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Management der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern Neuartiges Fortbildungsangebot des GPHF unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit / Pilotseminar im Oktober Der German Pharma Health Fund e.V. (GPHF) bietet vom 20. bis zum 25. Oktober erstmals ein Fortbildungsseminar über das Management der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern an. Ziel ist es, pharmazeutische, ökonomische und rechtliche Prinzipien in ein Gesamtkonzept zu stellen und durch praxisnahes Wissen um die besonderen Bedingungen und Anforderungen der Arzneimittelversorgung in den Entwicklungsländern zu ergänzen. Partner des GPHF bei der Entwicklung und Durchführung des Seminars ist das Pharmazeutische Institut der Universität Mainz. Das Seminar gliedert sich in sechs Themenblöcke - Arzneimittelqualität, Arzneimittelsicherheit, Beschaffung von Arzneimitteln, Logistik der Arzneimittelversorgung, Betriebswirtschaft und Ökonomie - und endet mit einer Abschlussprüfung, die vom Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker abgenommen und bescheinigt wird. In den einzelnen Themenblöcken werden von der Qualitätskontrolle über die Beschaffung im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen bis zu Finanzierungsstrategien, alle für die Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern charakteristischen Fragestellungen behandelt. Zu den einzelnen Themen konnte der GPHF auf die Expertise aus seinen Mitgliedsunternehmen zurückgreifen und Fachleute u.a. der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission, der Apotheker ohne Grenzen Deutschland und des Malteser Hilfsdienstes als Referenten gewinnen. Wissen wird praxisorientiert vermittelt Zielgruppe des Seminars sind vor allem Apotheker, Doktoranden, Pharmaziepraktikanten und Pharmaziestudenten höherer Fachsemester aus Entwicklungsländern mit dem Ziel der Rückkehr in ihre Heimatländer. Aber auch entsprechende Personen aus Deutschland mit dem Einsatzziel Entwicklungszusammenarbeit können sich um eine Teilnahme bewerben. Dr. Richard Jähnke vom GPHF, der das Seminarkonzept gemeinsam mit Professor Dannhardt vom Pharmazeutischen Institut der Universität Mainz entwickelt hat, kennt die Situation in vielen Entwicklungsländern aus eigener Anschauung: "Viele Menschen, die dort in der Arzneimittelversorgung tätig sind, sind sehr engagiert. Oftmals fehlen ihnen aber nicht nur Ressourcen, sondern auch Wissen, wie sie beispielsweise den Bedarf an Arzneimitteln ermitteln oder die Qualität einer gelieferten Ware überprüfen können. Hier wollen wir mit unserem Angebot gezielt und praxisorientiert Abhilfe schaffen." Professor Dannhardt sieht in dem neuen Angebot auch eine sinnvolle Ergänzung der klassischen universitären Ausbildung: "Nicht jeder unserer Studenten möchte selbstständig in einer Apotheke arbeiten. Eine zusätzliche Qualifikation für einen Einsatz in einem Entwicklungsland könnte für den einen oder anderen auch neue berufliche Perspektiven eröffnen. Und das gilt nicht nur für Studierende, die aus diesen Ländern zur Ausbildung zu uns kommen."
Das Programm des Fortbildungsseminars Breite Unterstützung Die Schirmherrschaft über das Seminar hat bereits das Bundesministerium für Gesundheit übernommen. Unterstützung erfährt das neue GPHF-Projekt aber auch vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das die Durchführung einer solchen Fortbildung ausdrücklich begrüßt. Maßgeblich gefördert wird die Veranstaltung darüber hinaus vom Land Rheinland-Pfalz. In einem Grußwort würdigt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck das Seminar als gelungenes Beispiel einer Public Private Partnership, in deren Rahmen in kurzer Zeit eine Idee zum Leben geweckt wurde. Zu den Partnern des GPHF zählt im übrigen auch das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker, das eigens eine Prüfung für die Teilnehmer entwickeln und abnehmen wird. Die Leitung des Seminars wird in den Händen von Apotheker Dr. Jähnke liegen. Die Finanzierung der Fortbildung erfolgt vollständig durch den GPHF, der auch alle Übernachtungs- und Verpflegungskosten für die Teilnehmer sowie die Kosten für die Erarbeitung und Bereitstellung der Seminarunterlagen tragen wird. Große Resonanz Die Teilnehmerzahl des Pilotseminars, das im Bundesjugendbildungszentrum des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Oberursel bei Frankfurt am Main stattfinden wird, ist auf 25 beschränkt und bereits jetzt ist abzusehen, dass die Veranstaltung ausgebucht sein wird. Dr. Carola Fink-Anthe, Vorstandsmitglied des GPHF: "Wir sind froh, dass unsere Projektidee nicht nur bei unseren Projektpartnern großen Anklang gefunden hat, sondern offensichtlich auch bei den Studenten. Wir sind sehr zuversichtlich, dass auch das Seminar so wie geplant ablaufen wird und wir diese Fortbildung zukünftig regelmäßig anbieten können."
In vielen Entwicklungsländern erfolgt der Vertrieb von Arzneimitteln auf offener Straße. Nähere Informationen zu dem Fortbildungsseminar "Management der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern" sind bei der Geschäftsstelle des GPHF erhältlich.
Myanmar: GPHF-Projekt mit ehrgeizigen Zielen Ambitionierte Ziele verfolgen der GPHF und seine beiden Projektpartner, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die nationalen Gesundheitsbehörden, im südostasiatischen Myanmar: Im Rahmen eines Schulprojektes sollen bis 2004 weit über 250.000 Kinder nachhaltig vor gefährlichen, durch Parasiten übertragene Infektionen geschützt werden. In einigen Dörfern Myanmars sind heute über 90 Prozent der Kinder von diesen Infektionen betroffen. Im Rahmen einer Inspektionsreise konnten die verantwortlichen WHO-Experten jetzt eine positive Bilanz der ersten Projektphase ziehen. Nach Durchführung epidemiologischerUntersuchungen wurden bereits mehrere hundert Lehrer in die Verteilung der zur Behandlung vorgesehenen Medikamente eingewiesen, so dass in Kürze die ersten 25.000 Kinder therapiert werden können. Vorbereitet wurde auch die Produktion und Distribution von Informations- bzw. Aufklärungsmaterialien in der Landessprache, die begleitend zur Prävention eingesetzt werden sollen. Schritt für Schritt wird in den nächsten Monaten auch das Projektgebiet ausgeweitet. Bereits in den kommenden Wochen soll in zwei weiteren Distrikten mit dem Training der Lehrer zur Vorbereitung der medikamentösen Therapie begonnen werden. Myanmar auf einen Blick: Größe: ca. 680.000 qkm, d.h. fast zweimal so groß
wie Deutschland Quelle: Auswärtiges Amt
Neues Faltblatt stellt GPHF vor Ein neues 6-seitiges Faltblatt stellt den GPHF und seine Projekte vor. Im Mittelpunkt der Publikation stehen das GPHF-Minilab®, die Koordination von Arzneimittelspenden sowie die Fortbildungsseminare "Management der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern". Eine deutsche und eine englische Version des Faltblatts sind über die GPHF-Geschäftsstelle zu beziehen.
Bhutan: Minister marschiert für Gesundheit Eine ungewöhnliche Idee hat der Gesundheitsminister des kleinen asiatischen Staates Bhutan, Sangay Ngedup, um auf die Gesundheitsprobleme in seiner Heimat aufmerksam zu machen. Ab dem 25. September wird der Minister zu einem über 500 km langen Marsch durch das Königreich aufbrechen und dabei Höhenunterschiede von über 4.000 Metern zu meistern haben. Der Minister hofft, auf diesem Wege internationale Unterstützung für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung seiner ca. 700.000 Landsleute zu erlangen. Via Internet (www.move4health.gov.bt) kann man sich über den Erfolg des Ministers informieren.
Kosovo: GPHF engagiert sich beim Aufbau der pharmazeutischen Versorgung Zukünftig wird sich der GPHF auch beim Wiederaufbau der pharmazeutischen Versorgung im Kosovo engagieren. Für zunächst sechs Monate wird der GPHF Finanzmittel für den Betrieb und Unterhalt einer Abgabestelle für Medikamente in der Ortschaft Recane bereit stellen. Gegen eine symbolische Gebühr von 50 Cent sollen dort mittellose Menschen Rezepte einlösen können, die sonst aus Kostengründen von einer Versorgung mit Arzneimitteln ausgeschlossen blieben. Partner vor Ort wird die Hilfsorganisation Primedic sein. Bereits unmittelbar nach dem Kosovo-Krieg hatte der GPHF in großem Umfang Arzneimittelspenden seiner Mitglieder für die Versorgung der Bevölkerung im Kosovo zur Verfügung gestellt.
GPHF unterstützt Hilfsprojekt in Kenia Der GPHF unterstützt seit wenigen Wochen ein Projekt zur Bekämpfung der grassierenden HIV/AIDS- und TB-Infektionen in den Armensiedlungen von Nairobi. Projektpartner des GPHF in Kenia sind die African Medical and Research Foundation (AMREF) sowie die Malteser Deutschland. Im Projektgebiet, dem Armenviertel Kibera am Rande Nairobis, leben ca. 650.000 Menschen. Es zählt damit zu den größten Slums Afrikas. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der dort lebenden Menschen beträgt USD 0,2 am Tag. Sauberes Wasser, Elektrizität oder medizinische Versorgungseinrichtungen sind bestenfalls in Ansätzen vorhanden. Der Ausbreitung von TB und HIV/AIDS sind kaum Grenzen gesetzt. Allein die Zahl der Tuberkulosefälle hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Bedingt durch die andauernde wirtschaftliche Krise Kenias zerfallen jetzt auch die letzten Reste der in der Vergangenheit aufgebauten Elemente einer Basisgesundheitsversorgung. Ziel des Projektes ist es, dieser Entwicklung entgegen zu wirken und gleichzeitig einer epidemischen Katastrophe in Kibera vorzubeugen. Dies soll zunächst durch die Einrichtung von fünf Untersuchungseinheiten zur Diagnose und Versorgung von Erkrankten, das Training von qualifiziertem Personal und die konsequente Nachsorge behandelter Patienten erreicht werden. Die Projektpartner hoffen, in einem Zeitraum von drei Jahren wieder ein Fundament einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung in Kibera legen zu können.
Minilabs und Arzneimittel für Afghanistan Arzneimittel im Wert von ca. 60.000 Euro haben GPHF-Mitgliedsunternehmen in den vergangenen Wochen für die Versorgung afghanischer Kinder gespendet. Im Rahmen der Koordination von Arzneimittelspenden durch den GPHF wurden sie der Hilfsorganisation Hammer Forum e.V. zur Verfügung gestellt, die sich bereits seit Jahren um die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung in Afghanistan müht. Die Arzneimittel, die zu großen Teilen bereits vor Ort eingetroffen sind, sollen vor allem in der Kinderklinik der afghanischen Hauptstadt Kabul eingesetzt werden. In Kabul werden zukünftig auch zwei GPHF-Minilabs über die Arzneimittelqualität wachen. Auf Bitten des Instituts für Pharmazeutische Technologie der Universität Düsseldorf spendet der GPHF zwei der mobilen Kompaktlabors für die pharmazeutische Fakultät der Universität Kabul. Wie notwendig die Unterstützung für den Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung in Afghanistan nach wie vor ist, dokumentiert der Bericht einer Delegiertenreise des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, die im Frühjahr 2002 stattgefunden hat. Bezogen auf den Zustand der pharmazeutischen Fakultät in Kabul heißt es dort ernüchternd: "Der Pharmazie in Kabul fehlt es an allem."
Auch in Afghanistan wird das Minilab zukünftig eingesetzt.
"Global Forum on Pharmaceutical Anticounterfeiting" in der Schweiz Vom 22. bis 25. September 2002 findet in Genf die erste internationale Fachtagung statt, die sich ausschließlich mit dem Thema Arzneimittelfälschungen befassen wird. Referentin wird u.a. auch die Vorsitzende des GPHF, Dr. Gabriele Küsters, sein. Sie wird zum Thema "Partnerships for Public Awareness and Patient Protection" sprechen und vor allem über die Erfahrungen des GPHF mit dem Minilab berichten.
Quotenrekord durch GPHF-Minilab® Das GPHF-Minilab® hat dem ARDWissenschaftsmagazin Globus zu einem Quotenrekord verholfen. Der Beitrag "Gefälschte Medikamente - Gefahr auch für deutsche Patienten", der am 24. Juli 2002 ausgestrahlt wurde und in dem das GPHF-Minilab® vorgestellt wurde, erzielte mit fast 12 Prozent (oder 2,84 Mio. Zuschauern) eine höhere Einschaltquote als die unmittelbar folgenden Tagesthemen. Das hat es nach Aussagen des verantwortlichen Redakteurs "in der Geschichte von Globus bisher noch nie gegeben".
Saratow-Projekt vor erfolgreichem Abschluss Vor einem erfolgreichen Abschluss steht das Modellprojekt zur Diagnose und Therapie der Tuberkulose in der russischen Stadt Saratow, das der GPHF in den vergangenen zwei Jahren unterstützt hat. Ziel des Projektes war es, beispielhaft zu zeigen, wie durch eine Verbesserung der Diagnoseeinrichtungen und die Einführung moderner Therapiekonzepte die ungehemmte Verbreitung der TB gestoppt werden kann. Projektpartner des GPHF in Saratow sind das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und die Johanniter International. Seit Juni 2001 wurden 512 Patienten im Rahmen des Projekts behandelt. Innerhalb von zwei Monaten waren bereits 87 Prozent der Patienten sputumnegativ, d.h. ihre Erkrankung war nicht mehr ansteckend. Nach Ansicht des Projektleiters Dr. Martin Friedrichs bestehen gute Aussichten, dass die im Rahmen des Projekts aufgebauten Strukturen es in absehbarer Zeit ermöglichen, die TB in der Region Saratow zu beherrschen. In den nächsten Wochen erwartet der GPHF den Abschlussbericht des Projekts, der auch Aufschlüsse darüber liefern soll, inwieweit Projekterfahrungen auch auf andere Regionen in Russland mit vergleichbaren Gesundheitsproblemen übertragen werden können.
Dank an Spender Der GPHF dankt folgenden Spendern für die großzügige Unterstützung seiner Projektarbeit:
Donations - Publikation der IFPMA Der internationale Pharmaverband IFPMA hat unter dem Titel "Donations of Medicines Through Partnership Programs" eine Broschüre veröffentlicht, die die vielfältigen Arzneimittelspenden-Projekte der pharmazeutischen Industrie zusammenfassend darstellt. Vorgestellt wird u.a. auch die Koordination von Arzneimittelspenden durch den GPHF. Exemplare der Publikation sind kostenlos über die Geschäftsstelle des GPHF zu beziehen.
Gesundheit schafft Entwicklung - GPHF plant Informationsveranstaltung in Berlin Am 10. Dezember 2002 plant der GPHF eine Informationsveranstaltung in Berlin. Unter dem Titel "Gesundheit schafft Entwicklung" sollen Politiker, internationale Gesundheitsexperten sowie Repräsentanten der pharmazeutischen Industrie über neue Wege zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in den Entwicklungsländern informieren. Als Redner eingeladen sind neben hochrangigen Vertretern des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit auch der Gesundheitsminister aus Burundi, Repräsentanten der Weltgesundheitsorganisation, des internationalen Pharmaverbandes IFPMA, des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller und mehrerer forschender pharmazeutischer Unternehmen. Besonderes Augenmerk wird die Veranstaltung auf die Darstellung und die Perspektiven kooperativer Bemühungen staatlicher und privater Organisationen im Rahmen sogenannter Public Private Partnerships legen. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Politiker, Vertreter von Entwicklungshilfeorganisationen, Vertreter der pharmazeutischen Industrie sowie an Journalisten. Über die Geschäftsstelle des GPHF und im Internet sind in Kürze Einzelheiten zum Programm der Veranstaltung zu erfahren.
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