GPHF NEWS II / 2007

- Projektarbeit des GPHF endet am 30. Juni 2007
- GPHF-Minilab® in neuer Trägerschaft
- VFA koordiniert zukünftig Arzneimittelspenden
- Dank an Projektpartner
- Modellprojekte für Entwicklungsländer
- Letztmalige Förderung des Bhutan-Projekts
- Indien: Rolling Clinic erhielt erneut Hilfe
- Auch weitere Mittel für Attat-Krankenhaus
- Inhalte von GPHF-Website bleiben online
- GPHF-Geschäftsstelle weiter erreichbar
- In eigener Sache

 

Projektarbeit des GPHF endet am 30. Juni 2007
Mitglieder beschließen Auflösung des Vereins / Individuelles Engagement der Mitgliedsunternehmen steht heute im Mittelpunkt

Die Mitglieder des German Pharma Health Fund e.V. (GPHF) haben im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung am 27. März in Frankfurt am Main beschlossen, den Verein zum 30. Juni 2007 aufzulösen. Mit diesem Datum endet offiziell auch die Projektarbeit, die der Verein seit 1985 sehr erfolgreich in zahlreichen Entwicklungsländern Afrikas, Asiens und Südamerikas durchgeführt hat. Der Vorstand des GPHF hat in den letzten Wochen dafür Sorge getragen, dass alle laufenden Projekte des Vereins ordnungsgemäß abgeschlossen und alle Verpflichtungen, die der Verein gegenüber nationalen und internationalen Projektpartnern eingegangen ist, vereinbarungsgemäß erfüllt werden können.

In enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern führte der GPHF seine Projekte in vielen Entwicklungsländern durch.

Als der Verein Ende 1985 mit seiner Projektarbeit begonnen hat, war er – von Ausnahmen abgesehen – die einzige entwicklungspolitische Initiative der pharmazeutischen Industrie in Deutschland. Diese Situation hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend geändert, denn viele pharmazeutische Unternehmen unterhalten bzw. fördern heute eigene entwicklungspolitische und auf die Verbesserung der Gesundheitsversorgung ausgerichtete Projekte. Wenn man so will, war der GPHF Vorreiter eines gemeinnützigen und entwicklungspolitischen Engagements, das seither von vielen Einzelunternehmen der pharmazeutischen Industrie aufgegriffen wurde.

Diese Entwicklung hat in den vergangenen Jahren auch zu einer sukzessiven Beschränkung der Handlungsmöglichkeiten des GPHF geführt, die eine eigenständige, ausschließlich durch Spenden seiner Mitglieder finanzierte Projektarbeit des Vereins, die zudem dem satzungsgemäßen Anspruch einer Realisierung von Modellprojekten gerecht wird, zukünftig nicht mehr möglich macht. Die Mitgliederversammlung des GPHF hat daher beschlossen, die Projektarbeit des Vereins jetzt einzustellen, bevor eingegangene Projektverpflichtungen zukünftig unter Umständen nicht mehr erfüllt werden können.

Zum 30. Juni wird der GPHF alle seine Projektverpflichtungen im Rahmen seiner laufenden Projektarbeit erfüllt und gleichzeitig die Projekte GPHF-Minilab® und GPHF-Arzneimittelnothilfe in die Hände neuer Träger übergeben haben, die die Gewähr für eine erfolgreiche Weiterführung bieten.

Der Vorstand des GPHF ist daher auch zuversichtlich, dass sich die Ideen, die sich seit 1985 mit den Projekten des Vereins verbunden haben, auch weiterhin sowohl in der Tätigkeit der neuen Träger der bisherigen GPHF-Projekte als auch in den vielfältigen Initiativen einzelner pharmazeutischer Unternehmen für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern widerspiegeln werden.

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GPHF-Minilab® in neuer Trägerschaft
Neuer Verein übernimmt das mobile Kompaktlabor / Initiative der Merck KGaA

Weltweit befinden sich heute bereits 240 Minilabs im Einsatz.

Das vom GPHF seit Mitte der 90er Jahre entwickelte mobile Kompaktlabor zur Entdeckung gefälschter Arzneimittel hat sich in den vergangenen Jahren unzweifelhaft zu dem Vorzeigeprojekt des Vereins entwickelt. 240 Laboreinheiten sind heute in 65 Ländern der Erde im Einsatz, um Menschen vor einer nicht selten tödlichen Gefahr zu schützen.

Dem GPHF war es daher ein besonderes Anliegen, für das Minilab einen neuen Träger zu finden, der die Gewähr dafür bietet, dass das Projekt sich weiterhin so erfolgreich entwickelt. Mit dem Global Pharma Health Fund e.V., einer ausschließlich von der Merck KGaA geförderten Initiative, konnte dieser Träger jetzt gefunden werden. Bereits in der Vergangenheit hatte die Firma Merck als Mitglied des GPHF maßgeblich zum Erfolg des Minilabs beigetragen.

Schutz vor gefälschten Arzneimitteln: Das GPHF-Minilab®

Mit dem Kompaktlabor kann heute innerhalb kurzer Zeit die Qualität von mehr als vierzig Arzneimittelwirkstoffen bestimmt werden. Erst unlängst wurde dem Minilab eine weitere Testmethode für Oseltamivir, den Wirkstoff des Arzneimittels Tamiflu®, hinzugefügt, das in zunehmendem Maße als Fälschung auftaucht.

Für eine erfolgreiche Zukunft des Minilabs bürgt im übrigen auch der bisherige Projektleiter Dr. Richard Jähnke, der das Projekt auch beim Global Pharma Health Fund betreuen wird.

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VFA koordiniert zukünftig Arzneimittelspenden

Auch das zweite, vom GPHF in den vergangenen Jahren eigenständig entwickelte Projekt, die Koordination von Arzneimittelspenden im Falle humanitärer Notsituationen großen Ausmaßes, hat in den vergangenen Wochen einen neuen Träger gefunden. Zukünftig wird der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e. V. (VFA) in Berlin im Bedarfsfall entsprechende Anfragen entgegennehmen und koordinieren.

In der Vergangenheit konnte der GPHF in vielen Fällen in Katastrophengebieten dringend benötigte Arzneimittel als Spende seiner Mitgliedsunternehmen schnell und unbürokratisch zur Verfügung stellen. Grundlage dieser Koordination waren dabei die von der Weltgesundheitsorganisation entwickelten Leitlinien für Arzneimittelspenden.

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Dank an Projektpartner

Der GPHF dankt allen Partnern, die die Projektarbeit des Vereins seit 1985 im In- und Ausland begleitet haben – von der Bayerisch-Togoischen Gesellschaft und den SOS-Kinderdörfern in den Anfangsjahren des Vereins über die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und Misereor bis hin zu den Ärzten für die Dritte Welt oder der United States Pharmacopeia in jüngster Zeit.

Einen besonderen Dank richtet der GPHF an Frau Leonore Semler (AMREF Deutschland), Wolfram Aeckersberg (Technologie Transfer Marburg) und Dr. Lorenzo Savioli (Weltgesundheitsorganisation), die als langjährige und vertrauensvolle Partner des GPHF maßgeblich zum Erfolg der Projektarbeit des Vereins beigetragen haben.

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Modellprojekte für Entwicklungsländer
Ein Rückblick auf die Projektarbeit des GPHF 1985 – 2007

1985: Gründung des GPHF am 3. Dezember in Frankfurt am Main.

1986: Der GPHF realisiert in Togo sein erstes Projekt: Mit der Bayerisch-Togoischen Gesellschaft berät er Mitarbeiter im Gesundheitswesen über die richtige Anwendung, Lagerhaltung und Verteilung von Arzneimitteln.

1987: Der GPHF beginnt seine Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auf der Insel Pemba (Tansania) startet ein Modellprojekt zur Diagnose und Therapie parasitärer Infektionen./ Gemeinsam mit der Universität Bonn entwickelt der GPHF erste Methoden zur Identifikation von Arzneimittelfälschungen.

1988: Die Prävention von AIDS steht im Mittelpunkt eines Projektes mit der African Medical and Research Foundation (AMREF) in Kenia.

1990: Der GPHF publiziert das Handbuch Management of Drug Purchasing, Storage and Distribution. / Gemeinsam mit dem Hermann-Gmeiner-Fonds entwickelt der GPHF ein Modell zur besseren medikamentösen Versorgung in SOS-Kinderdörfern.

1991: Mit der WHO realisiert der GPHF ein Trainingsprogramm für die Arzneimittelbeschaffung in Afrika. / Der GPHF führt sein erstes Dialog-Forum durch, in dessen Rahmen aktuelle Fragen der Entwicklungszusammenarbeit diskutiert werden.

1992: Der GPHF setzt seine Zusammenarbeit mit der WHO zur Bekämpfung parasitärer Infektionen auf den Seychellen und in Laos fort.

1993: Aus der Zusammenarbeit mit der Universität Bonn geht die Publikation Simple Thin-layer Chromatographic Identification of Active Ingredients in Essential Drugs hervor./ In Kenia fördert der GPHF das AMREF-Projekt „Training and Development for Laboratories“.1994: Vor dem Hintergrund der zunehmenden Relevanz des Themas Arzneimittelfälschungen entwickelt der GPHF weitere Methoden zur Identifikation von Arzneimittelwirkstoffen und stellt sie der Öffentlichkeit vor.

1995: Das gemeinsam mit AMREF erarbeitete Handbuch Practical Laboratory Manual for Health Centres in Eastern Africa erscheint.

1996: Der GPHF beschließt die Entwicklung eines Testkits, mit dem Arzneimittelfälschungen schnell und zuverlässig erkannt werden können. / Der GPHF veröffentlicht einen Ratgeber zum Thema Arzneimittelfälschungen.

1997: In Usbekistan (Tuberkulose), Mauretanien (Infektionskrankheiten) und Indonesien (Jodmangel) führt die GPHF neue Projekte durch. / Das Testkit zur Identifikation von Arzneimittelfälschungen (GPHF-Minilab®) wird auf den Philippinen in der Praxis getestet.

1998: Der GPHF stellt sein Minilab nach weiteren erfolgreichen Tests der Öffentlichkeit vor. Mit dem weltweit einzigartigen Kompaktlabor können zwanzig Arzneimittelwirkstoffe getestet werden.

1999: Der GPHF koordiniert in großem Umfang Arzneimittelspenden seiner Mitglieder für die Kosovo-Flüchtlinge und die Erdbebenopfer in der Türkei.

2000: Auf Initiative des GPHF wird die Gemeinsame Erklärung zur guten Arzneimittelspenden-Praxis in Deutschland verabschiedet. Der Erklärung schließen sich zahlreiche Hilfsorganisationen an./ Das GPHF-Minilab® wird als beispielhaftes Gesundheitsprojekt auf der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover ausgestellt.

2001: Der GPHF bietet unter dem Namen Arzneimittelnothilfe zukünftig eine Koordination von Arzneimittelspenden an./ In der Republik Südafrika fördert der GPHF ein AIDS-Projekt der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung.

2002: In Myanmar setzt der GPHF seine Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation fort. / Unter dem Titel Management der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern bietet der GPHF unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit erstmals ein Fortbildungsseminar für Pharmaziestudenten an. / In Kenia fördert der GPHF ein weiteres AIDS-Projekt, Partner ist AMREF.

2003: Weltweit sind 100 Minilabs im Einsatz. / Der GPHF beschließt, ein auf fünf Jahre ausgelegtes Projekt der WHO in Bhutan zu unterstützen. Es zielt auf die Bekämpfung parasitärer Infektionen bei Schulkindern.

2004: Das vom GPHF konzipierte Seminar zum Management der Arzneimittelversorgung wird auch in Kenia durchgeführt.

2005: Aus Anlass seines 20-jährigen Bestehens beschließt der GPHF die Durchführung von zwei neuen Hilfsprojekten: in Indien gemeinsam mit dem Komitee Ärzte für die Dritte Welt und in Äthiopien mit BILD hilft e.V. und dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor.

2006: Der GPHF setzt die Förderung seiner Projekte in Äthiopien, Bhutan und Indien fort.

2007: Weltweit sind 240 Minilabs in 65 Ländern im Einsatz.

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Letztmalige Förderung des Bhutan-Projekts

Als eine seiner letzten Förderaktivitäten hat der Vorstand des GPHF beschlossen, das Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Diagnose und Therapie parasitärer Infektionen bei Kindern in Bhutan auch in diesem Jahr zu unterstützen. In jüngster Zeit konnten im Rahmen des Projektes, das vom GPHF seit fünf Jahren finanziell gefördert wird, beeindruckende Erfolge erzielt werden. Mit der letztmaligen Bewilligung einer Förderung erhofft sich der GPHF eine langfristige Absicherung der erzielten Verbesserungen auf dem Gebiet der Basisgesundheitsversorgung.

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Indien: Rolling Clinic erhielt erneut Hilfe

Engagiert leisten die Ärzte für die Dritte Welt mit der Unterstützung des GPHF medizinische Hilfe in Kalkutta.
Auch das zweite seiner so genannten Jubiläumsprojekte – die Unterstützung der Ärzte für die Dritte Welt in Kalkutta – ist vom GPHF in diesem Jahr mit einer weiteren Förderung bedacht worden. Im Frühjahr wurden dem Projektpartner erneut Mittel zum Betrieb von zwei mobilen Gesundheitsstationen in den Randbezirken der indischen Millionenmetropole zur Verfügung gestellt. Sie ermöglichen dort mittellosen Menschen ein Mindestmaß an medizinischer Betreuung und Versorgung.

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Auch weitere Mittel für Attat-Krankenhaus

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte der GPHF dem Attat- Krankenhaus in Äthiopien im Rahmen seiner Projektzusammenarbeit mit Bild hilft/Ein Herz für Kinder und Misereor die zweite vereinbarte Tranche der Projektmittel zur Verbesserung der Basisgesundheitsversorgung zur Verfügung gestellt. In dem Krankenhaus, ca. 150 km südlich der Hauptstadt Addis Abeba gelegen, werden jährlich ca. 70.000 Patienten medizinisch behandelt.

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Inhalte von GPHF-Website bleiben online

Auch wenn der GPHF zum 30.Juni 2007 seine Projektarbeit einstellen wird, bleibt die Website des Vereins (www.gphf.org) bis auf weiteres online. Besucher der Seite werden dann entsprechend über die neue Situation informiert. Zentrale Inhalte der Seite zu den Projekten GPHF-Minilab® und GPHF-Arzneimittelnothilfe werden zudem den neuen Projektträgern zur Verfügung gestellt.

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GPHF-Geschäftsstelle weiter erreichbar

Die Geschäftsstelle des GPHF, die sich seit Anfang des Jahres in Frankfurt am Main befindet (Adresse siehe Impressum), bleibt bis auf weiteres erreichbar. Sie wird in den nächsten Monaten in Abstimmung mit dem Vorstand des GPHF für die ordnungsgemäße Auflösung des Vereins Sorge tragen.

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In eigener Sache

Seit 1991 hat der GPHF die interessierte Öffentlichkeit in Deutschland mit den GPHF News kontinuierlich über seine Projektarbeit informiert. Nahezu 50 Ausgaben des Newsletters sind seitdem erschienen, der seit Ende der 90er Jahre auch in englischer Sprache weltweit distribuiert wurde. Aufgrund der Auflösung des GPHF verabschiedet sich die Redaktion mit dieser Ausgabe von Ihnen und bedankt sich gleichzeitig für das langjährige Interesse.

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