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Test gegen Arzneimittelfälschungen Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit in Deutschland und einer intensiven Testphase in Afrika und Asien wird der GPHF im September die von ihm gemeinsam mit Professor Peter Pachaly (Universität Bonn) und dem Missionsärztlichen Institut Würzburg entwickelte einfache Testmethode zur Aufdeckung von Arzneimittelfälschungen und Substandard Drugs - das sogenannte GPHF-Minilab® - der Öffentlichkeit vorstellen. Im Rahmen eines Pressegespräches, das am 15. September in Frankfurt am Main stattfinden wird, werden Vertreter des GPHF und des Missionsärztlichen Instituts das Minilab und seine Arbeitsweise demonstrieren. Im Anschluß an das Pressegespräch ist eine gesonderte Vorstellung der Testmethoden für Organisationen der Entwicklungshilfe geplant.
Gegenwärtig nimmt GPHF-Projektleiter Dr. Jähnke die letzen Adjustierungen an der Ausstattung des Minilabs vor, dessen Vertrieb über den Technologie Transfer Marburg (TTM) erfolgen wird. Das komplette Labor, mit dem die 15 wichtigsten Arzneimittelwirkstoffe quantitativ und qualitativ bestimmt werden können, ist in zwei Koffern untergebracht und wiegt nur ca. 20 kg. Im Oktober wird Dr. Jähnke das GPHF-Minilab® auch dem Arbeitskreis für medizinische Entwicklungshilfe (AKME) vorstellen. Eine weitere Präsentation ist im Rahmen des Kongresses "Theorie und Praxis der Humanitären Hilfe" vorgesehen, der vom 16. - 18. Oktober 1998 von der Ärztekammer Berlin veranstaltet wird. Eine achtseitige Informationsbroschüre über das GPHF-Minilab®, seine Ausstattung und seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten wird ab September kostenlos über die Geschäftsstelle des GPHF, Postfach 150 123, 60061 Frankfurt am Main, Tel./Fax: 069 / 63 15 32 57, zu beziehen sein. Dort ist auch das Faltblatt "Arzneimittelfälschungen" erhältlich, das jetzt in einer aktualisierten Fassung vorliegt.
Wer oder was ist eigentlich ... TTM? TTM - hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich nicht etwa ein neuartiger Sprengstoff, sondern ein gemeinnütziger Verein, der sich die Versorgung von Entwicklungshilfeprojekten mit medizinischen Geräten, Einrichtungen und Verbrauchsmaterialien zur Aufgabe gemacht hat. TTM steht in diesem Zusammenhang für Technologie Transfer Marburg in die Dritte Welt e.V. Im Rahmen des Projekts GPHF-Minilab® wird der GPHF einen Lizenzvertrag mit TTM schließen, der TTM mit der Konfektionierung und dem Vertrieb des Minilabs beauftragt. Planung - Lieferung - Nachversorgung, auf diesen drei Säulen ruht das Konzept des TTM, der seit wenigen Wochen in Cölbe bei Marburg neue Räumlichkeiten bezogen hat. Von der Bedarfsermittlung über die Produktion und die Installation bis hin zur Fortbildung bietet TTM ein umfassendes Programm, das auf eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern zielt. So ermittelt TTM etwa vor Ort den Bedarf an Medizintechnik und erarbeitet Ausstattungsvorschläge, die an die lokalen Bedingungen und das vorhandene Budget angepaßt sind. Zum Beispiel werden auf diese Weise individuelle Einrichtungen für Labors, OP-Saalausrüstungen und Entbindungsstationen für Krankenhäuser oder kleine Gesundheitsstationen zusammengestellt. TTM stellt aber auch Produkte her, die unter den schwierigen Bedingungen der Entwicklungsländer benötigt werden und die sich durch Langlebigkeit und einfache Bedienung auszeichnen müssen. Dieser Service reicht bis zu Spezialanfertigungen. So wurde beispielsweise für einen afrikanischen Augenarzt ein VW-Bus zur mobilen Praxis mit allen Untersuchungsgeräten ausgebaut. Ein weiterer Schwerpunkt von TTM ist die Aufarbeitung und Überholung gebrauchter medizinischer Geräte aus Deutschland, die im Anschluß zum Selbstkostenpreis an Gesundheitsprojekte in aller Welt abgegeben und bei Bedarf durch Techniker von TTM vor Ort installiert werden. Für den GPHF hat TTM im vergangenen Jahr bereits die zehn Prototypen des Minilabs zur
Aufdeckung von Arzneimittelfälschungen zusammengestellt. Aufgrund der positiven
Erfahrungen, die der GPHF im Rahmen dieser Zusammenarbeit gemacht hat, hat er sich
entschlossen, auch weiterhin im Rahmen des Projektes GPHF-Minilab® eng mit TTM
zusammenzuarbeiten.
GPHF-Umfrage Die im Verband Forschender Arzneimittelhersteller bzw. im GPHF organisierten Arzneimittelhersteller spenden regelmäßig und in großem Umfang Arzneimittel zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in allen Teilen der Welt - das ist das zentrale Ergebnis einer Befragung zum Thema Arzneimittelspenden, die die Geschäftsstelle des GPHF im Frühjahr 1998 durchgeführt hat. Zielsetzung der Befragung war es, dem Vorstand des GPHF Anhaltspunkte für ein zukünftiges Engagement des Vereins auch auf diesem Gebiet zu liefern. Nach Auswertung der Befragung, an der sich insgesamt 31 Unternehmen beteiligt haben, hat der GPHF-Vorstand jetzt entschieden, Maßnahmen zu entwickeln, die insbesondere den Informationsaustausch zwischen den spendenden Unternehmen auf dem Gebiet der Arzneimittelspenden verbessern können. Unter der Verantwortung des GPHF-Vorstandsmitglieds Dr. Fink-Anthe bereitet der GPHF gegenwärtig einen konkreten Projektplan vor.
Aus der GPHF-Projektarbeit Die vom GPHF geförderten Projekte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Laos, Mauretanien und Indonesien verlaufen weiterhin planmäßig. Alle drei Vorhaben werden in enger Kooperation mit den Gesundheitsbehörden vor Ort durchgeführt und sind als regionale Modellprojekte angelegt, so daß ihre Ergebnisse zukünftig auf Gebiete bzw. Länder mit vergleichbaren Gesundheitsproblemen übertragbar sein werden. In Laos und Mauretanien arbeitet der GPHF im Rahmen der Projekte daher auch eng mit der Abteilung Control of Tropical Diseases (CTD) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen. In der Provinz Champassak im Südwesten von Laos zielt das Engagement des GPHF auf den Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur zur Diagnose und Therapie der weit verbreiteten parasitären Infektionen. Nach dem erfolgreichen Abschluß der ersten Projektphase, in dessen Mittelpunkt die Bereitstellung der umfangreichen Projektausrüstung und die Erhebung der Prävalenz standen, wurde zwischenzeitlich ein neuer Vertrag zwischen der WHO und dem GPHF unterzeichnet, der die Fortsetzung des Projekts 1998 und 1999 sicherstellt. Ziel der Projektpartner ist es, die Infektionsraten in diesem Zeitraum nachhaltig zu reduzieren und eine leistungsfähige Basisgesundheitsversorgung zu etablieren. Ein Zwischenbericht, der den GPHF Ende Mai erreichte, bestätigte erneut die optimistischen Erwartungen, die sich mit dem Modellprojekt in Mauretanien zur Reduzierung und dauerhaften Kontrolle von Schistsomiasis- und Darmparasiten-Infektionen verbinden. Aufgrund der vorliegenden Zwischenergebnisse hat die Weltgesundheitsorganisation dem GPHF bereits eine Fortsetzung der Zusammenarbeit in den kommenden Jahren in Mauretanien angeboten. Eine diesbezügliche Entscheidung des GPHF wird allerdings frühestens nach Abschluß und Auswertung der ersten Projektphase Ende diesen Jahres getroffen werden können. Ungeachtet der wirtschaftlichen und politischen Probleme in Indonesien scheint auch das auf zwölf Monate befristete Modellprojekt zur Diagnose von Jodmangelerkrankungen weiterhin planmäßig zu verlaufen. In Indonesien gelten Jodmangelerkrankungen als bedeutendes Problem der Volksgesundheit, von dem vor allem Kinder betroffen sind. Die vom GPHF unterstützten Diagnosemaßnahmen, die u.a. in Zusammenarbeit mit der Universität Jakarta durchgeführt werden, sind Bestandteil einer umfassenden Informationskampagne, in deren Rahmen die indonesische Bevölkerung über die gesundheitlichen Gefahren des Jodmangels aufgeklärt werden soll.
Im Rahmen ihrer 51. Generalversammlung im Mai in Genf hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den neuen Weltgesundheitsbericht vorgestellt. Unter dem Titel "Das Leben im 21. Jahrhundert - eine Perspektive für Alle" gibt der Bericht einen Ausblick auf die weltweite Gesundheitsentwicklung bis zum Jahre 2025. Die WHO geht davon aus, daß die Weltbevölkerung bis zu diesem Zeitpunkt auf acht Milliarden anwachsen wird. Obwohl Unterernährung und Infektionskrankheiten bei Kindern nach Einschätzung der Genfer Gesundheitsexperten im 21. Jahrhundert zurückgehen werden, ist auch im Jahre 2025 damit zu rechnen, daß weltweit noch immer fünf Millionen Kinder jährlich sterben werden bevor sie das 5. Lebensjahr erreicht haben. Gleichzeitig prognostiziert die WHO einen weiteren Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung, die allerdings zwischen einzelnen Industrie- und Entwicklungsländern bis zu 30 Jahren differieren wird. Während die WHO den Industrieländern einen weiteren Anstieg der kardiovaskulären, zelebralen und Krebserkrankungen vorhersagt, müssen sich die Entwicklungsländer darauf einstellen, zukünftig auch in stärkerem Maße von den lifestylebedingten Krankheiten betroffen zu sein. Vor dem Hintergrund der aktuellen Daten für das Jahr 1997, in dem sich die altbekannten Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Malaria wieder millionenfach ihre Opfer in den Entwicklungsländern gesucht haben, sind dies wahrlich keine optimistisch stimmenden Perspektiven.
Steht die WHO vor einem neuen Anfang? Die diesjährige Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf, an der Delegierte aus 191 Ländern teilgenommen haben, war in zweifacher Hinsicht von besonderer Bedeutung. Zum einen beging die WHO ihren 50. Geburtstag, zum anderen verbinden sich mit der Wahl der neuen Generaldirektorin Dr. Gro Harlem Brundtland vielfältige Hoffnungen im Hinblick auf die zukünftige Rolle der internationalen Gesundheitsorganisation.
Am 7. April 1948, der bis heute als Weltgesundheitstag begangen wird, ist die Satzung der WHO in Kraft getreten. Trotz aller und in Teilbereichen sicher auch gerechtfertigten Kritik kann man das Wirken der WHO in seiner Gesamtheit seitdem nur als segensreich und unverzichtbar bezeichnen. Die bemerkenswerten Erfolge, die in der Vergangenheit beispielsweise auf dem Gebiet der Seuchenbekämpfung erzielt wurden, demonstrieren eindringlich, in welchem Maße ein konzertiertes Vorgehen die Gesundheitssituation vieler Millionen Menschen nachhaltig verbessern kann. Auch wenn das einstmals von der WHO formulierte Ziel "Gesundheit für Alle" zwischenzeitlich zugunsten einer realistischeren Betrachtungsweise revidiert wurde, muß man sich die Frage stellen, wer, wenn nicht die WHO, sollte in der Zukunft in der Lage sein, diesem Ziel näherzukommen? Vor diesem Hintergrund verbinden sich mit der Wahl von Dr. Gro Harlem Brundtland vielfältige Hoffnungen. Bereits in ihrer Antrittsrede hat Dr. Brundtland dankenswerterweise auf einen einfachen, für die zukünftige Weltgesundheit aber entscheidenden Tatbestand hingewiesen: die Verantwortung nationaler Politik. Die WHO kann Normen und Standards setzen und bei der Implementierung von Gesundheitsprogrammen helfen, all ihre Programme werden aber letztlich wirkungslos bleiben, wenn die Umsetzung nicht primär als Aufgabe nationaler Gesundheitspolitik verstanden wird. Der neuen WHO-Generaldirektorin ist daher auch nur zuzustimmen, wenn sie die Investition in Gesundheit als die eigentlich notwendige Investition in die Zukunft der Menschheit bezeichnet. Ebenso vorbehaltlos zu begrüßen sind die Forderungen von Frau Brundtland, daß die internationale Politik endlich begreifen müsse, daß Gesundheit nicht unter Sonstiges, sondern ganz oben auf der Tagesordnung anzusiedeln sei und daß es neuer Partnerschaften bedürfe, wenn die Ziele der WHO erreicht werden sollen. Als Initiative der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland arbeitet der GPHF bereits seit etwa zehn Jahren im Rahmen verschiedener Gesundheitsprojekte in Afrika und Asien erfolgreich mit der Weltgesundheitsorganisation zusammen. Diese Partnerschaft hat sich bewährt. Aus Sicht des GPHF steht die WHO daher auch nicht vor einem neuen Anfang, sondern besinnt sich auf ihre eigentlichen Stärken. In diesem Sinne hat sie auch zukünftig Unterstützung verdient.
Das Zitat:
GPHF-Spendenaufruf 1998 Der GPHF dankt folgenden Spendern für die großzügige Unterstützung seiner Projektarbeit 1998:
Kurz berichtet GTZ warnt vor Tuberkulose Seuchen auf dem Vormarsch Abwertung bedroht Gesundheit Krankheitsquelle Wasser VENRO fordert neue Politik AIDS breitet sich weiter aus |







