GPHF NEWS III / 2002

- Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern: 25 Pharmazeuten schlossen Schulung mit Erfolg ab
- Kurz berichtet: 25 Jahre Essential Drug List
- Interview: "Einen Beitrag zur Verbesserung der Arzneimittelversorgung leisten"
- Vier von 25: Persönliche Eindrücke der Teilnehmer
- Informationsveranstaltung des GPHF verschoben
- Arzneimittelspenden: DGKM zeichnet Gemeinsame Erklärung
- Schlafkrankheit: Bayer stellt kostenlos Arzneimittel zur Verfügung
- Dank an Spender
- Kurz berichtet: 40 Jahre Welthungerhilfe
- GPHF-Minilab® I: Vortrag stieß auf großes Interesse
- GPHF-Minilab® II: Weiteres Manual liegt vor

 

Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern: 25 Pharmazeuten schlossen Schulung mit Erfolg ab

Erstes Fortbildungsseminar von GPHF und Universität Mainz / Weitere Veranstaltungen geplant

Der German Pharma Health Fund e.V. (GPHF) bot vom 20. bis zum 25. Oktober erstmals ein Fortbildungsseminar über das Management der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern an. Ziel war es, pharmazeutische, ökonomische und rechtliche Prinzipien in ein Gesamtkonzept zu stellen und durch praxisnahes Wissen um die besonderen Bedingungen und Anforderungen der Arzneimittelversorgung in den Entwicklungsländern zu ergänzen. Partner des GPHF bei der Entwicklung und Durchführung des Seminars war das Pharmazeutische Institut der Universität Mainz.

Der positiven Bewertung des Seminars, das unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit stand, schlossen sich im übrigen auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an: "ein sehr guter Überblick", "viele hilfreiche Informationen" oder schlicht "ein tolles Seminar" - einhellig wurde der praktische Nutzen der Veranstaltung gelobt.

Während des fünftägigen Seminars, das in Oberursel im Taunus stattfand, wurden von den Gefahren durch Arzneimittelfälschungen über die Sonderbeschaffung im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen bis hin zur sachgemäßen Lagerung von Medikamenten alle Aspekte des Managements der Arzneimittelversorgung in den Entwicklungsländern behandelt. Ziel war es, pharmazeutische, ökonomische und rechtliche Prinzipien in einem Gesamtkonzept zu bündeln und durch praxisnahes Wissen um die besonderen Bedingungen und Anforderungen der Arzneimittelversorgung in den Entwicklungsländern zu ergänzen.


Teilnehmer und Refernten des 1. GPHF-Fortbildungsseminars
Management der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern.

Unterstützung von vielen Seiten

Vermittelt wurden die Seminarthemen sowohl von Wissenschaftlern und Behördenvertretern wie auch von erfahrenen Praktikern aus pharmazeutischen Unternehmen und der Entwicklungszusammenarbeit. Als Referenten standen den Teilnehmern u.a. Experten der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, des Malteser Hilfsdienstes, der Apotheker ohne Grenzen, des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission, der Schering AG und der Boehringer Ingelheim GmbH zur Verfügung. Die Abschlussprüfung wurde vom Zentrallaboratorium der Deutschen Apotheker konzipiert und durchgeführt.

In seiner Einführung hatte Professor Dannhardt, Geschäftsführender Leiter des Instituts für Pharmazie an der Universität Mainz, festgestellt, dass die Arzneimittelversorgung in den Entwicklungsländern eine vielfältige Managementaufgabe sei, die von den Verantwortlichen weit mehr als das unmittelbare pharmazeutische Wissen verlange. Dannhardt, der das Schulungskonzept gemeinsam mit Seminarleiter Dr. Richard Jähnke vom GPHF entwickelt hatte, hob insbesondere die Arzneimittelqualität als das unabdingbare Fundament jeder Arzneimitteltherapie hervor - auch und gerade in Entwicklungsländern.

Auch Politik würdigt Engagement der Veranstalter

Nachdrücklich begrüßt wurde das Engagement der Veranstalter nicht nur vom Bundesgesundheitsministerium, sondern auch vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie vom Land Rheinland-Pfalz. In einem Grußwort würdigte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck die Zusammenarbeit zwischen GPHF und Universität Mainz als gelungenes Beispiel einer Public Private Partnership: "Innerhalb kurzer Zeit und ohne bürokratische Umwege haben es die Verantwortlichen geschafft, einer Idee nicht nur Gestalt zu geben, sondern sie auch zu realisieren."


Seminarleiter Dr. Richard Jähnke beglückwünscht einen
Teilnehmer zum erfolgreichen Abschluss des Seminars

Weitere Seminare in Vorbereitung

Der GPHF plant, das Seminar gemeinsam mit der Universität Mainz auch weiterhin anzubieten. Die Veranstalter erhoffen sich dabei eine noch stärke Beteiligung von Doktoranden, Pharmaziepraktikanten und Pharmaziestudenten höherer Fachsemester aus Entwicklungsländern, die sich in ihrer Heimat als Apotheker profilieren möchten. In diesem Zusammenhang sieht auch die stv. GPHF-Vorsitzende Dr. Carola Fink-Anthe den Erfolg des ersten Seminars als die beste Werbung an: "Ich bin sicher, die Qualität und der praktische Nutzen unserer Veranstaltung werden sich insbesondere an den Hochschulen herumsprechen."


Fünf Tage diskutierten die Teilnehmer alle Aspekte
der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern.

Nähere Informationen zu den Inhalten des Seminars und den nächsten Seminarterminen sind über die Geschäftsstelle des GPHF zu beziehen.

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Kurz berichtet: 25 Jahre Essential Drug List

Am 21. Oktober wurde die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation 25 Jahre alt. Sie beinhaltet heute 325 Wirkstoffe, mit denen die meisten der heute medikamentös behandelbaren Krankheiten weltweit bekämpft werden können. Die Liste wird kontinuierlich aktuellen Erfordernissen angepasst. Auf ihrer Basis haben zwischenzeitlich 156 Staaten der Erde nationale Listen unentbehrlicher Arzneimittel erarbeitet.

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Interview: "Einen Beitrag zur Verbesserung der Arzneimittelversorgung leisten"


Engagiert leitete Apotheker Dr. Richard Jähnke (links) das Seminar. Albert Petersen
(Deutsches Institut für Ärztliche Mission) und Dr. Axel Thiele vom Bundesinstitut
für Arzneimittel und Medizinprodukte (rechts), zwei der Experten, die im Rahmen
des Seminars referierten.

Der GPHF hat erstmals das Fortbildungsseminar Management der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern veranstaltet. Im Anschluss äußerte sich Dr. Gabriele Küsters, Vorsitzende des GPHF, zu den Zielsetzungen und Perspektiven dieses neuen GPHF-Projekts:

Welches Ziel verfolgt der GPHF mit dem Fortbildungsseminar?

"Ergänzend zu unseren Projekten zum Schutz vor Arzneimittelfälschungen und zur Koordination von Arzneimittelspenden wollen wir auch mit diesem neuen Projekt einen Beitrag zur qualitativen Verbesserung der Arzneimittelversorgung in den Entwicklungsländern leisten."

Wie fällt Ihre Bilanz des ersten Seminars aus?

"Eindeutig positiv. Vor allem die Reaktionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen mir, dass unsere Inhalte stimmen und solch ein Angebot bisher offensichtlich gefehlt hat."

Werden Sie das Seminar auch weiterhin anbieten?

"Ja, da bin ich sehr zuversichtlich. Wir können dann auch die viele wertvolle Anregungen berücksichtigen, die wir von den Teilnehmern des ersten Seminars erhalten haben."

Wen möchten Sie mit diesem Angebot erreichen?

"Vor allem Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Entwicklungsländern, die in Deutschland studieren und planen, als Apotheker in ihre Heimat zurück zu kehren. Sie können vor Ort den besten Beitrag leisten, das Management der Arzneimittelversorgung zu verbessern."

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Vier von 25: Persönliche Eindrücke der Teilnehmer

Stellvertretend für 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zogen Lawrence C. Uba, Fatima Bicane, Farukh Mehrabani und Thorsten Gödicke ihre persönliche Bilanz des 1. GPHF-Fortbildungsseminars Management der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern:

Lawrence C. Uba, Pharmaziestudent aus Marburg, der in Kürze in sein Heimatland Nigeria zurückkehren wird:

"Es war eine sehr erfolgreiche Woche, in der ich viele neue Kontakte geknüpft habe. Ich hoffe, diese Erfahrungen zukünftig in meiner Heimat Nigeria nutzen zu können."

Fatima Bicane, Pharmazeutin an der Universität Bonn:

"Die Teilnahme hat sich für mich persönlich wie fachlich gelohnt. Ich habe viele neue Detailinformationen erhalten, die ich auch an meine Kollegen und Kolleginnen an der Universität weitergeben werde."

Farukh Mehrabani, Apotheker aus dem Iran, der derzeit an der Universität Mainz promoviert:

"Im Rahmen des Seminars wurden viele wichtige Themen behandelt. Für mich waren besonders die Fragen zur Finanzierung interessant. Spontan überlege ich, in meiner Heimat eine Hilfsorganisation zu gründen, um zur Verbesserung der Arzneimittelversorgung beizutragen."

Thorsten Gödicke, Pharmaziestudent und Mitarbeiter der Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V.:

"Das Seminar hat mir nicht nur Zusammenhänge klar gemacht, sondern auch neue Perspektiven eröffnet. Kurzfristig kann ich die vielen Informationen vor allem für meine Arbeit bei den Apothekern ohne Grenzen nutzen."

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Informationsveranstaltung des GPHF verschoben

Die für den 10. Dezember 2002 in Berlin unter dem Titel "Gesundheit schafft Entwicklung" geplante Informationsveranstaltung des GPHF musste verschoben werden. Die Veranstaltung wird nun in den ersten Monaten des Jahres 2003 stattfinden.

Im Rahmen der Veranstaltung sollen internationale Gesundheitsexperten sowie Repräsentanten der pharmazeutischen Industrie über neue Wege zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in den Entwicklungsländern informieren. Besonderes Augenmerk wird die Veranstaltung auf die Darstellung und die Perspektiven kooperativer Bemühungen staatlicher und privater Organisationen im Rahmen sogenannter Public Private Partnerships legen.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Politiker, Vertreter von Entwicklungshilfeorganisationen, Vertreter der pharmazeutischen Industrie sowie an Journalisten. Über die Geschäftsstelle des GPHF und im Internet (www.gphf.org) sind in Kürze Einzelheiten zum neuen Veranstaltungstermin zu erfahren.

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Arzneimittelspenden: DGKM zeichnet Gemeinsame Erklärung

Die Deutsche Gesellschaft für Katastrophen Medizin e. V. (DGKM) ist der vom GPHF initiierten gemeinsamen Erklärung "Gute Arzneimittelspendenpraxis in Deutschland" beigetreten. Die Erklärung definiert Grundsätze, nach denen Arzneimittel in der Not- und Katastrophenhilfe als auch im Rahmen der regulären Entwicklungshilfe zur Verfügung gestellt werden. Leitlinie sind dabei die von der Weltgesundheitsorganisation 1999 veröffentlichten "Revised Guidelines for Drug Donations".

Die Erklärung wurde bereits vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Deutschen Institut für Ärztliche Mission (DIFÄM), dem Deutschen Medikamentenhilfswerk action medeor e.V., dem Malteser Hilfsdienst e.V. und den Apothekern ohne Grenzen Deutschland e.V. gezeichnet.

Auf Grundlage der Erklärung bietet der GPHF auch eine Koordination von Arzneimittelspenden seiner Mitglieder im Falle akuter humanitärer Notsituationen großen Ausmaßes an. Nähere Informationen sind der GPHFSite im Internet (www.gphf.org) unter dem Stichwort Arzneimittelnothilfe zu entnehmen.

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Schlafkrankheit: Bayer stellt kostenlos Arzneimittel zur Verfügung

Die Bayer AG, Mitglied im GPHF, und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben eine Vereinbarung über eine Arzneimittelspende des Bayer-Medikamentes Germanin (Wirkstoff: Suramin) zur Bekämpfung der Schlafkrankheit abgeschlossen. Auch bekannt als Afrikanische Trypanosomiasis bedroht diese tödlich verlaufende Krankheit vor allem Menschen in Zentral- und Westafrika. Die Schlafkrankheit wird durch Blutparasiten, sogenannte Trypanosomen, hervorgerufen, die von der Tsetse-Fliege übertragen werden.

"Es ist unser Ziel, das Engagement der WHO im Kampf gegen die Schlafkrankheit, von der fast 60 Millionen Menschen in Afrika bedroht sind, wirksam zu unterstützen", erklärte Dr. Wolfgang Plischke von Bayer im Anschluss an die offizielle Unterzeichnung des Vertrages durch Vertreter der WHO und Bayer in Leverkusen.

Bayer hat sich bereit erklärt, das Medikament der WHO für die Dauer von zunächst fünf Jahren kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Medikamente werden an die WHO geliefert, die diese - in Abstimmung mit Experten - an betroffene Länder weiter leiten wird.

Bayer beteiligt sich auch an der "Pan African Trypanosomiasis and Tsetse Eradication Campaign" (PATTEC), die im Juli 2002 gegründet wurde. Ihr Ziel ist es, das Trägerinsekt der Schlafkrankheit einzudämmen.

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Dank an Spender

Der GPHF dankt folgenden Spendern für die großzügige Unterstützung seiner Projektarbeit:

  • Boehringer Ingelheim GmbH
  • Heumann Pharma GmbH
  • Wyeth Pharma GmbH

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Kurz berichtet: 40 Jahre Welthungerhilfe

Eine der renommiertesten deutschen Entwicklungshilfeorganisationen feierte am 12. Dezember ihren 40. Geburtstag: die Deutsche Welthungerhilfe. Neben Hilfe in akuten Notsituationen unterstützt die Welthungerhilfe auch zahlreiche Projekte im Rahmen der nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit

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GPHF-Minilab® I: Vortrag stieß auf großes Interesse

Auf sehr positive Resonanz ist die Beteiligung des GPHF am Global Forum on Pharmaceutical Anticounterfeiting im September in Genf gestoßen. Die Vorsitzende des GPHF, Dr. Gabriele Küsters (Aventis), schilderte in ihrem Vortrag nicht nur die Erfolgsgeschichte des GPHF-Minilabs, sondern auch die langjährigen und vielfältigen Bemühungen des GPHF, Bewusstsein für die Gesundheitsgefahren durch Arzneimittelfälschungen zu schaffen.

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GPHF-Minilab® II: Weiteres Manual liegt vor

Auch die Farbreaktionen für die zehn neuen Arzneimittelwirkstoffe, die mit dem GPHF-Minilab® untersucht werden können, liegen jetzt in einem Manual vor. Es ist über die GPHF-Geschäftsstelle zu beziehen.

Folgende Arzneimittelwirkstoffe wurden neu in die Testmethodik des Minilabs aufgenommen: Artesunat, Cefalexin, Chinin, Ciprofloxacin, Ethambutol, Glibenclamid, Griseofilvin, Mefloquin, Pyrazinamid und Salbutamol. Insgesamt können mit dem GPHF-Minilab® jetzt 30 Arzneimittelwirkstoffe untersucht werden.

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