GPHF NEWS III / 2001

- Arzneimittelspenden: Malteser Hilfsdienst und Apotheker ohne Grenzen treten Erklärung zur guten Arzneimittelspendenpraxis in Deutschland bei
Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt würdigt die Initiative des GPHF
- Republik Südafrika: AIDS-Prävention erfolgreich angelaufen
Erster Zwischenbericht der Projektkooperation mit der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung
- Dank an Spender
- Kurz berichtet
Kostenlose Medikamente
- Arzneimittelfälschungen: Erfolgreiches Training am GPHF-Minilab® in Nepal
GPHF schulte Apotheker in Katmandu / Nachfrage nach Minilab steigt / Tests für zehn weitere Wirkstoffe in Vorbereitung
- Indonesien: Evaluation der Strumaprophylaxe mit dem ThyroMobil-Modell
Erfolgreicher Abschluss des GPHF-Projektes
- GPHF bietet Ausstellung an
- Wyeth Pharma neues Mitglied im GPHF

Arzneimittelspenden: Malteser Hilfsdienst und Apotheker ohne Grenzen treten Erklärung zur guten Arzneimittelspendenpraxis in Deutschland bei

Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt würdigt die Initiative des GPHF

Die Initiative des GPHF zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen Arzneimittelspendenpraxis in Deutschland stößt auf immer größere Resonanz. Die vom GPHF gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz, dem Deutschen Institut für Ärztliche Mission und dem Deutschen Medikamenten-Hilfswerk action medeor erarbeitete Erklärung Gute Arzneimittelspendenpraxis in Deutschland wurde zwischenzeitlich nicht nur vom Malteser Hilfsdienst e.V. und den Apothekern ohne Grenzen Deutschland e.V. gezeichnet, auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt lobt die Erklärung und empfiehlt deren weitere Verbreitung und Beachtung.

In dem im Oktober erscheinenden Bundesgesundheitsblatt wird die Erklärung im Wortlaut abgedruckt. Dazu stellt die Ministerin fest: "Mit dem Abdruck dieser Erklärung im Bundesgesundheitsblatt, zusammen mit einer Kurzfassung der Leitlinien für Arzneimittelspenden verbinde ich den Wunsch, dass diese bereits von vielen maßgeblichen Stellen mitgetragenen Grundsätze in noch weiterem Umfang bekannt werden und Beachtung finden."


Unterstützt die GPHF-Initiative zur guten Arzneimittelspendenpraxis in Deutschland: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

Die Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V., deutsche Sektion der Pharmaciens Sans Frontières, wurden im Juni 2000 gegründet. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt am Main konzentriert sich auf pharmazeutische Hilfe und hat im vergangenen Jahr bereits erste Einsätze in Rumänien und Indien geleistet.

Die Bedeutung und Beachtung einer guten Arzneimittelspendenpraxis in Deutschland waren auch die maßgeblichen Gründe für die Zeichnung der Erklärung durch den Malteser Hilfsdienst und die Apotheker ohne Grenzen. Im Rahmen der Unterzeichnung erklärte der Vorsitzende der Apotheker ohne Grenzen Deutschland, Ulrich Brunner: "Eine gute Spendenpraxis in Deutschland publik zu machen, ist unser erklärtes Ziel".


Dr. Gabriele Küsters (GPHF) und der Vorsitzender der Apotheker ohne Grenzen Deutschland, Ulrich Brunner, nach Zeichnung der Gemeinsamen Erklärung.

Der Malteser Hilfsdienst e.V. wurde in Deutschland 1953 gegründet. Mit über 800.000 Mitgliedern, 32.000 Helferinnen und Helfern und 4.000 hauptamtlichen Mitarbeitern zählt er heute zu den größten deutschen Hilfsorganisationen. Zu seinen wesentlichen Aufgaben zählen die Ausbildung in Erster Hilfe, der Sanitäts- und Rettungsdienst, der Katastrophenschutz, die Not- und Katastrophenhilfe im Ausland, die Entwicklungshilfe sowie die Betreuung zahlreicher sozialer Dienste im Inland. Weltweit nehmen die Malteser in mehr als 90 Ländern caritative und soziale Aufgaben wahr.

Dr. Carola Fink-Anthe, GPHF-Vorstandsmitglied, ist froh, dass die Erklärung auf so breite Zustimmung und Unterstützung stößt. "Wir hoffen, dass sich noch weitere Organisationen der Erklärung anschließen werden und wir damit gemeinsam einen nachhaltigen Beitrag für eine gute Arzneimittelspendenpraxis in Deutschland leisten."

In der Erklärung verpflichten sich die Unterzeichner, sich bei der Spende von Arzneimitteln an die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgestellten Richtlinien zu halten und die Spenden nach bestimmten Kriterien auszurichten. Dazu zählen: der maximale Nutzen für den Empfänger, ein einheitlicher Qualitätsstandard und eine effektive Absprache zwischen Spender und Empfänger. Vor diesem Hintergrund bietet der GPHF im Falle humanitärer Notsituationen großen Ausmaßes auch eine Koordination von Spenden zwischen Arzneimittelherstellern und Hilfsorganisationen an. Der Text der Erklärung Gute Arzneimittelspendenpraxis in Deutschland sowie alle Infos zur GPHF-Arzneimittelnothilfe sind im Internet hinterlegt: www.gphf.org/web/projekte/arzneimittelspenden/index.htm

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Republik Südafrika: AIDS-Prävention erfolgreich angelaufen

Erster Zwischenbericht der Projektkooperation mit der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung

Seit Ende 2000 fördert der GPHF ein Modellprojekt zur AIDS-Aufklärung von Jugendlichen in der Republik Südafrika. Ein erster Zwischenbericht wurde dem GPHF jetzt vom Projektpartner Deutsche Stiftung Weltbevölkerung übersandt. Er zeigt, dass das Projekt, mit dem über 11.000 Jugendliche unmittelbar erreicht werden sollen, erfolgreich angelaufen ist. Die Besonderheit des Projektes besteht darin, dass Jugendliche selbst ihre Altersgenossen über Verhütung, Familienplanung und HIV/AIDS informieren. Dabei bedienen sie sich der den Jugendlichen vertrauten Sprache, den ihnen bekannten Gepflogenheiten und der ihnen zugänglichen Kommunikationsmittel.

Im Projektgebiet, fünf ausgewählten Gemeinden des Albany-Districts in der Region Eastern Cape, wurden mittlerweile sieben Jugendgruppen aufgebaut und 78 Jugendliche zu sogenannten Peer Educators ausgebildet. Sie erhielten eine fundierte Schulung in Themen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit sowie in jugendgerechter Kommunikation. Ihre Aufgabe wird es zukünftig sein, Gleichaltrige über Sexualität aufzuklären, Selbsthilfegruppen zu organisieren und rezeptfreie Kontrazeptiva - vor allem Kondome - zum Schutz gegen AIDS und vor ungewollten Schwangerschaften zu verteilen.

In der ersten Projektphase wurden ferner die Grundlagen geschaffen, um in den kommenden Monaten eine intensive Aufklärungskampagne zu starten. Hierbei sollen u.a. Theateraufführungen, Poster und Postkarten eingesetzt werden. Ebenfalls begonnen wurde mit dem Aufbau eines Vertriebsystems für Kondome. Beispielsweise wurden in zwei Schulen und in einer Bar Kondomautomaten installiert, die wöchentlich aufgefüllt werden.

Alle Aktivitäten sind zudem in einen jugendspezifischen Gesundheitsdienst und unterstützende Maßnahmen der Gemeinden, etwa die Bereitstellung von Räumlichkeiten, eingebunden, so dass bereits über 8.000 Jugendliche in Einzelgesprächen beraten werden konnten.

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Dank an Spender:

Der GPHF dankt folgenden weiteren Spendern für die großzügige Unterstützung seiner Projektarbeit in diesem Jahr:

  • Fatol Arzneimittel GmbH
  • Grünenthal GmbH
  • Hoffmann-La Roche AG
  • Merck KGaA
  • Novartis Pharma GmbH

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Kurz berichtet:

Kostenlose Medikamente

Die Bayer AG hat angekündigt, der Weltgesundheitsorganisation seine Medikamente Germanin und Lampit zur Bekämpfung der afrikanischen Schlafkrankheit für die Dauer von fünf Jahren kostenlos zur Verfügung zu stellen.

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Arzneimittelfälschungen: Erfolgreiches Training am GPHF-Minilab® in Nepal

GPHF schulte Apotheker in Katmandu / Nachfrage nach Minilab steigt / Tests für zehn weitere Wirkstoffe in Vorbereitung

"Gefälschte oder qualitativ minderwertige Arzneimittel sind auch auf dem Dach der Welt ein bekanntes Problem, aber die nepalesischen Gesundheitsdienste scheinen jetzt entschlossen dagegen vorzugehen", so bilanziert Dr. Richard Jähnke vom GPHF seinen vierzehntägigen Aufenthalt in Nepal. In Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den örtlichen Gesundheitsbehörden hat Dr. Jähnke im Sommer sieben nepalesische Apotheker mit den Testmethoden des Minilabs zur Identifikation gefälschter oder qualitativ minderwertiger Medikamente vertraut gemacht. Gleichzeitig mit dem deutschen Apotheker trafen auch drei von der WHO finanzierte Minilabs in Nepal ein. Zukünftig werden sie an der Grenze zu Indien die Arzneimittelqualität überwachen.

Diese Standorte sind kein Zufall, denn 80 Prozent der in Nepal verbrauchten Arzneimittel stammen aus Indien. Vor allem fahrende Händler sind es, die die Medikamente hier abseits der staatlich reglementierten Vertriebswege ins Land bringen. Über sogenannte Drogisten gelangen sie schließlich in die Hände der Bevölkerung. Der Ursprung der Arzneimittel ist in den seltensten Fällen bekannt, eine Qualitätskontrolle findet nicht statt.

"Für Fälscher sind solche Bedingungen natürlich das Eldorado", meint Dr. Jähnke, "aber angesichts der äußerst schwierigen politischen und wirtschaftlichen Lage des Landes kann man wohl zunächst nur kleine Schritte erwarten, um die Arzneimittelüberwachung zu verbessern. Und genau hier kann unser Minilab helfen."


Intensiv trainierten die nepalesischen Apotheker mit dem GPHF-Minilab®.

Dr. Jähnke ist zuversichtlich, dass zukünftig noch weitere Minilabs in Nepal eingesetzt werden - Interesse haben u.a. das zentrale Zolllabor sowie diverse Militärkrankenhäuser bekundet - und man so langfristig ein Netzwerk lokaler Kontrollstellen etablieren kann, die die Qualität der Arzneimittel auch auf dem Dach der Welt sichern.

Nachfrage steigt

Dass der Bedarf für das Minilab nicht nur in Nepal groß ist, zeigt die Vielzahl der Nachfragen nach dem mobilen Kompaktlabor, die den GPHF in den letzten Wochen erreicht haben. "Beinahe täglich erhalten wir eine Anfrage und in vielen Fällen folgt daraus auch eine Bestellung", freut sich GPHF-Vorsitzende Dr. Küsters. "Alleine nach Tansania haben wir jetzt sechs Minilabs ausgeliefert. Wir kommen damit unserem Ziel, mit dem Minilab in ausgewählten Regionen auch flächendeckend Arzneimittel zu testen, immer näher."


Wohlbehalten trifft das GPHF-Minilab® nach einer fast 7.000 km langen Reise in Katmandu ein.

Minilab mit neuen Wirkstoffen und in neuem Outfit

Intensiv arbeitet der GPHF auch an der Entwicklung von Testmethoden für zehn weitere Arzneimittelwirkstoffe. Sie sollen Anfang nächsten Jahres zur Verfügung stehen. Insgesamt werden dann 30 wichtige Wirkstoffe mit den einfachen und tropentauglichen Tests des Minilabs zu untersuchen sein. Bereits verfügbar ist die Testmethode für Artesunate, die im Internet publiziert ist (siehe www.gphf.org/web/publikationen).

Optimiert wurden zwischenzeitlich auch die beiden Minilab-Koffer. Sie wurden mit nutzerfreundlichen Rollen ausgestattet und bieten bei gleichem Volumen durch eine verbesserte Raumaufteilung mehr Platz für die Laborgeräte und Prüfsubstanzen.

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Indonesien: Evaluation der Strumaprophylaxe mit dem ThyroMobil-Modell

Erfolgreicher Abschluss des GPHF-Projektes

Nach Schätzungen von UNICEF bleiben weltweit Millionen Kinder durch Jodmangel in ihrer geistigen Entwicklung zurück. Jodmangelerkrankungen stellten in der Vergangenheit auch in Indonesien ein bedeutendes Problem der Volksgesundheit dar. Auch hier waren vor allem Kinder betroffen. 1979 wurde daher die flächendeckende Salzjodierung als Präventionsmaßnahme eingeführt. Die Prävalenz der Schilddrüsenvergrößerungen sank daraufhin bis zum Beginn der 90er Jahre deutlich. Mit maßgeblicher Unterstützung des GPHF wurde in den Jahren 1998 und 1999 ein neues Evaluationsprogramm zur Jodversorgung Indonesiens durchgeführt. Kernstück des Projektes war der durch den GPHF ermöglichte Einsatz des sogenannten ThyroMobils, eines mobilen Untersuchungs- und Informationszentrums, das u.a. mit einem Ultraschallgerät, einem Gefrierschrank und einer Untersuchungsliege ausgerüstet war.

Zielsetzung war es, einen aktuellen Status der Jodversorgung in Indonesien zu erheben, die Bevölkerung über potentielle Gefahren des Jodmangels zu informieren und ggf. notwendige weitere Präventionsmaßnahmen zu eruieren. Als Analyseverfahren dienten die standardisierte Vermessung der Schilddrüsengröße mittels Ultraschall sowie die Erfassung der Jodkonzentration im Urin. Projektpartner des GPHF waren die Universität Djarkarta, das International Council of Control of Iodine Deficiency Disorders sowie das GPHF-Mitglied Merck.

Die Studie umfasste insgesamt 7447 Schulkinder im Alter von 6-12 Jahren aus 129 ausgewählten Orten in fünf Provinzen Indonesiens (vier auf Java und Sumatra sowie eine auf Bali). Das ThyroMobil besuchte alle ausgewählten Orte und führte die Untersuchungen durch.

Im jetzt, nach Auswertung der umfangreichen Erhebungen, vorliegenden Abschlussbericht des Projektes wurde u.a. festgestellt:

  • In weiten Teilen Indonesiens gibt es keinen Jodmangel mehr. Auf Bali ist hingegen noch eine leichte Jodunterversorgung zu beobachten.
  • Vielerorts wurde Jodmangel sogar von einer Jodüberversorgung abgelöst, welche stellenweise potentiell toxischen Charakter aufweist.
  • Die flächendeckende Salzjodierung kann in Indonesien verringert werden. Hingegen sollte die Überwachung der Jodkonzentration im Urin auf die gesamte Bevölkerung ausgedehnt und regelmäßig durchgeführt werden.
  • Das Modell des ThyroMobils konnte, wie schon in anderen Teilen, der Welt seine Effektivität bei der Organisation eines Kontrollprogramms zur Jodversorgung ebenso unter Beweis stellen, wie auch seine Möglichkeiten, die Bevölkerung in Gesundheitsfragen zu informieren.

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GPHF bietet Ausstellung an

Der GPHF erstellt gegenwärtig eine Ausstellung über seine Projektarbeit der vergangenen 15 Jahre. Auf zwölf Ausstellungstafeln werden u.a. die Ziele des Vereins, die langjährige Zusammenarbeit mit der WHO sowie die einzelnen Projekte des Vereins vorgestellt. Die Ausstellung soll zukünftig insbesondere den GPHF-Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. In Kürze kann man sich im Internet unter www.gphf.org über die Ausstellung und ihre Inhalte informieren. 

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Wyeth Pharma neues Mitglied im GPHF

Die Wyeth Pharma GmbH (Münster) ist neues Mitglied im GPHF. Das Unternehmen ist die deutsche Landesgesellschaft der Wyeth-Ayerst Global Pharmaceuticals und gehört zur American Home Products Cooperation (AHPC), einem der weltweit führenden Pharma-Unternehmen mit Sitz in Madison/USA.

Wyeth-Ayerst konzentriert sich auf die Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und Impfstoffen. Viele neue Präparate kommen aus den Bereichen Biotech, Small Molecules und Biologicals. Mit innovativen Produkten und Serviceleistungen u.a. in den therapeutischen Gebieten Gynäkologie, Stoffwechsel, Onkologie, Immunologie und Impfstoffe ist das Unternehmen kompetenter Partner für Ärzte und Patienten.

Die AHPC gehört mit mehr als 50.000 Mitarbeitern weltweit zu den führenden Unternehmen der forschenden pharmazeutischen Industrie. Insgesamt gehören dem GPHF damit neben dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) jetzt 22 pharmazeutische Unternehmen als Mitglieder an.

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