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GPHF-Mitgliederversammlung 2001 Erfolgreiche Projektarbeit im Namen der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland / Jörn-Peter Hinrichs (Bayer) und Michael Ostermann (Sanavita) neu im Vorstand Die Mitgliederversammlung des GPHF hat die erfolgreiche Projektarbeit des Vereins im Jahr 2000 gewürdigt und dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Im Bericht des Vorstandes konnte die GPHF-Vorsitzende, Dr. Gabriele Küsters, eine durchgängig positive Projektbilanz ziehen. Insbesondere das neue GPHF-Projekt Arzneimittelnothilfe - die Koordination von Arzneimittelspenden der GPHF-Mitglieder im Falle akuter humanitärer Notsituationen - sei auf eine überaus positive Resonanz in der Öffentlichkeit gestoßen. Dr. Küsters zeigte sich zuversichtlich, dass der GPHF damit eine Dienstleistung anbieten kann, die nicht nur Hilfsorganisationen und Arzneimittelhersteller entlasten könne, sondern auch einen nachhaltigen Beitrag zur Sicherung qualitativ hochstehender Arzneimittelspenden leiste. Positiv bewertete Dr. Küsters auch den Fortgang des Projektes GPHF-Minilab®. Mittlerweile seien bereits nahezu 50 der mobilen Kompaktlabors zum Schutz vor gefälschten Arzneimitteln im internationalen Einsatz. Anfragen aus aller Welt demonstrierten nahezu täglich, dass das Minilab einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Menschen vor dieser mitunter tödlichen Gefahr leisten könne. Zuversichtlich zeigte sich die GPHF-Vorsitzende auch hinsichtlich zweier neuer Modellprojekte, die der GPHF seit kurzem unterstützt. Sowohl die Bekämpfung der grassierenden Tuberkulose in Russland als auch die Prävention vor der HIV/AIDS-Ausbreitung im südlichen Afrika seien zentrale Herausforderungen für eine Entwicklungshilfeorganisation, die sich auf die Förderung von Modellprojekten zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern konzentriere. Dr. Küsters dankte in diesem Zusammenhang auch allen Unternehmen sowie dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), die den GPHF im Jahr 2000 mit Spenden unterstützt haben. Nur durch ihr Engagement sei es möglich, dass der Verein seine Projekte durchführen könne. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden Michael Ostermann (Sanavita Gesundheitsmittel GmbH & Co. KG) sowie Jörn-Peter Hinrichs (Bayer AG) zu neuen Vorstandsmitgliedern des GPHF gewählt. Als neuer Schatzmeister fungiert jetzt Bernd Maehliß, der dem Vorstand des GPHF bereits seit 1999 angehört. Nicht mehr dem GPHF-Vorstand gehören Dr. Diesner und Dr. Schulze an.
Mit besonderem Dank der Mitgliederversammlung wurde schließlich Dr. Hilmar Kienzl verabschiedet, der dem GPHF in den vergangenen drei Jahren sowohl als Vorsitzender als auch Geschäftsführendes Vorstandsmitglied gedient hat. Dr. Küsters lobte das vielseitige Engagement von Dr. Kienzl für die Belange des GPHF und betonte, dass Dr. Kienzl insbesondere der Projektarbeit des Vereins vielfältige Impulse verliehen habe. Als verantwortliches Vorstandsmitglied habe er u.a. entscheidend dazu beigetragen, dass das GPHF-Modellprojekt in Laos zur Diagnose und Therapie parasitärer Erkrankungen im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen und in die Hände der örtlichen Gesundheitsbehörden übergeben werden konnte.
Koordination von Arzneimittelspenden trifft auf positive Resonanz Großes Interesse an Arzneimittelnothilfe des GPHF Das neue GPHF-Projekt „Arzneimittelnothilfe" ist in der Öffentlichkeit auf sehr positive Resonanz gestoßen. In zahlreichen Presseveröffentlichungen wurde die Initiative, Arzneimittelspenden im Falle akuter humanitärer Notsituationen zwischen Hilfsorganisationen und potentiellen Großspendern zu koordinieren, als sinnvoll und beispielgebend bewertet. Auch bei internationalen Hilfsorganisationen und Arzneimittelherstellern zeichnet sich breite Zustimmung für das GPHF-Projekt ab. Der GPHF hofft, dass neben den Erstunterzeichnern Deutsches Rotes Kreuz, Deutsches Institut für Ärztliche Mission und Deutsches Medikamenten-Hilfswerk action medeor zukünftig noch weitere Hilfsorganisationen der gemeinsamen Erklärung Gute Arzneimittelspendenpraxis in Deutschland beitreten werden. In den letzten Wochen konnte die GPHF-Arzneimittelnothilfe für die Überschwemmungsopfer in Mozambique wie für die Betroffenen der Balkankriege Arzneimittelspenden im Gesamtwert von nahezu DM 200.000 vermitteln.
50. GPHF-Minilab auf dem „Dach der Welt" Mobiles Kompaktlabor jetzt auch in Nepal / Tests für zehn neue Wirkstoffe Das 50. GPHF-Minilab® wird in diesen Tagen nach Nepal ausgeliefert und zukünftig auf dem „Dach der Welt" die Arzneimittelqualität überprüfen. GPHF-Projektleiter Dr. Jähnke wird in den nächsten Wochen nach Nepal reisen, um die einheimischen Gesundheitskräfte in die Handhabung des mobilen Kompaktlabors einzuweisen. Das Minilab wird vornehmlich in den südlichen Landesteilen an der Grenze zu Indien eingesetzt werden. Mitarbeiter der regionalen Gesundheitsdienste werden dort mit dem mobilen Labor in Zukunft einen Beitrag zur Sicherung der Arzneimittelqualität leisten. Fortgeschritten sind mittlerweile auch die Arbeiten an der Einbeziehung von zehn weiteren Arzneimittelwirkstoffen (Schwerpunkt Antiinfektiva) in die Testmethodik des Minilabs. Für die Substanzen • Cefalexin wird der Abschluss der erforderlichen Arbeiten noch in diesem Jahr erwartet. Der Wirkstoff Artesunat wird dabei weltweit erstmals monographiert werden. Der GPHF erhofft sich von der Einbeziehung dieser neuen Wirkstoffe eine noch weitere Verbreitung des Minilabs insbesondere im süd-ost-asiatischen Raum.
Kurz berichtet: Health Sponsoring Die Dokumentation des Symposiums Health Sponsoring, das im vergangenen Jahr von der Stiftung Immunität und Umwelt in Berlin veranstaltet wurde, kann jetzt kostenlos über die Geschäftsstelle der Stiftung (Postfach 1243, 59355 Werne, Tel. 0 23 89 - 9 89 41 - 0) bezogen werden. WHO und Aventis gegen Schlafkrankheit Die Weltgesundheitsorganisation und GPHF-Mitglied Aventis Pharma haben ein langfristiges Projekt zur Bekämpfung der Schlafkrankheit angekündigt. Die tödliche Krankheit bedroht in Afrika eine halbe Million Menschen. Ein Infektionsrisiko besteht weltweit für mehr als 60 Millionen Menschen. Das Projekt umfasst neben der Bereitstellung der erforderlichen Medikamente auch Programme zur Kontrolle von Krankheitsverlauf und Krankheitsmanagement sowie zur Erforschung neuer Wirkstoffe und verbesserter Therapieschemata. Aventis stellt dafür zunächst 25 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Arzneimittelfälschungen in Russland Nach einem Bericht der Fachzeitschrift SCRIP (No 2632) hat sich der Anteil gefälschter Medikamente im russischen Arzneimittelmarkt bereits auf nahezu vier Prozent erhöht.
GPHF fördert 2001 drei neue Projekte Modellprojekte in der Republik Südafrika, Russland und Myanmar / Wie in der letzten Ausgabe der GPHF News gemeldet, fördert der GPHF seit wenigen Monaten zwei neue Modellprojekte in der Republik Südafrika und in Russland. Zugestimmt hat der GPHF jetzt auch dem Antrag der Weltgesundheitsorganisation, gemeinsam ein Projekt in Myanmar durchzuführen. AIDS-Prävention in Südafrika auf neuen Wegen Einen vielversprechenden neuen Ansatz verfolgt das Projekt des GPHF in der Republik Südafrika, das auf Initiative der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) durchgeführt wird. Mit einem Puppentheater versucht dort der Talking Hands Educational Trust (THET) Jugendliche durch Aufklärung und Ratschläge zur Vorbeugung vor HIV/AIDS zu warnen und einer weiteren Ausbreitung der Infektion vorzubeugen. Es sind Jugendliche selbst, die das Projekt durchführen, denn mit ihren Worten finden sie bei Gleichaltrigen die beste Akzeptanz. Die Jugendlichen sollen so in die Lage versetzt werden, sich selbst zu schützen und ihre Zukunftschancen positiv zu beeinflussen. Bedrückende Rahmenbedingungen Die Republik Südafrika ist eines der bevölkerungsreichsten und größten Länder Afrikas. Jahrzehnte der Apartheid haben in dem schwarzen Teil der Bevölkerung (ca. 75%) ihre Spuren hinterlassen. Die Bevölkerung wächst und stellt die Regierung vor kaum zu lösende soziale und wirtschaftliche Probleme. Über ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Ein Drittel der - überwiegend schwarzen -Teenager hat bis zum Alter von 20 Jahren bereits das erste Kind bekommen und ist damit ihrer ohnehin geringen beruflichen Entwicklungsperspektiven beraubt. Ein zusätzliches Problem für das Land ist die HIV/AIDS Epidemie, die sich weltweit nirgendwo so rasant ausbreitet wie in Südafrika. Es sind vor allem die schwarzen Jugendlichen, deren Zukunft durch die HIV/AIDS Ausbreitung, die fehlende sexuelle Aufklärung und die wirtschaftliche Situation kaum Perspektiven aufweist. Durch den Aufbau von insgesamt sieben Jugendgruppen im Albany District, Eastern Cape, die Ausbildung von insgesamt 250 Jugendlichen und die Durchführung von groß angelegten Aufklärungskampagnen in Schulen und in den Gemeinden sollen ca. 11.000 Jugendliche über Einzelbereiche der reproduktiven Gesundheit informiert werden. Auch Eltern und Lehrer werden in die Aufklärungsarbeit einbezogen, denn auch das soziale Umfeld ist für den Erfolg der Aufklärungsarbeit wichtig. Jugendgruppen und Aufklärungskampagnen bedienen sich dabei sowohl traditioneller Medien wie Theater- und Rollenspiele, als auch Radio und Zeitungen. Nur Wissen reicht nicht! Wissen ist eine hinreichende, aber noch keine ausreichende Bedingung für Verhaltensänderungen bei Jugendlichen. Deshalb wird entscheidend sein, dass THET auch die sozioökonomischen Lebensbedingungen der Jugendlichen in die Jugendarbeit einbezieht. Im Rahmen dieses Projektes wird die sexuelle Aufklärung deshalb mit Sensibilisierungskampagnen zu Themen wie Gewalt, Pubertät sowie den sozialen und psychischen Aspekten der Persönlichkeitsbildung verknüpft werden. Saratow - ein Modell mit Zukunft? Die Tuberkulose hat sich in den vergangenen Jahren in Russland epidemieartig ausgebreitet und bedroht vor allem unterprivilegierte Bevölkerungsschichten. Veraltete Behandlungskonzepte haben die Morbidität und Mortalität in der Zivilbevölkerung rapide ansteigen lassen. Besonders in Gefängnissen entstehen Infektionsherde, die kaum noch beherrschbar sind. Arzneiresistente Stämme haben dramatisch zugenommen. und erschweren die Therapie. Einer Ansteckungswelle scheint Tür und Tor geöffnet. Anlass genug für den GPHF auf Anfrage des Bundesgesundheitsministeriums ein Modellprojekt zur Kontrolle der Lungentuberkulose im Gebiet von Saratow an der Wolga - nordöstlich von Wolgograd - zu unterstützen. Neben dem Ministerium sind das Auswärtige Amt, die Weltgesundheitsorganisation, die Johanniter International (JOIN) sowie die örtlichen Gesundheitsbehörden als Projektpartner beteiligt. Das Gebiet von Saratow umfasst ca. 100 km2 mit nahezu 2,8 Millionen Einwohnern. Ende 2000 waren hier über 11.000 Tuberkulosefälle gemeldet - jeder dritte Fall ansteckend.
Modellprojekt für 500 Patienten Das Projekt, das sich zunächst auf zwölf Monate erstreckt und maximal 500 Patienten umfassen wird, gliedert sich in drei Phasen. Im Mittelpunkt steht zunächst die Schulung des medizinischen Personals nach den aktuellen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (DOTS). Daran schließt sich die Auswahl der medizinischen Einrichtungen und Patienten an, die an dem Projekt beteiligt werden. Alle medizinischen Einrichtungen müssen dabei über standardisierte Möglichkeiten zur mikroskopischen Diagnostik des Sputums verfügen. In der dritten Stufe werden schließlich die Therapien für die einzelnen Patientengruppen definiert und durchgeführt. Im Rahmen der Projektförderung werden alle für die Therapie erforderlichen Medikamente und medizinischen Verbrauchsgüter zur Verfügung gestellt. Der GPHF wird die Standardausstattung eines Labors mit Material für die Sputumuntersuchungen einschließlich der erforderlichen Schutz- und Hygienemaßnahmen im Projektgebiet finanzieren. Myanmar: Projekt für Schulkinder Anknüpfend an die erfolgreichen Projekte des GPHF mit der Weltgesundheitsorganisation auf der tansanischen Insel Pemba, den Seychellen und in Laos werden beide Partner in den Jahren 2001 und 2002 ein Projekt in Myanmar zur Therapie parasitärer Wurminfektionen (Ascaris lumbricoides) durchführen. Zielgruppe sind 100.000 Kinder in dem südostasiatischen Land, die über 350 Schulen unmittelbar erreicht werden können. Neben der medikamentösen Behandlung der die inneren Organe massiv schädigenden Infektionen stehen das Training von Lehrern und freiwilliger Helfern sowie die Gesundheitsaufklärung der Kinder im Mittelpunkt. Myanmar, das ehemalige Birma, ist seit 1948 unabhängig und zählt heute ca. 4,5 Millionen Einwohner, die überwiegend von der Landwirtschaft leben. Geringes Wachstum, hohe Inflation und staatlicher Dirigismus stehen einer wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung in der ehemaligen britischen Kolonie im Wege. Das BIP Pro-Kopf und Jahr beträgt noch immer nicht mehr als 300 US-Dollar.
Dank an Spender: Der GPHF dankt folgenden Spendern für die großzügige Unterstützung seiner Projektarbeit in diesem Jahr: • Aventis Pharma
Deutschland GmbH
Input GmbH ist neues Mitglied im GPHF Die INPUT GmbH ist seit Dezember 2000 neues Mitglied im GPHF. Das 1991 gegründete Unternehmen mit Sitz in Aachen, das als unabhängiges Forschungsinstitut für die pharmazeutische Industrie und Medizintechnikunternehmen tätig ist, beschäftigt zur Zeit 40 Mitarbeiter. Neben dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) gehören dem GPHF damit jetzt 21 Unternehmen als Mitglieder an. Schwerpunkte der INPUT GmbH sind Durchführung von klinischen Prüfungen und Anwendungsbeobachtungen, Biometrie und Statistik sowie epidemiologische und pharmako-ökonomische Fragestellungen. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrungen in den Bereichen Konzeption und Realisation von Patientenschulungsprogrammen, Ärzte-Fortbildungsmaßnahmen und Informationsmaterial für den Außendienstmitarbeiter. Bereits in den vergangenen Jahren hat das Unternehmen verschiedene Hilfsprojekte unterstützt, zum Teil mit Geld- aber auch mit Sachspenden, wie z.B. diagnostischen Geräten, die nach Beendigung klinischer Prüfungen nicht mehr benötigt wurden. Zu diesen Projekten gehörte eine Kinderambulanz in Bombay, eine Slum-Ambulanz in Johannisburg sowie die Äthiopienhilfe von Karl-Heinz Böhm. Neben der allgemeinen Unterstützung der GPHF-Projektarbeit wird die Input GmbH den GPHF zukünftig auch auf wissenschaftlichem Gebiet unterstützen, beispielsweise durch die medizinische Konzeption von Modellprojekten oder die Auswertung von projektbegleitenden Untersuchungen.
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