GPHF NEWS II / 2000

- GPHF-Mitgliederversammlung 2000 / Erfolgreiche Projekte gewürdigt und neue Vorstandsmitglieder gewählt
- Arzneimittelspenden: Caritas dankt GPHF und seinen Mitgliedern
- Große Resonanz auf Spendenaufruf
- GPHF-Homepage wird aktualisiert
- Das Zitat
- Kurz berichtet
Spenden angekündigt, Neuer Worldwatch-Bericht, Apotheker ohne Grenzen, WHO jetzt auch in Bonn, Die tödlichen Sechs, Arzneimittelversorgung in der Dritten Welt, Tropenmedizin im Internet
- Gefälschte Medikamente: Fälschungen auf dem Vormarsch
- Was macht eigentlich die Christoffel-Blindenmission e.V.

 

GPHF-Mitgliederversammlung 2000

Erfolgreiche Projekte gewürdigt und neue Vorstandsmitglieder gewählt

Auf seiner Mitgliederversammlung 2000 hat der German Pharma Health Fund e.V. (GPHF) eine positive Bilanz seiner Projektarbeit der vergangenen zwölf Monate gezogen. Alle Modellprojekte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern sind planmäßig und erfolgreich verlaufen. Im Rahmen der turnusmäßigen Wahlen wurden Dr. Werner F. Cermak (Janssen-Cilag), Volker Keidtel (Merck) und Dr. Frank Schulze (Sanavita) als neue Vorstandsmitglieder gewählt.

Als besondere Auszeichnung würdigte die Mitgliederversammlung die Präsentation des GPHF-Minilab® auf der EXPO 2000. Die einfachen Testmethoden zur Identifikation gefälschter und qualitativ minderwertiger Arzneimittel, die vom GPHF gemeinsam mit dem Tropenmedizinischen Institut Würzburg entwickelt wurden, stehen jetzt für 20 der in den Entwicklungsländern am weitesten verbreiteten Arzneimittelwirkstoffe zur Verfügung. Bereits 40 der mobilen Kompaktlabors befinden sich mittlerweile weltweit im Einsatz, u.a. im Roll Back Malaria-Programms der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Neuland hat der GPHF 1999 mit der Koordination von Arzneimittelspenden im Falle akuter Not- und Katastrophenfälle betreten. In Abstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit, dem Auswärtigen Amt und internationalen Hilfsorganisationen konnten sowohl im Kosovo-Konflikt wie auch für die Opfer des Erdbebens in der Türkei dringend benötigte Arzneimittel der GPHF-Mitgliedsunternehmen im Millionenwert als Spende zur Verfügung gestellt werden. Auch zukünftig wird der GPHF Hilfsorganisationen und Ministerien als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Im Mittelpunkt der Projektarbeit 2000 werden wieder die Projekte "GPHF-Minilab" und "Arzneimittelspenden" sowie eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation stehen. Zielsetzung ist es, zukünftig vor allem solche Modellprojekte durchzuführen, bei denen das spezifische Know how der forschenden Arzneimittelhersteller für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung in den Entwicklungsländern nutzbar gemacht werden kann.
Drei neue Mitglieder im Vorstand

Als neue Mitglieder im Vorstand wurden Dr. Werner F. Cermak, Volker Keidtel und Dr. Frank Schulze von der Mitgliederversammlung gewählt. Dr. Cermak ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Janssen-Cilag GmbH und gehört dem Vorstand des VFA an. Volker Keidtel leitet das Consumer Health Care-Geschäft der Merck KGaA und ist Mitglied des Pharma Management Boards des Unternehmens. Dr. Frank Schulze wurde als Vertreter der Sanavita Gesundheitsmittel GmbH & Co. KG in den Vorstand gewählt.

Die drei neuen Vorstandsmitglieder treten die Nachfolge von Dr. Frank-Ulrich Fricke (Novartis), Dr. Joachim Moormann (Sanavita) und Patrick Schwarz-Schütte (Schwarz Pharma) an. Mit besonderem Dank wurde Dr. Moormann verabschiedet, der den GPHF seit seiner Gründung im Jahre 1985 begleitet hat und in den vergangenen vier Jahren das Amt des Schatzmeisters bekleidete.

Die neuen GPHF-Vorstandsmitglieder: 
Volker Keidtel, Dr. Werner F. Cermak, Dr. Frank Schulze (v.l.n.r.)

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Arzneimittelspenden:
Caritas dankt GPHF und seinen Mitgliedern

Über die Luftbrücke der Bundeswehr wurden die gespendeten Arzneimittel am 23. und 28. April 1999 nach Tirana (Albanien) geflogen und dort von Caritas Albanien im Empfang genommen. Ihr Einsatz erfolgte in 40 Gesundheitsstationen, die von der Caritas in Albanien betreut werden. In einer beeindruckenden Publikation hat Caritas International jetzt die umfangreichen Unterstützungsmaßnahmen des Hilfswerk im Kosovo-Konflikt dokumentiert.

Gemeinsame Erklärung

Eine gemeinsame Erklärung zur zukünftigen Praxis von Arzneimittelspenden befindet sich gegenwärtig in der Abstimmung zwischen dem Deutschem Roten Kreuz, dem Deutschen Medikamenten-Hilfswerk action medeor, dem Deutschen Institut für ärztliche Mission (DIFÄM) und dem GPHF. Die Erklärung reflektiert die Ergebnisse der letztjährigen Round Table-Gespräche der Organisationen und soll den gemeinsamen Willen dokumentieren, Arzneimittelspenden entsprechend den internationalen Empfehlungen der WHO durchzuführen. Unter dem Titel "Getting It Right In Germany" hat jetzt auch die angesehene und in Brüssel erscheinende Fachpublikation Humanitarian Affairs Review im Rahmen eines Gespräches mit der stv. GPHF-Vorsitzenden Dr. Carola Fink-Anthe das diesbezügliche Engagement des GPHF gewürdigt.

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Große Resonanz auf Spendenaufruf

Der diesjährige Spendenaufruf des GPHF an seine Mitglieder ist wieder auf positive Resonanz gestoßen. Zwischenzeitlich haben neben dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. bereits folgende Unternehmen ihre Spende zugesagt bzw. überwiesen:

• AstraZeneca 
• Aventis Behring
• Boehringer Ingelheim
• Bristol-Myers Squibb
• Chiron Behring
• Grünenthal
• Heumann
• Knoll
• Merck
• Novartis
• Schwarz Pharma
• Schering

Der GPHF dankt allen Spendern für ihre großzügige Unterstützung.

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GPHF-Homepage wird aktualisiert

Die GPHF-Homepage www.gphf.org wird in den nächsten Wochen vollständig überarbeitet und aktualisiert. Als neuer Inhalt wird vor allem das GPHF-Projekt Arzneimittelspenden in den Internet-Auftritt integriert werden.

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Das Zitat:

"Die entschlossene Bekämpfung der Weltarmut ist nicht nur ein Gebot der Humanität, sondern auch der politischen Vernunft".

Dr. Franz Nuschler, Professor für Internationale Politik, Duisburg

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Kurz berichtet

Spenden angekündigt
Vier große Arzneimittelhersteller - darunter GPHF-Mitglied Aventis Pharma - haben ein Spendenprogramm in Millionenhöhe zugunsten der Entwicklungsländer angekündigt. Gespendet werden sollen Impfstoffe im Wert von 150 Millionen Dollar.

Neuer Worldwatch-Bericht
Unter dem Titel "Wie viel ist zu viel?" ist die deutsche Fassung des jüngsten Berichts des Worldwatch Institute erschienen. Der Bericht warnt insbesondere vor dem rapiden Bevölkerungswachstum, das zu ständig steigendem Energiebedarf führt und in vielen Regionen die Grenzen der Umweltverträglichkeit zu überschreiten droht.

Apotheker ohne Grenzen
Die internationale Hilfsorganisation Apotheker ohne Grenzen hat einen Gründungsaufruf für eine deutsche Sektion veröffentlicht. Aufgabe der Organisation ist u.a. die Verbesserung der pharmazeutischen Versorgung in Krisenregionen.

WHO jetzt auch in Bonn
Die Weltgesundheitsorganisation wird eine Abteilung des Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit vom Jahr 2001 an in Bonn ansiedeln. 
Die Abteilung wird sich mit der Umsetzung internationaler Protokolle und Vereinbarungen im Bereich Umwelt und Gesundheit beschäftigen.

Die tödlichen Sechs
AIDS, Malaria, Tuberkulose, Masern, Durchfall-Erkrankungen und akute Atemwegs-Infektionen sind nach Angaben der WHO für die Hälfte aller Todesfälle bei unter 44-Jährigen verantwortlich. In den letzten 50 Jahren haben Malaria, Tb und AIDS sechsmal soviel Menschen getötet wie sämtliche Kriege in diesem Zeitraum.

Arzneimittelversorgung in der Dritten Welt
Das Positionspapier "Arzneimittelversorgung in der Dritten Welt" der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung und des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) liegt als unveränderte Neuauflage vor. Es kann u. a. über den VFA, Hausvogteiplatz 13, 10117 Berlin, bezogen werden.

Tropenmedizin im Internet
Aktuelle Informationen zur Tropenmedizin sind im Internet unter folgenden Adressen abzurufen:
· Robert-Koch-Institut: www.rki.de
· Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes: www.auswaertiges-amt.de
· Paul-Ehrlich-Institut: www.pei.de
· Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit: www.dtg.mwn.de

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Gefälschte Medikamente:

Fälschungen auf dem Vormarsch

Auch wenn offizielle Zahlen selten publiziert werden, sprechen doch viele Indizien dafür, dass die Verbreitung von gefälschten und qualitativ minderwertigen Medikamenten weltweit zunimmt. So berichtete die internationale Presse in den vergangenen Monaten mehrfach über dieses besorgniserregende Thema. Betroffen scheint neben Afrika vor allem der asiatische Raum zu sein.

Im November 1999 schilderte etwa die Zeitschrift Africa Health, dass Malawi von gefälschten Arzneimitteln förmlich überschwemmt würde. Aufgrund fehlender Kontrollen könnten skrupellose Händler ihre gefälschte Ware ohne großes Risiko direkt an die Bevölkerung absetzen. Kaum besser scheint die Situation in Teilen Asiens zu sein. So wurde aus Tadschikistan gemeldet, dass illegale Produktionsstätten in großem Stil Arzneimittel von zumindest zweifelhafter Qualität produzierten, ohne dass die Behörden diesem Treiben ein Ende setzen würden. 

Aber auch China und Indien sind betroffen. Im Juli 1999 deckte die South China Morning Post den Fall eines gefälschten und völlig ineffektiven Arzneimittels für Schlaganfall-Patienten auf. Private Ermittler förderten über 340.000 gefälschte Packungen des angeblichen Medikamentes zu Tage. Nicht anders die Situation auf dem indischen Subkontinent. Nach einem Bericht der Times of India aus dem Mai vergangenen Jahres werden alleine im Bundesstaat Bihar 20 bis 25 Prozent aller Medikamente über den Schwarzmarkt vertrieben. Entsprechend groß muss die Gefährdung der Menschen durch gefälschte oder qualitativ minderwertige Arzneimittel eingeschätzt werden.

Dass auch Europa von diesen kriminellen Machenschaften nicht gänzlich unberührt bleibt, zeigt der Diebstahl eines kompletten LKWs mit Viagra-Tabletten in Holland oder der Fall eines deutschen Internet-Versenders, der seinen Kunden Viagra versprach, in Wirklichkeit jedoch gefärbte Pfefferminzpastillen der Marke Fisherman's Friend lieferte. Vier Pfefferminzpillen kosteten übrigens DM 118,50.

GPHF-Minilab für Indien

Zwischenzeitlich befindet sich auch ein erstes Minilab des GPHF auf dem Weg zu seinem Einsatz in Indien. Die einfachen Testmethoden zur Identifikation gefälschter und qualitativ minderwertiger Arzneimittel wurden vom Komitee Ärzte für die Dritte Welt e.V. angefordert und sollen zukünftig ihren Dienst in einem Gesundheitsprojekt leisten, das für die Basisgesundheitsversorgung von sechs Millionen Menschen verantwortlich zeichnet.

Im laufenden Jahr plant der GPHF wieder zahlreiche Präsentationen des Minilabs. Neben der Vorstellung im Rahmen der EXPO 2000 sollen die Testmethoden u. a. bei dem Symposium "Health Sponsoring" der Stiftung Immunität und Umwelt im Mai in Berlin, auf einer Tagung der Deutsch-Ghanaischen Wirtschaftsvereinigung, bei der Jahrestagung der Drug Information Association (DIA) im Juni in San Diego sowie im September in Wien aus Anlass eines Kongresses der International Pharmaceutical Federation (FIP) demonstriert werden.

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Was macht eigentlich ...
... die Christoffel-Blindenmission e.V.

Die Christoffel-Blindenmission e.V. (CBM), die 1998 ihr 90jähriges Bestehen feierte, ist ein freies Hilfswerk von Christen verschiedener Konfessionen, die der Auftrag verbindet, blinden und anders behinderten Menschen in Ländern der "Dritten Welt" zu helfen - ohne Ansehen von Nation, Rasse, Geschlecht oder Religion. Ein Schwerpunkt ist die Verhütung und Heilung von Blindheit. 

Mehr als 1000 Projekte

Alleine 1998 wurden im Rahmen der CBM-Kampagne "Rettet Augenlicht!" über neun Millionen Augenkranke untersucht, behandelt und wo nötig operiert. Insgesamt fördert das überkonfessionell tätige Werk in 109 Ländern - die meisten davon in der "Dritten Welt" - mehr als 1.000 Entwicklungsprojekte: Krankenhäuser mit Augenabteilungen, mobile Augendienste, dörfliche Gesundheits- und Rehabilitationseinrichtungen, Schulen und Ausbildungsstätten. Als Dienstleister stellt sich die CBM die Aufgabe, mit fachlichem Rat, finanzieller Hilfe und personeller Unterstützung den einheimischen Kirchen zu ermöglichen, sich selbst um ihre notleidenden Landsleute zu kümmern. Heute arbeitet die CBM weltweit mit fast 680 Partnern zusammen.

Die rund 130 ausgesandten Augenärzte, Krankenschwestern, Sonderpädagogen, Krankengymnasten, Reha-Fachleute sowie Projektleiter und -berater sehen ihre vorrangige Aufgabe in der Ausbildung einheimischer Mitarbeiter. Getreu dem Motto: Hunderte ausbilden, Hunderttausende heilen. Über die Partnerorganisationen werden fast 10.000 einheimische Fachkräfte von der CBM finanziert.

"VISION 2020"
Im Jahr 1999 riefen CBM, andere Hilfswerke und die Weltgesundheitsorganisation "VISION 2020: Das Recht auf Augenlicht" - eine weltweite Kampagne zur Verhütung vermeidbarer Blindheit bis zum Jahr 2020 - ins Leben. Durch das Programm sollen erstmals alle an der Bekämpfung von Blindheit beteiligten Hilfswerke, UN-Organisationen, Regierungen und Einzelpersonen ihre Kräfte bündeln, damit verhüt- und heilbare Blindheit überwunden werden kann.

Ermöglicht wird der weltweite Dienst der CBM größtenteils durch Spenden, Erbschaften und Vermächtnisse. Allein in Deutschland beteiligten sich 1998 mehrere hundertausend Missionsfreunde mit etwa 84 Millionen DM.

Kontakt:
Christoffel-Blindenmission e.V.
Nibelungenstraße 124
D-64625 Bensheim
Telefon: (0 62 51) 131-0
Telefax: (0 62 51) 131-122
E-Mail: communications@cbm-i.org
Internet: www.CBMi.de


Hurra, ich kann wieder sehen! Seit 40 Jahren ist Pa Aloys leprakrank, 
Hände und Füße sind davon zerfressen. Als der Witwer auch noch erblindete schien 
sein Schicksal besiegelt. Doch die Christoffel-Blindenmission hat ihn am Grauen Star operiert.
Foto: Christoffel-Blindenmission

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