GPHF NEWS I / 99

 

Kosovo-Flüchtlinge:
Arzneimittelspenden der pharmazeutischen Industrie in Millionenhöhe

GPHF- und VFA-Mitglieder stellen in großem Umfang Medikamente zur Verfügung / GPHF koordiniert Spenden in Abstimmung mit Ministerien

Mitgliedsunternehmen des German Pharma Health Fund e. V. (GPHF) und des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e. V. (VFA) haben bisher Arzneimittelspenden im Wert von weit über zwei Millionen DM im Rahmen der humanitären Hilfe für die Flüchtlinge aus dem Kosovo zur Verfügung gestellt. Die Medikamente werden u. a. dem Deutschen Caritasverband und dem Deutschen Roten Kreuz angeboten, die sie entsprechend dem konkreten Bedarf in den Flüchtlingslagern abfordern können. Der GPHF koordiniert die Spendenaktion in Abstimmung mit dem Arbeitsstab Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt und dem Bundesgesundheitsministerium.

Folgende Unternehmen haben im Rahmen der Spendenaktion bisher Medikamente zur Verfügung gestellt: Bayer AG, Berlin-Chemie AG, Chiron Behring GmbH, Fatol Arzneimittel GmbH, Grünenthal GmbH, Hoechst Marion Roussel Deutschland GmbH, Janssen-Cilag GmbH, Jenapharm GmbH, Knoll AG, Krewel Meuselbach GmbH, Schwarz Pharma AG sowie die Zeneca GmbH. Die bereitgestellten Arzneimittel umfassen vor allem Antibiotika, Schmerzmittel, Medikamente zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen sowie Impfstoffe.

Zahlreiche weitere Firmen, wie die Byk Gulden Lomberg GmbH, die Eisai GmbH, die Boehringer Ingelheim GmbH, die Merck KGaA und die Novartis Pharma GmbH, haben ebenfalls ihre Unterstützung signalisiert bzw. Arzneimittel im Rahmen eigenständiger Hilfsaktionen bereitgestellt.

Nähere Informationen zur Arzneimittelhilfe Kosovo des GPHF sind über die
    GPHF-Geschäftsstelle
    Postfach 150 123
    60061 Frankfurt am Main
    Tel./Fax: 0 69 / 63 15 32 57
    e-mail: info@gphf.org
zu beziehen.

b_top.gif (757 bytes)

 

GPHF-Flüchtlingshilfe im ZDF

Im Rahmen der Fernsehsendung „Wir wollen helfen!”, einer Spendengala, die am 15. April 1999 um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wurde, hat Dr. Gabriele Küsters die Initiative des GPHF zur Koordination von Arzneimittelspenden für die Flüchtlinge des Kosovo einem Millionenpublikum vorgestellt.

b_top.gif (757 bytes)

 

GPHF diskutierte auf Internisten-Kongreß

Als Repräsentantin des GPHF war Dr. Küsters Teilnehmerin der Podiumsdiskussion „Möglichkeiten und Grenzen medizinischer Hilfe in der Dritten Welt“, die im Rahmen des 105. Internisten Kongresses am 10. April 1999 in Wiesbaden stattgefunden hat. Vor zahlreichen Zuhörern erläuterte Dr. Küsters die GPHF-Modellprojekte als Initiative der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in den Entwicklungsländern. Weitere Teilnehmer der Podiumsdikussion waren u.a. Vertreter der Weltgesundheitsorganisation und privater Hilfsorganisationen. Die hochrangig besetzte Veranstaltung wurde vom Kölner Austausch Projekt (KAP) organisiert.

b_top.gif (757 bytes)

 

GPHF-Vorstand in neuer Besetzung

Im Rahmen seiner Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung am 10. März 1999 hat der GPHF einen neuen Vorstand gewählt. Neue Vorsitzende des GPHF ist Dr. Gabriele Küsters (Hoechst Marion Roussel), die bisher als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied amtierte. Zu ihrer Stellvertreterin wurde Dr. Carola Fink-Anthe (Boehringer Ingelheim) gewählt, die dem GPHF-Vorstand ebenfalls schon seit längerem angehört.

n0199_1.jpg (8081 bytes)n0199_2.jpg (7341 bytes)
Sie stehen zukünftig an der Spitze des GPHF: Dr. Gabriele Küsters (links) und Dr. Carola Fink-Anthe.

Dr. Hilmar Kienzl nimmt zukünftig die Position des geschäftsführenden Vorstandsmitglieds wahr. Als Schatzmeister des GPHF fungiert weiterhin Dr. Joachim Moormann, der die Sanavita Gesundheitsmittel GmbH im Vorstand des GPHF vertritt.

Zu neuen Vorstandsmitgliedern wurden Dr. Frank-Ulrich Fricke (Novartis Pharma GmbH) und Bernd Maehliß (Schering AG) gewählt. Sie folgen Joachim A. Ernst (Bayer AG) und Joachim Trautschold (Schering AG), die nicht mehr für den Vorstand kandidierten. Weiterhin gehören dem Vorstand Dr. Heinz Jürgen Diesner (Grünenthal GmbH), Michael Raulf (Verband Forschender Arzneimittelhersteller) und Patrick Schwarz-Schütte (Schwarz Pharma AG) an.

b_top.gif (757 bytes)

 

GPHF jetzt offizieller Partner der WHO

Das Executive Board der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf hat im Januar 1999 der Aufnahme offizieller Beziehungen zum GPHF zugestimmt, die seitens des GPHF im vergangenen Jahr beantragt wurden. Der GPHF wertet diese Entscheidung der WHO als Würdigung der langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit beider Organisationen, die gegenwärtig gemeinsam Projekte in Laos und Mauretanien durchführen.

n0199_3.jpg (18796 bytes)
Eines der erfolgreichen Modellprojekte von GPHF und WHO: Die Bekämpfung von Infektionskrankheiten auf der tansanischen Insel Pemba.

Für den GPHF sind damit u. a. die Rechte verbunden, Teilnehmer zu Konferenzen der WHO zu entsenden oder Memoranden für die Gremien der Weltgesundheitsorganisation zu erstellen. Die Aufnahme offizieller Beziehungen wird nur Organisationen gewährt, die einem strengen Kriterienkatalog der WHO entsprechen.

b_top.gif (757 bytes)

 

Eckpunkte der zukünftigen deutschen Entwicklungspolitik
Wieczorek-Zeul: Auf dem Weg zur globalen Strukturpolitik

Die neue Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), hat die Eckpunkte der zukünftigen Entwicklungspolitik der Bundesrepublik Deutschland vorgestellt. „Entwicklungspolitik wird zur globalen Strukturpolitik weiterentwickelt und aufgewertet”, unter dieser Zielsetzung strebt die rot-grüne Regierung die Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und politischen Strukturen in den Partnerländern des Südens und Ostens ebenso an wie eine Verbesserung der globalen Rahmenbedingungen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung.

n0199_4.jpg (7503 bytes)
Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Nach Auffassung der Ministerin ist es in den letzten Monaten gelungen, die Entwicklungspolitik aufzuwerten. So teilte sie u.a. mit, daß der Entwurf für den Bundeshaushalt 1999 eine Aufstockung der Mittel um real 1,8 Prozent auf rund 7,8 Mrd. DM vorsieht.

Wesentliche Impulse erhofft sich die Bundesregierung auch von einer Stärkung und besseren Koordination der Entwicklungszusammenarbeit auf europäischer Ebene sowie von einer aktiveren Rolle Deutschlands in den internationalen Gremien von Weltbank, IWF und UN. Neben der sozialen und ökologischen Verträglichkeit von Strukturanpassungsprogrammen setzt die Regierung in diesem Zusammenhang vor allem auf den Erfolg der bereits eingeleiteten Entschuldungsinitiative, um die erdrückende Schuldenlast vieler Entwicklungsländer abzubauen.

Ausdrücklich unterstreicht die neue Bundesministerin auch die wichtige Rolle der Nichtregierungsorganisationen im Rahmen der zukünftigen Entwicklungspolitik. Dieser wachsenden Bedeutung hat die Bundesregierung u.a. durch eine kurzfristige Aufstockung der Mittel für die Projektarbeit privater Träger um 2 Millionen DM entsprochen.

b_top.gif (757 bytes)

 

Was macht eigentlich ... die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
Investitionen in eine menschliche Zukunft
von Catherina Hinz (Deutsche Stiftung Weltbevölkerung)

Sechs Milliarden Menschen werden im Oktober 1999 auf der Erde leben. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerungszahl nahezu vervierfacht. Derzeit kommen jährlich rund 80 Millionen Menschen hinzu. Die Bewältigung des rapiden Wachstums der Weltbevölkerung ist eine Schlüsselfrage für die Zukunft der Menschheit. Alle anderen wichtigen Themen – Umweltschutz, Verfügbarkeit von Ressourcen, Verbesserung der Lebensqualität – sind damit aufs engste verknüpft.

Als eine Investition in die Zukunft betrachteten daher zwei Unternehmer aus dem Raum Hannover 1991 die Gründung der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Mit ihren Projekten in Entwicklungsländern und durch ihre Informationsarbeit in Deutschland will die Stiftung dazu beitragen, daß die Chancen zu einer menschenwürdigen Verlangsamung des Weltbevölkerungswachstums genutzt werden.

In den Entwicklungsländern sind rund ein Viertel aller Geburten von den Eltern nicht gewünscht. Mehr als 300 Millionen Paaren im fortpflanzungsfähigen Alter fehlt nach wie vor der Zugang zu Familienplanungsdiensten. Die DSW hilft Menschen in Entwicklungsländern, ihr Menschenrecht auf Familienplanung auszuüben und ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden.

Zum Beispiel Äthiopien: Mehr als die Hälfte der Äthiopier sind jünger als 18 Jahre – sie sind die Mütter und Väter von morgen. Sowohl Informationen über Sexualität und Verhütung als auch Kontrazeptiva sind für die meisten Jugendlichen überhaupt nicht oder nur schwer zugänglich. Zwölf Prozent der äthiopischen Teenager bekommen jährlich ein Kind, häufig ungeplant. Und es gibt ein weiteres Problem: AIDS. Rund 1,7 der 58 Millionen Äthiopier haben sich bereits infiziert.

Seit 1995 unterstützt die DSW der Jugendorganisation SYGA (Save Your Generation Association) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, die sich im Kampf gegen AIDS, ungewollte Schwangerschaften und Tabus im Umgang mit dem Thema Sexualität engagiert. Ihre jugendlichen Mitarbeiter informieren Gleichaltrige und auch Eltern über Familienplanung und Verhütung, erklären die Risiken einer zu frühen Schwangerschaft und verteilen Kondome – in der Nachbarschaft, in Schulen oder bei den beliebten Straßentheateraufführungen von SYGA. Wer sich bei SYGA freiwillig engagiert, erhält gleichzeitig die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu machen. Diese Hilfe zur Selbsthilfe schenkt jungen Menschen Hoffnung. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre Zukunft verantwortungsvoll selbst zu gestalten: Von der Existenzsicherung bis zur Familienplanung.

n0199_5.jpg (20132 bytes)
Dem Einsatz von Informationsmaterialien kommt im Rahmen 
der DSW-Projekte besondere Bedeutung zu.

Zum Beispiel Nepal: Früher war es normal, daß Frauen in Bhujung, einer entlegenen Bergregion in Nepal, zwölf Kinder bekamen – in der Hoffnung, daß vielleicht sechs überlebten. Informationen über Familienplanung fehlen weitgehend, und Verhütungsmittel werden kaum verwendet. Zudem haben nur die wenigsten Frauen in Bhujung Zugang zu fachgerechter Geburtshilfe. Mit Hilfe der DSW werden jetzt acht Hebammen ausgebildet. Alle werden sie über eine „Safe Delivery Box” verfügen, die eine Grundausstattung für die Geburtshilfe enthält. Sie sollen die Dorfbewohner auch in Fragen der Familienplanung, Mutter-Kind-Fürsorge und beim Schutz vor HIV/AIDS sowie anderen sexuell übertragbaren Krankheiten beraten.

Das auf drei Jahre angelegte DSW-Projekt, das von der nepalesischen Umweltorganisation „Annapurna Conservation Area Project” (ACAP) verwaltet wird, soll die Lebensbedingungen der Menschen in Bhujung entscheidend verbessern. Neben der Förderung der Familienplanung und der Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Kindern und Schwangeren bietet es Frauen Kleinkredite an, so daß sie in der Lage sind, auf eigenen Füßen zu stehen. Aber auch ein weiteres Problem soll das Projekt lösen helfen. Es gilt die einzigartige Umwelt zu bewahren. In der ökologisch fragilen Region nimmt der Druck auf die natürlichen Ressourcen durch das Bevölkerungswachstums und die wachsenden Bedürfnisse der Bevölkerung ständig zu. Im Rahmen des Projekts werden 100.000 Bäume in den kommenden drei Jahren in Bhujung gepflanzt, damit das Brennholz zukünftig aus aufgeforsteten Wäldern stammen kann.

Kontakt: Dr. Hans Fleisch, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Göttinger Chaussee 115, 30459 Hannover, Tel: 0511-943730, Fax: 0511-2345051, e-mail: info@dsw-hannover.de

b_top.gif (757 bytes)

 

GPHF-Spendenaufruf 1999 mit positiver Resonanz

Der Spendenaufruf des GPHF zur Unterstützung seiner Projektarbeit 1999 ist bisher auf große Resonanz gestoßen. Der GPHF bedankt sich bei folgenden Mitgliedern für Ihre großzügigen Spendenzusagen:

  • Bayer AG
  • Boehringer Ingelheim GmbH
  • Byk Gulden Lomberg Chemische Fabrik GmbH
  • Centeon Pharma GmbH
  • Fatol Arzneimittel
  • Goedecke AG
  • Grünenthal GmbH
  • Heumann Pharma GmbH & Co.
  • Janssen-Cilag GmbH
  • Merck KGaA
  • Novartis Pharma GmbH
  • Sanavita Gesundheitsmit-tel GmbH & Co. KG
  • Schering AG
  • Schwarz Pharma AG
  • Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.
  • Zeneca GmbH.

b_top.gif (757 bytes)

 

Kurz berichtet

AIDS weiter auf dem Vormarsch
Die Zahl der HIV-Infizierten und AIDS-Kranken steigt weiter an. Weltweit sind nach Informationen der Vereinten Nationen mittlerweile über 33 Millionen Menschen infiziert. 95 Prozent der Betroffenen leben in Entwicklungsländern. Allein 1998 haben sich nahezu 6 Millionen Menschen neu infiziert.

Vision 2020 – Neue Kampagne der WHO
Unter dem Titel “Vision 2020 – Das Recht auf Augenlicht” hat die Weltgesundheitsorganisation eine Kampagne gegen vermeidbare Erblindungen gestartet. Alle 5 Sekunden erblindet auf der Erde ein Mensch. 80 Prozent der Erblindungen sind aber nach Aussagen der Christoffel-Blindenmission vermeidbar. Ziel der WHO-Kampagne ist es, diese Fälle bis zum Jahr 2020 auf Null zu reduzieren. 90 Prozent der weltweit 45 Millionen Blinden leben in Entwicklungsländern.

Schwarz-Schütte neuer Vorsitzender des VFA
Patrick Schwarz-Schütte, Vorstandsvorsitzender der Schwarz Pharma AG (Monheim) und Mitglied im Vorstand des GPHF, ist im Februar zum neuen Vorsitzenden des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e. V. (VFA) gewählt worden.

Warnung vor gefälschten Medikamenten
Die 9. Internationale Konferenz der Arzneimittelbehörden der WHO-Mitgliedsstaaten, die im Mai in Berlin stattfand, hat auf die Gefahr durch gefälschte oder minderwertige Arzneimittel hingewiesen. Betroffen sind vor allem die Entwicklungsländer. Ein wachsendes Problem stellt nach Aussagen der WHO auch der Vertrieb von Arzneimitteln mit falschen Indikationsangaben dar.

Großes Interesse an GPHF-Minilab®
Das GPHF-Minilab® stößt weltweit auf großes Interesse. Bisher liegen GPHF-Projektleiter Dr. Jähnke bereits mehr als 100 Anfragen aus nahezu allen Entwicklungsländern vor. Auf eine sehr positive Resonanz ist das mobile und tropentaugliche Kleinlabor zur Aufdeckung qualitativ minderwertiger bzw. gefälschter Arzneimittel auch bei führenden Vertretern afrikanischer und mittelasiatischer Arzneimittelbehörden gestoßen. Ihnen wurden die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des Minilabs im Rahmen einer Tagung des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) im April in Berlin demonstriert.

b_top.gif (757 bytes)

 

Das Zitat:

“Viele Entwicklungsländer halten in ihren Etats immer noch mehr Geld für ihre Militärs als für die Gesundheitsversorgung bereit.”
Caio Koch-Weser, Direktor der Weltbank

b_top.gif (757 bytes)