche Methode der Familienplanung anwenden. Auf diesem Wege hat sich die Geburtenrate in der Region nachhaltig verringert.

HIV/Aids ein ernstes Gesundheitsproblem

Die Mutter-Kind-Station im äthiopischen Attat-Krankenhaus. Die Eltern bringen ihre kranken oder unterernährten Kinder hierher,wo sie wieder geheilt oder „aufgepäppelt“ werden. Foto: Misereor

Wie in vielen Teilen der Erde ist auch in der Region rund um das Attat-Krankenhauses HIV/Aids ein ernstes Gesundheitsproblem. Alleine von Januar bis September 2006 wurden 2.470 HIV-Tests durchgeführt, wovon 149 positiv waren. Für die Betroffenen wird eine anti-retrovirale Therapie angeboten, deren Medikamente vom äthiopischen Gesundheitsministerium zur Verfügung gestellt werden. In einer gesonderten Abteilung des Krankenhauses, die aus Mitteln des Global Funds finanziert wurde, werden zur Zeit 132 Patienten behandelt. Außerdem existiert ein Programm zur häuslichen Pflege von Aids-Kranken, das bereits zwölf Dörfer einschließt.

Auch Trinkwasserversorgung verbessert

Die Sicherstellung und Verbesserung der Wasserversorgung sind Kernelemente des Gesundheitsprogramms. In den vergangenen Jahren konnten 132 Wasserstellen in der Umgebung des Attat- Krankenhauses eingerichtet werden, die jetzt nahezu 150.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen. Dank der Aufklärungsarbeit der dörflichen Gesundheitshelfer nutzt zwischenzeitlich auch eine immer größere Zahl der Haushalte Latrinen und Abfallgruben, so dass die Zahl der infektiösen Erkrankungen deutlich reduziert werden konnte.

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Medizinische Hilfe in Indien
Die rollende Klinik Baruipur

Aus Anlass seines 20jährigen Bestehens im Jahre 2005 hat der GPHF nicht nur die Unterstützung des Attat-Krankenhauses in Äthiopien beschlossen, sondern auch die Förderung der sogenannten Rolling Clinic in der indischen Stadt Baruipur, südlich von Kalkutta. In einem Bericht des Projektpartners Ärzte für die Dritte Welt wurde jetzt eine erste Zwischenbilanz nach einjähriger Förderung durch den GPHF gezogen.

Seit 1983 besteht das Projekt der Ärzte für die Dritte Welt in Howrah, der Schwesterstadt von Kalkutta. Seit dieser Zeit versorgen Ärztinnen und Ärzte in freiwilligen sechswöchigen Einsätzen in einer festen Ambulanz sowie in mobilen Kliniken Menschen im Stadtgebiet von Howrah und Kalkutta basismedizinisch, die sich ansonsten keinen Arztbesuch leisten könnten.

Da in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen aus der ländlichen Umgebung von Kalkutta zu den Einsatzorten der mobilen Kliniken kamen und dafür oft stundenlange Zugfahrten in Kauf nahmen, beschloß man, diesen Menschen entgegenzukommen und in der südlich von Kalkutta gelegenen Stadt Baruipur zwei Außenstationen einzurichten.

Hilfe für 400 Patienten täglich

Im Rahmen der Verbesserung der Basisgesundheitsversorgung spielt die Versorgung mit sauberem Trinkwasser eine entscheidende Rolle. Auch der GPHF fördert im Rahmen seiner Projektarbeit den Bau neuer Brunnen. Foto: Misereor

Nach den bewährten Regeln der sogenannten German Doctors werden auch hier die Patienten unentgeltlich untersucht, behandelt und mit Medikamenten versorgt. Die Sprechstunden werden in unmittelbarer Nähe zu Bahnstationen abgehalten, so dass weiterhin auch Patienten aus der weiteren Umgebung anreisen können, ohne den Weg nach Kalkutta auf sich nehmen zu müssen.

Von anfänglich 120 erhöhte sich die Anzahl der behandelten Patienten in beiden Ambulanzen pro Tag auf über 200.Für die Versorgung der Patienten sind dabei neben zwei German Doctors Arzneimittelmittlerweile auch insgesamt zwölf indische Mitarbeiter verantwortlich.

Über die medizinische Akutversorgung hinaus wird in beiden Außenstationen gesundheitliche Aufklärung für die wartenden Patienten angeboten, was sehr gut angenommen wird. Zur besseren Diagnostik wurden ferner Kooperationen mit zwei Laboren vereinbart, die von den beiden Ambulanzen für die Patienten jeweils gut zu erreichen sind. Stationäre Notfälle werden nach Howrah geschickt.

Nach der erfolgreichen Etablierung der beiden Ambulanzen sollen in diesem Jahr insbesondere die Therapiemöglichkeiten auf dem Gebiet der Physiotherapie für Patienten mit chronischen Gelenk- und Knochenbeschwerden ausgebaut werden.

Aufgrund der positiven Zwischenberichte hat der Vorstand des GPHF kürzlich beschlossen, die finanzielle Unterstützung der Rolling Clinic Baruipur auch in diesem Jahr fortzusetzen.

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Neue Initiative gegen Arzneimittelfälschungen

Eine neu eingerichtete Arbeitsgruppe der WHO, die International Medical Products Anti-Counterfeiting Taskforce (IMPACT), will jetzt in Zusammenarbeit mit Arzneimittelherstellern, Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen gegen Arzneimittelfälscher vorgehen. Mitte November 2006 wurde auf einer zweitägigen Veranstaltung in Bonn, an der Vertreter aus über 30 Ländern teilnahmen, ein entsprechendes Programm erarbeitet. Spezielle Fachgruppen werden sich u.a. mit den Themen Arzneimittelrecht und Arzneimittelzulassung befassen. Der GPHF wird zukünftig in der ebenfalls konstituierten Arbeitsgruppe Technologie mitarbeiten. Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.who.int/bulletin/volumes/84/9/06-010906/en/

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Bereits 220 Minilabs in 60 Ländern im Einsatz

Das vom GPHF entwickelte Kompaktlabor zur Identifikation gefälschter Arzneimittel, das GPHF-Minilab®, ist mittlerweile in 60 Ländern der Erde im Einsatz. In den vergangenen Monaten wurden u.a. Laboreinheiten nach Burkina Faso, Liberia und in den Senegal geliefert. Insgesamt 20 Minilabs wurden 2006 beim GPHF bestellt. In wenigen Wochen wird voraussichtlich das 61. Einsatzland hinzukommen, denn die Gesundheitsbehörden aus Uganda beabsichtigen, vier Minilabs zu erwerben und zukünftig im Land einzusetzen.

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Minilab-Test für Tamiflu® entwickelt

Die vom GPHF gemeinsam mit dem amerikanischen Arzneibuchbüro USP entwickelte Testmethode für Oseltamivir (Tamiflu ®), das derzeit einzig zur Verfügung stehende orale Arzneimittel gegen Vogelgrippe, wird in Kürze zur Verfügung stehen und kann in das Minilab integriert werden. Hintergrund ist eine Vielzahl von Fälschungen des Originalpräparates, die insbesondere über das Internet angeboten werden. Mit dem GPHF-Minilab® können heute mehr als 40 Arzneimittelwirkstoffe geprüft werden.

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GPHF informiert über Tropenkrankheiten

Für das Handbuch „Notfall- und Katastrophenpharmazie“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) hat der GPHF Beiträge zu den Themen Arzneimittelfälschungen und GPHF-Minilab® sowie Informationen zur medikamentösen Behandlung von tropischen Infektionskrankheiten erstellt. Der vom Leiter des GPHF-Projektbüros, Apotheker Dr. Richard Jähnke, verfasste Beitrag zum Thema tropische Infektionskrankheiten ist in leicht gekürzter Form unter dem Titel „Arzneimittel gegen tropische Infektionskrankheiten“ jetzt auch in der Deutschen Apotheker Zeitung (Ausgabe Nr. 4/2007, Seite 56 - 65) erschienen.

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Der GPHF dankt folgenden Spendern für die großzügige Unterstützung seiner Projektarbeit im vergangenen Jahr:

  • ALTANA Pharma AG
  • Boehringer Ingelheim GmbH
  • Celesio AG
  • Hoffmann-La Roche AG
  • Merck KGaA
  • MSD SHARP & DOHME GmbH
  • Novartis Behring
  • Procter & Gamble Pharmaceuticals Germany GmbH
  • Schering AG
  • Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.
  • Wyeth Pharma GmbH

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GPHF fördert AMREF-Publikation

Bereits in der Vergangenheit hat der GPHF auf vielfältige Weise die Projektarbeit der African Medical and Research Foundation (AMREF) unterstützt. Ergebnis dieser Zusammenarbeit war u.a. ein Manual für die Laborarbeit in ländlichen Gesundheitsstationen Afrikas. Jetzt hat der Vorstand des GPHF beschlossen, eine weitere AMREF-Publikation zu fördern: The Clinicians’s Guide to Quality Outpatients Diagnosis. Erarbeitet wurde das Handbuch von der britischen Ärztin Dr. Jane Carter, die schon für das Labor-Handbuch verantwortlich zeichnete. Bereits in den nächsten Monaten soll das neue Handbuch Krankenhäusern und Gesundheitsstationen in Afrika zur Verfügung gestellt werden.

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Neue Adresse des GPHF

Der GPHF ist ab sofort unter folgender neuer Adresse in Frankfurt am Main zu erreichen:

German Pharma Health Fund e.V. (GPHF)
Walther-von-Cronberg-Platz 6
60594 Frankfurt am Main
Tel.: 0 69 / 96 23 87 60 - 0
Fax: 0 69 / 96 23 87 60 - 9
E-Mail: info@gphf.org
Internet: www.gphf.org

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GPHF-Mitgliederversammlung

Die diesjährige Mitgliederversammlung des GPHF findet am Mittwoch, den 7. März 2007, in den neuen Räumen der GPHF-Geschäftsstelle in Frankfurt am Main, Walther-von-Cronberg-Platz 6, statt.

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Bork Bretthauer neuer GPHF-Vorsitzender

Bork Bretthauer, der Leiter der Abteilung Internationales / Länderkoordinierung beim Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), ist im Oktober zum neuen Vorsitzenden des GPHF gewählt worden. Er folgt Siegfried Knecht, der seine Tätigkeit für den VFA beendet hat und damit auch aus dem Vorstand des GPHF ausgeschieden ist.

Neben Bork Bretthauer gehören Dr. Jürgen Knackmuß (Merck KGaA) als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Dr. Thomas Weber (sanofi-aventis) als Schatzmeister dem Vorstand des GPHF an.

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