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Dr. Hilmar Kienzl neuer Vorsitzender
des GPHF
Dr. Kienzl studierte Medizin in Bonn, Gießen und Ulm und ist approbierter Arzt. Seit fast 28 Jahren ist er in verantwortlicher Position in der pharmazeutischen Industrie tätig. 1983 wurde er Mitglied der Geschäftsleitung der Zeneca GmbH (vormals ICI-Pharma), wo er bis heute das Ressort Medizinisches Marketing/Vertrieb verantwortet. Anläßlich seiner Wahl zum neuen GPHF-Vorsitzenden erklärte Dr. Kienzl, daß er die sehr erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers Dr. Welters als Vorbild auch für die weitere Entwicklung des GPHF begreift und auf ihr aufbauen wird. Dr. Reiner Welters, der dem GPHF-Vorstand seit seiner Gründung 1985 angehört hat, war seit 1993 Vorsitzender des GPHF. Während seiner Amtszeit konnte der GPHF insbesondere in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zahlreiche erfolgreiche Modellprojekte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern realisieren. So wurde u.a. in Ostafrika ein mehrjähriges Programm zur Diagnose und Therapie parasitärer Infektionen durchgeführt, das von der WHO heute als beispielhaft empfohlen wird.
Als eine vorrangige Aufgabe seiner Amtszeit sieht Dr. Kienzl die Erweiterung der Spendenbasis des GPHF an, um zukünftig noch weitere Gesundheitsprojekte entwickeln zu können, in deren Rahmen den Menschen in den Entwicklungsländern das spezifische Know how der pharmazeutischen Industrie nutzbar gemacht wird. Im Projekt GPHF-Minilab®, einer einfachen Testmethode zur Aufdeckung der insbesondere in Entwicklungsländern weit verbreiteten Arzneimittelfälschungen, sieht der neue GPHF-Vorsitzende diesen Gedanken bereits zukunftsweisend verwirklicht. In der Führung des GPHF wird Dr. Kienzl von Joachim Trautschold (stv. Vorsitzender), Dr. Gabriele Küsters (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied) und Dr. Joachim Moormann (Schatzmeister) unterstützt werden.
Einfache Tests schützen jetzt vor gefälschten Arzneimitteln Nach zweijähriger Dauer hat der GPHF jetzt die Entwicklung einfacher Testmethoden zur Aufdeckung gefälschter oder qualitativ minderwertiger Arzneimittel abgeschlossen. Ab sofort steht mit dem GPHF-Minilab® eine zuverlässige und kostengünstige Methode zur Verfügung, mit der die weltweit verbreiteten Fälschungen problemlos aufgespürt werden können. Das mobile, tropentaugliche und einfach zu handhabende Kleinlabor soll zukünftig vor allem in Entwicklungsländern eingesetzt werden, die in besonderem Maße von Arzneimittelfälschungen betroffen sind.
Die Fälschung von Arzneimitteln und die Verbreitung minderwertiger Medikamente haben sich zu einem ernsten Problem der Weltgesundheit entwickelt. Internationale Gesundheitsexperten gehen davon aus, daß sieben Prozent aller weltweit vertriebenen Arzneimittel gefälscht sind. Betroffen sind vor allem die Menschen in Entwicklungsländern, denen qualitativ gute und kostengünstige essentielle Arzneimittel nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. In diesen Ländern fehlen zudem noch weitgehend die Voraussetzungen einer wirksamen Arzneimittelkontrolle. Vor diesem Hintergrund hat der GPHF in Zusammenarbeit mit Professor Peter Pachaly, Pharmazeutisches Institut der Universität Bonn, und Professor Klaus Fleischer, Missionsärztliches Institut Würzburg, seit 1996 einfache Testmethoden entwickelt, die die Menschen in den Entwicklungsländern vor den nicht selten tödlichen Konsequenzen der Einnahme gefälschter oder qualitativ minderwertiger Arzneimittel schützen sollen. Tests erfolgreich abgeschlossen Zielsetzung des Projekts unter Leitung von Dr. Richard Jähnke (GPHF) war die Bereitstellung einfacher Testverfahren, die es ermöglichen, minderwertige oder gefälschte Fertigarzneimittel unter den besonderen Bedingungen von Entwicklungsländern zu identifizieren. Dabei sollten die Verfahren nicht nur preiswert, transportabel und vielseitig einsetzbar, sondern auch für weniger intensiv ausgebildetes Personal zuverlässig durchführbar sein.
Prüfung in vier Schritten Die Prüfung der Qualität von Fertigarzneimitteln durch das GPHF-Minilab® erfolgt im Rahmen eines vierstufigen Prüfschemas, das sich sehr einfacher physikalischer und chemischer Analysetechniken bedient:
Auf Basis der Essential Drug List der Weltgesundheitsorganisation und unter Berücksichtigung der gängigen Verordnungspraxis wurden Testmethoden für zunächst 15 Wirkstoffe entwickelt. In die Auswahl der Wirkstoffe für das GPHF-Minilab® wurden insbesondere die Antibiotika und Chemotherapeutika bzw. die schmerz- und entzündungshemmenden Mittel einbezogen, die in der Vergangenheit am häufigsten gefälscht wurden. Ein komplettes Labor in zwei Koffern
Zur Grundausstattung zählen ferner alle nötigen Lösungsmittel und Reagenzien, die gesondert zur Verfügung gestellt werden. Abgerundet wird die Ausstattung durch Prüfprotokolle und Bestandslisten, die jederzeit ein zuverlässiges Labormanagement ermöglichen.
Prüfungen zu geringen Kosten Neben der Zuverlässigkeit und den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten waren geringe Anschaffungskosten oberste Prämisse bei der Konzeption des GPHF-Minilabs®. Durch intensive Entwicklungsarbeit, ist es gelungen, das Minilab zu den reinen Gestehungskosten von US-Dollar 2.570 (EURO 2.260) zzgl. anfallender Steuern, Versandkosten und Zollgebühren anbieten zu können. Da mit der Erstausstattung an Reagenzien und Lösungsmitteln ca. 3.000 Identitätsnachweise mittels Farbreaktionen und 1.000 Gehaltsprüfungen mittels Dünnschichtchromatographie durchzuführen sind, betragen die durchschnittlichen Kosten für eine Qualitätsprüfung ca. 2 DM. Beispiele von Arzneimittelfälschungen:
Schulung empfohlen Obwohl das GPHF-Minilab® bewußt einfach konzipiert wurde, empfehlen GPHF und das Missionsärztliche Institut Würzburg (MIW) eine einführende Schulung zur Anwendung der Testmethoden. Dies gilt insbesondere für Personen, die vor Ort in den Entwicklungsländern Untersuchungen von Arzneimitteln durchführen sollen. Zu diesem Zweck werden kostengünstige Schulungsmöglichkeiten angeboten.Aus Sicht der Projektverantwortlichen stellt das GPHF-Minilab® für alle Organisationen und Einrichtungen, die auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern tätig sind, zukünftig einen wichtigen Baustein zur qualitativen Verbesserung der Arzneimittelversorgung dar.
Der GPHF dankt der Hoechst Marion Roussel Deutschland GmbH für die großzügige Unterstützung seiner Projektarbeit. Insgesamt 19 Arzneimittelhersteller sowie der Verband Forschender Arzneimittelhersteller haben den GPHF 1998 damit bisher mit einer Spende unterstützt.
Neues aus der GPHF-Projektarbeit Mauretanien: Im Rahmen der letzten GPHF-Vorstandssitzung gab Dr. Urbani als Vertreter der WHO einen aktuellen Überblick über die Fortschritte, die bisher im Rahmen des vom GPHF im Süden Mauretaniens geförderten Modellprojekts zur Bekämpfung tropischer Infektionskrankheiten erzielt werden konnten. Das Projekt, das der GPHF gemeinsam mit den mauretanischen Gesundheitsbehörden und der WHO durchführt, zielt auf eine Verbesserung der Basisgesundheitsversorgung und die nachhaltige Therapie der Malaria, des Giunea-Wurms und der Schistosomiasis. Mit dem vom GPHF zur Verfügung gestellten Finanzmitteln wurden bisher epidemiologische Untersuchungen und Schulungen mauretanischer Mitarbeiter des Gesundheitswesens durchgeführt. Ferner wurden Labormaterialien und Medikamente zur Verfügung gestellt sowie ein Dokumentationszentrum eingerichtet. Nach den ermutigenden Zwischenergebnissen erhoffen sich GPHF und WHO in der zweiten Projektphase (bis Mitte 1999) eine weitere Verbesserung der Gesundheitsversorgung im Projektgebiet. Bereits heute hat die WHO dem GPHF eine Fortsetzung des Modellprojekts für zwei weitere Jahre angeboten. Indonesien: Im Rahmen des Modellprojekts zur Diagnose von Jodmangelerkrankungen wurden mit dem vom GPHF bereitgestellten Diagnosefahrzeug zwischenzeitlich ca. 5.000 Untersuchungen bei Schulkindern und schwangeren Frauen auf Java durchgeführt. In den kommenden Monaten sind weitere Untersuchungen auf Sumatra und Bali geplant. Nach Angaben des indonesischen Gesundheitsministeriums wird die Prävalenz der Kropfbildung auf 28 Prozent der Bevölkerung Indonesiens geschätzt. Das Projekt des GPHF soll geeignete Prophylaxe und Therapiemaßnahmen vorbereiten. Ziel ist es, die Prävalenz der Erkrankung bis zum Jahr 2000 auf ca. 10 Prozent zu verringern.
Nachdem der GPHF seit August in deutscher Sprache im Internet vertreten ist, steht ab sofort auch eine englische Textversion der GPHF-Informationen zur Verfügung. Die Internet-Adresse des GPHF lautet: http://www.gphf.org.
Die Frage der Weltbevölkerung ist keine des Schicksals, sondern
der Gestaltung. |





Dr. Hilmar Kienzl ist zum neuen Vorsitzenden des German Pharma Health
Fund e.V. (GPHF) gewählt worden. Er tritt die Nachfolge von Dr. Reiner Welters an, der
zum 31. August 1998 in den Ruhestand getreten ist und sein Amt als Vorsitzender des GPHF
niedergelegt hat. Dr. Kienzl (54) ist Mitglied der Geschäftsleitung der Zeneca GmbH und
wird wie alle Vorstandsmitglieder des GPHF ausschließlich ehrenamtlich tätig sein. Der
GPHF ist eine Initiative der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland, die
Modellprojekte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern
durchführt. Ihm gehören 22 Arzneimittelhersteller und der Verband forschender
Arzneimittelhersteller (VFA) an, die die Durchführung der GPHF-Projekte durch ihre
Spenden ermöglichen.


