GPHF NEWS I/98

Zurück

 

GPHF-Mitgliederversammlung 1998
GPHF-Mitglieder bilanzieren erfolgreiche Projektarbeit

Die mittlerweile 23 Mitgliedsunternehmen des GPHF konnten im Rahmen der GPHF-Mitgliederversammlung 1998 eine positive Bilanz der GPHF-Projektarbeit ziehen: Alle Projekte des Vereins sind 1997 planmäßig und erfolgreich verlaufen. Große Fortschritte wurden insbesondere im Rahmen des Projekts GPHF-Minilab erzielt. Voraussichtlich wird die einfache Testmethode zur Aufdeckung von Arzneimittelfälschungen bereits Mitte des Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt werden können. Auch die 1997 neu begonnenen Projekte des GPHF in Indonesien und Mauretanien sind in den vergangenen Monaten erfolgversprechend angelaufen (siehe Berichte auf den folgenden Seiten).

n0198_1.jpg (12206 bytes)
Ein Erfolg der GPHF-Projektarbeit:
der Test des Minilabs in Ghana.

In seinem Geschäftsbericht betonte der GPHF-Vorsitzende Dr. Reiner Welters, daß die Finanzierung aller laufenden Projekte durch die Spendenzusagen der Mitglieder gesichert seien. Dr. Welters dankte allen Spendern für die großzügige Unterstützung der GPHF-Projektarbeit 1997. Allerdings gelte es nach wie vor verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um das erreichte Spendenniveau auch langfristig zu sichern. In diesem Sinne wertete Dr. Welters den Erfolg der GPHF-Projekte als die beste Werbung für den Verein.

Die erfolgreiche Projektbilanz verband der Vorsitzende mit einem nachdrücklichen Dank an alle Partner des GPHF. Wie in der Vergangenheit, so hätte es sich auch 1997 bewährt, die Projekte jeweils in Kooperation mit erfahrenen und zuverlässigen Partnern durchzuführen. Erfreut zeigte sich Dr. Welters ferner, daß es im vergangenen Jahr gelungen sei, mit der Centeon Pharma GmbH und der ZENECA GmbH wiederum zwei neue Mitglieder für den GPHF zu gewinnen.

Im Rahmen der Vorstandswahlen wurde Dr. Heinz-Jürgen Diesner (Grünenthal GmbH) neu in den Vorstand des GPHF gewählt. Dr. Diesner trat die Nachfolge von Dr. Franz Wirtz an, der die Grünenthal GmbH bisher im Vorstand des GPHF vertreten hatte. Ebenfalls als neues Vorstandsmitglied wurde Dr. Hilmar Kienzl (ZENECA GmbH) gewählt, der sein Amt zum 01. September 1998 antreten wird.

Die Entlastungen des Vorstands im Hinblick auf die Jahresrechnung und den Geschäftsbericht erfolgten durch die Mitgliederversammlung jeweils einstimmig.

b_top.gif (757 bytes)

 

GPHF-Spendenaufruf 1998
Der GPHF dankt folgenden Spendern für die großzügige Unterstützung seiner Projektarbeit 1998:

  • Centeon Pharma GmbH
  • Novartis Pharma GmbH
  • Sanavita Gesundheitsmittel GmbH & Co. KG
  • Schwarz Pharma AG
  • Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.
  • Wyeth Pharma GmbH

b_top.gif (757 bytes)

 

Jodmangel in Indonesien
GPHF-Diagnosemobil auf Java eingetroffen

Das vom GPHF bereitgestellte mobile Labor zur Diagnose von Jodmangelerkrankungen ist ungeachtet aller politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen wohlbehalten in Indonesien eingetroffen, so daß das GPHF-Projekt wie geplant im Februar 1998 starten konnte. Nach einer Einweisung in das Handling des sogenannten ThyroMobils haben mittlerweile die Untersuchungen an Schulkindern und Schwangeren auf Sumatra, Java und Bali begonnen. Die wissenschaftliche Leitung des auf zwölf Monate konzipierten Projekts liegt in den Händen von Prof. Djokomoeljanto (Universität Djarkarta).

n0198_2.jpg (10879 bytes)
Das vom GPHF ausgerüstete ThyroMobil
vor seinem Transport nach Indonesien.

Nach Schätzungen von UNICEF bleiben weltweit über 50 Millionen Kinder durch Jodmangel in ihrer geistigen Entwicklung zurück. Auch in Indonesien stellen Jodmangelerkrankungen ein bedeutendes Problem der Volksgesundheit dar, betroffen sind vor allem Kinder. Die jetzt vom GPHF unterstützten Diagnosemaßnahmen sind Bestandteil einer umfassenden Informationskampagne, in deren Rahmen die indonesische Bevölkerung über die gesundheitlichen Gefahren des Jodmangels aufgeklärt werden soll.

Für die Diagnose des Jodmangels wurde das ThyroMobil vom GPHF u.a. mit einem Ultraschallgerät, einem Gefrierschrank, einer Untersuchungsliege sowie einer Klimaanlage ausgerüstet. Zielsetzung des Projektes ist die Gewinnung von verläßlichen Daten zur Jodversorgung der indonesischen Bevölkerung. Zu diesem Zweck werden bei ca. 8.000 Schulkindern im Alter von 8 bis 14 Jahren und zusätzlich bei 500 schwangeren Frauen Schilddrüsenvolumen und Urinjodausscheidung gemessen. Darüber hinaus soll die Untersuchung auch Ansatzpunkte für eventuell nötige therapeutische Maßnahmen liefern. Neben der Universität Djarkarta sind das International Council for Control of Iodine Deficiency Disorders ( ICCIDD) sowie das GPHF-Mitgliedsunternehmen Merck Partner des GPHF im Rahmen dieses Projektes.

b_top.gif (757 bytes)

 

GPHF-Modellprojekt in Mauretanien
Erste Ergebnisse stimmen optimistisch

Seit 1997 führt der GPHF in Mauretanien gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation, UNICEF, der GTZ und den örtlichen Gesundheitsbehörden ein Modellprojekt zur integrierten Bekämpfung endemischer tropischer Krankheiten durch. Das Projekt zielt auf die Bekämpfung der Malaria, des Guinea-Wurms sowie von Schistosomiasis- und Darmparasiten. Das Projektgebiet liegt im Süden Mauretaniens in den Provinzen Trarza und Brakna nördlich des Senegal. Nach Einschätzung von Joachim A. Ernst, der als GPHF-Vorstandsmitglied für das Projekt verantwortlich ist, stimmen die ersten Zwischenergebnisse aus dem Projektgebiet optimistisch, so daß die ehrgeizigen Ziele des Projekts erreicht werden können.

n0198_3.jpg (7707 bytes)
Die Schulung einheimischer Mitarbeiter des Gesundheitswesens
ist wichtiger Bestandteil des GPHF-Projekts in Mauretanien.

Zielsetzungen des Projekts sind die Reduzierung der Morbidität und Mortalität bei Malaria um 50 Prozent, die vollständige Ausrottung des Guinea-Wurms und die dauerhafte Reduzierung von Schistosomiasis- und Darmparasiten-Infektionen. In der ersten nun abgeschlossenen Projektphase wurden durch die Unterstützung des GPHF u.a. folgende Maßnahmen ermöglicht: die Bereitstellung von Mikroskopen und Labormaterialien, die Schulung von Laboranten, die Einrichtung eines Dokumentationszentrums, die Durchführung epidemiologischer Studien sowie die Bereitstellung vom Medikamenten.

Neben der Durchführung weiterer epidemiologischer Untersuchungen und der Therapie der Erkrankungen wird ein Schwerpunkt der zukünftigen Aktivitäten im Projektgebiet auf der Erstellung von Informationsmaterialien für die betroffenen Menschen und der Einbeziehung der Schulen in eine umfassende Aufklärungskampagne über die Gefahren tropischer Erkrankungen liegen. Nach einem erfolgreichen Abschluß der zweiten Projektphase Ende 1998 ist geplant, das Projekt eventuell fortzusetzen und auf weitere Provinzen Mauretaniens auszudehnen.

b_top.gif (757 bytes)

 

Arzneimittelfälschungen
Tests des Minilabs verlaufen weiter erfolgreich
Präsentation bei World Health Assembly im Mai in Genf

Die Erprobung des GPHF-Minilabs zur Aufdeckung von Arzneimittelfälschungen verläuft weiterhin sehr erfolgreich. Nach den ersten Tests des tragbaren Labors auf den Philippinen (vgl. GPHF News IV/97) konnte Projektleiter Dr. Richard Jähnke auch für die zwischenzeitlichen Probeläufe in Kenia, Ghana und Tansania ein positives Fazit ziehen. Nach seinen Erkenntnissen hat sich das vierstufige Prüfschema bestehend aus Sicht- und Zerfallsprüfungen, Farbreaktionen und dünnschichtchromatographischen Untersuchungen nachhaltig bewährt.

n0198_4.jpg (13240 bytes)
Auch in Ghana haben sich die Methoden des GPHF-Minilabs bewährt.

Zielsetzung ist es, das GPHF-Minilab Mitte des Jahres der Öffentlichkeit vorzustellen. Bis zu diesem Zeitpunkt werden auch die geringfügigen Änderungen an der Ausstattung des Minilabs durchgeführt sein, die sich aus der Auswertung der Testphase ergeben haben. Bereits im Mai wird der GPHF das Minilab im Rahmen eines Empfangs der International Federation of Pharmaceuticals Manufacturers Associations (IFPMA) aus Anlaß der diesjährigen World Health Assembly in Genf präsentieren. Im Februar hatte die Deutsche Welle im Rahmen ihres weltweit ausgestrahlten Fernsehprogramms bereits über das GPHF-Minilab berichtet.

b_top.gif (757 bytes)

 

Überflutungen in Kenia
GPHF hilft AMREF

Aufgrund der akuten Notsituation, die durch die verheerenden Überschwemmungen in Kenia entstanden ist, hat der GPHF der African Medical and Research Foundation (AMREF) eine finanzielle Hilfe zur Aufrechterhaltung des Laborbetriebs in ländlichen Gesundheitsstationen gewährt. Im Rahmen eines mehrjährigen Modellprojektes hatten AMREF und GPHF den Laborbetrieb in ländlichen Gesundheitsstationen aufgebaut. Im vergangenen Jahr hatte der GPHF die Nachhaltigkeit dieses Projektes bereits durch den Aufbau eines Qualitätsmanagement-Systems unterstützt.

b_top.gif (757 bytes)

 

Arzneimittelspenden
GPHF befragt Arzneimittelhersteller

Der GPHF führt gegenwärtig eine Umfrage unter den GPHF- und VFA-Mitgliedsunternehmen über die Praxis von Arzneimittelspenden durch. Hintergrund dieser Erhebung ist die Vorbereitung eines GPHF-Projekts, das die Information und Zusammenarbeit zwischen den Arzneimittelherstellern auf dem Gebiet der Arzneimittelspenden unterstützen soll.

b_top.gif (757 bytes)

 

Kurz berichtet

Brundtland führt WHO
Gro Harlan Brundtland, von 1987 bis 1996 Premierministerin Norwegens, soll neue Generalsekretärin der Weltgesundheitsorganisation werden. Der WHO-Exekutivrat hat die Medizinerin und ehemalige Vorsitzende der UN-Kommission Umwelt und Entwicklung im Januar nominiert. Ihre Wahl durch die Generalversammlung der WHO im Mai gilt als sicher. Seit 1998 ist der japanische Nervenarzt Dr. Hiroshi Nakajima Generalsekretär der WHO.

b_top.gif (757 bytes)

BMZ zeigt Profil
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) hat die aktuellen Grundlagen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit veröffentlicht. Auf 50 Seiten faßt die im Dezember 1997 veröffentlichte Publikation die entwicklungspolitische Konzeption und die einzelnen Sektorkonzepte des Ministeriums zusammen.

b_top.gif (757 bytes)

840 Millionen unterernährt
Nach Angaben der Deutschen Welthungerhilfe leiden weltweit 840 Millionen Menschen an Hunger. Unter den Hungernden befänden sich ca. 180 Millionen Kinder unter fünf Jahre.

b_top.gif (757 bytes)

Neuer Impfstoff gegen Lepra
Wie die Deutsche Apotheker Zeitung berichtet, ist in Indien ein neuer Impfstoff gegen Lepra zugelassen und in das staatliche Programm zur Leprabekämpfung aufgenommen worden. Nach Angabe des Herstellers ist es weltweit der erste Impfstoff, der das Immunsystem zur Abtötung von Mycobacterium leprae anregt.

b_top.gif (757 bytes)

Erfolg im Kampf gegen Malaria?
Forschern der Universität Würzburg ist es gelungen, die Ursachen der Chloroquin-Resistenz zu entschlüsseln und damit einen neuen Ansatz zur Therapie der Malaria zu schaffen. Im Tierversuch hat ein neuer Wirkstoff die Malaria gut ausgeheilt. Klinische Studien müssen nun zeigen, inwieweit der Wirkstoff am Menschen wirksam ist. Malaria gilt als die am weitesten verbreitete Infektionskrankheit der Welt. Jedes Jahr sterben weit über eine Million Menschen an Malaria.

b_top.gif (757 bytes)