GPHF NEWS IV / 2001

- „Gesundheit schafft Entwicklung“
Neue Ausstellung zeigt alle GPHF-Modellprojekte
- Drug Management - GPHF prüft neuen Projektschwerpunkt
- Arzneimittelfälschungen
GPHF-Minilab® hat sich als wirksamer Schutz gegen gefälschte Medikamente bewährt
- Aventis unterstützt die Weltgesundheitsorganisation im Kampf gegen die Schlafkrankheit
- Kurz berichtet:
Bedrohliches Wachstum / AIDS breitet sich weiter aus
- Aus der GPHF-Projektarbeit:
TB-Projekt in Saratow startet planmäßig
- Dank an Spender
- Myanmar: Neues GPHF-Projekt
- GPHF-Mitgliederversammlung
- Kilian GmbH finanziert Minilab


Eine Ausstellung stellt
jetzt die Projektarbeit
des GPHF vor.

Gesundheit schafft Entwicklung“

Neue Ausstellung zeigt alle GPHF-Modellprojekte

Die GPHF-Ausstellung „Gesundheit schafft Entwicklung“ steht jetzt zur Verfügung. Auf insgesamt zwölf Informationstafeln in der Größe 208 x 83 cm (Höhe x Breite) werden alle Modellprojekte, die der GPHF seit 1985 durchgeführt hat, in Wort und Bild vorgestellt. Ergänzt werden die Tafeln durch einen separaten Ständer für Informationsmaterialien.

Die Ausstellung wurde insbesondere für die Mitglieder und Projektpartner des GPHF konzipiert. Sie benötigt nur wenige Quadratmeter Platz und ist in kurzer Zeit aufgebaut. Sie eignet sich beispielsweise ideal für einen Eingangs- oder Konferenzbereich, ein Gästecasino oder auch eine Mitarbeiterkantine.

Im Internet (www.gphf.org) unter dem Stichwort Publikationen ist die komplette Ausstellung zur Ansicht hinterlegt. Interessierte Mitglieder oder Projektpartner, die die Ausstellung in Zukunft zeigen wollen, wenden sich bitte direkt an die GPHF-Geschäftsstelle (Tel/Fax. 0 69 - 63 15 32 57).

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Drug Management - GPHF prüft neuen Projektschwerpunkt

Neben seinem Engagement für den Schutz vor Arzneimittelfälschungen und die Koordination von Arzneimittelspenden prüft der GPHF gegenwärtig die Möglichkeiten, sich zukünftig auch auf dem Gebiet des Drug Managements in Entwicklungsländern zu engagieren. Zielsetzung soll es sein, Know-how und praktische Hilfsmittel für eine Verbesserung der Prüfung, Lagerung und Verteilung von Arzneimitteln unter den besonderen Bedingungen von Entwicklungsländern zur Verfügung zu stellen.

Ein spezielles Schulungsangebot für in Deutschland studierende Pharmaziestudenten aus Entwicklungsländern könnte nach gegenwärtigem Planungsstand beispielsweise ein erster Schritt im Rahmen der Realisierung eines solchen Projektes sein, mit dem Ziel, dass diese das spezifisch erworbene Know-how in ihrer Heimat zum Einsatz bringen. Der GPHF-Vorstand führt bereits erste Gespräche mit potentiellen Projektpartnern, um die Möglichkeiten einer praxisnahen Realisierung dieses neuen Projektschwerpunktes zu erörtern.

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Arzneimittelfälschungen

GPHF-Minilab® hat sich als wirksamer Schutz gegen gefälschte Medikamente bewährt

Vor vier Jahren wurde das mobile Kompaktlabor erstmals auf den Philippinen getestet – heute ist es bereits in über 20 Ländern der Erde erfolgreich im Einsatz

Vor vier Jahren wurde eine weltweit einzigartige Waffe im Kampf gegen gefälschte oder qualitativ minderwertige Arzneimittel erstmals in der Praxis eingesetzt: das GPHF-Minilab®. Im Herbst 1997 erprobte der Apotheker Dr. Richard Jähnke das mobile und tropentaugliche Kompaktlabor zum ersten Mal unter den Bedingungen eines Entwicklungslandes. Der Test, der auf den Philippinen durchgeführt wurde, erwies sich als erfolgreich. Heute befinden sich schon fast 70 Minilabs in 22 Ländern der Erde im Einsatz. In Kürze wird man mit dem Minilab bereits 30 der weltweit wichtigsten Arzneimittelwirkstoffe untersuchen können.

Mit der Entwicklung des Minilabs reagierte der GPHF Mitte der 90er Jahre als eine der ersten Organisationen auf die Gefahr, die von gefälschten oder qualitativ minderwertigen Arzneimitteln ausgeht. Immer wieder hatten Meldungen die Öffentlichkeit aufgeschreckt, die wie in Nigeria 1990 oder 1996 auf Haiti von Hunderten Toten nach der Einnahme gefälschter Medikamente sprachen. Betroffen waren und sind vor allem die Entwicklungsländer. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass ca. sieben Prozent aller weltweit gehandelten Arzneimittel vorsätzlich gefälscht, verunreinigt oder qualitativ minderwertig sind. Jedes Jahr sollen auf diesem schwarzen Arzneimittelmarkt bis zu 10 Mrd. US-Dollar umgesetzt werden. Neben der kriminellen Energie der ohne jeden Skrupel agierenden Fälscher ist es vor allem die fehlende Arzneimittelüberwachung, die in vielen Entwicklungsländern zu einer potentiellen Gefährdung der Bevölkerung durch Arzneimittelfälschungen führt.

Praktische Hilfe für die Betroffenen vor Ort

Im Gegensatz zu manch ambitionierten, letztlich den Bedingungen vor Ort aber nicht angepassten Projekten, wurde mit dem GPHF-Minilab® von Anfang an darauf gezielt, mit einer einfachen aber zuverlässigen Methodik schnell und kostengünstig aufzudecken, ob ein Arzneimittel qualitativ minderwertig oder gefälscht - und damit gesundheitsgefährdend - ist. Nicht der Exportaufwändiger Analysemethoden ist das Ziel, sondern der unmittelbare Schutz der Menschen in den von Fälschungen besonders bedrohten Regionen der Erde.

Das Minilab, das in zwei Behältnissen in der Größe handelsüblicher Reisekoffer Platz findet, bedient sich dabei einer vierstufigen Testmethodik. Sie reicht von der Sichtkontrolle über die Zerfallsprüfung und Farbreaktion bis hin zur semiquantitativen dünnschicht-chromatographische Untersuchung. Mobil, tropentauglich und von externe Energiequellenunabhängig, kann so innerhalb kurzer Zeit der Beweis angetreten werden, ob ein Arzneimittel die deklarierten Inhaltsstoffe auch tatsächlich, in ausreichender Menge und in der erforderlichen Qualität enthält. Mit der Erstausstattung des Labors können über 1.000 Arzneimittelproben durchgeführt werden.

In zahlreichen Ländern im Einsatz

In 22 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas wird das GPHF-Minilab® mittlerweile eingesetzt. Insgesamt sind bereits 68 Laboreinheiten in Krankenhäusern, Gesundheitsstationen oder vergleichbaren Einrichtungen des Gesundheitswesens in Betrieb. Bisher wurde noch in keinem Fall von fehlerhaften Ergebnissen der Testmethodik berichtet. „Auch wenn uns noch keine genauen Zahlen vorliegen, gehen wir davon aus, dass das Minilab schon in vielen Fällen Menschen davor bewahrt hat, gefälschte und damit für ihre Gesundheit gefährliche Arzneimittel einzunehmen“, bilanziert die GPHF-Vorsitzende Dr. Gabriele Küsters. Nach ihrer Überzeugung kann dem mobilen Labor in vielen Ländern der Erde zukünftig eine Schlüsselrolle zukommen, effektiv und kostengünstig einen Beitrag zur Verbesserung der vor Ort angebotenen Arzneimittelqualität zu leisten.

Alle Informationen zum GPHF-Minilab® sowie ausführliche Hintergrundinformationen zum Thema Arzneimittelfälschungen sind auch der GPHF-Internetseite www.gphf.org zu entnehmen. Über die Geschäftsstelle des GPHF ist darüber hinaus der Sonderdruck „Low-Cost Quality Assurance Of Medicines Using The GPHF-Minilab®“ der amerikanischen Drug Information Association kostenlos zu beziehen.

Übersicht über die Länder, in denen ein oder mehrere GPHF-Minilabs seit 1997 im Einsatz sind:

  • Gabun
  • Ghana
  • Guinea
  • Guyana
  • Indien
  • Kamerun
  • Kenia
  • Kongo
  • Liberia
  • Mali
  • Mozambique
  • Nepal
  • Nigeria
  • Palästina
  • Philippinen
  • Sierra Leone
  • Sri Lanka
  • St. Lucia
  • Sudan
  • Tansania
  • Togo
  • Zimbabwe

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Aventis unterstützt die Weltgesundheitsorganisation im Kampf gegen die Schlafkrankheit

Trypanosomiasis, die landläufig als Schlafkrankheit bezeichnete Infektionskrankheit, bedroht über 60 Millionen Menschen. Betroffen sind die afrikanischen Länder südlich der Sahara. Hier erkranken jährlich über 500.000 Menschen. Oftmals mit tödlichen Folgen, denn die Krankheitserreger (Trypanosomen) greifen im fortgeschrittenen Stadium das Zentralnervensystem an und verursachen schwerste Schädigungen, die zum Tod führen können. Noch immer werden in Afrika aber nur zehn Prozent aller Erkrankungen diagnostiziert und behandelt.

Hoffnung, dass sich diese Situation bald ändert, macht jetzt ein Projekt, das im Mai diesen Jahres in Genf von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Aventis Pharma begonnen wurde: Über einen Zeitraum von fünf Jahren wird Aventis die Aktivitäten der WHO zur Bekämpfung der Trypanosomiasis in Afrika mit 25 Millionen US-Dollar unterstützen.

Vereinbart wurde, dass Aventis

  • drei für die Therapie unabdingbare Arzneimittel (Pentamidin, Melarsoprol, Eflornithin) in den von der WHO angeforderten Mengen zur Verfügung stellt, finanzielle Mittel bereit stellt,
  • die die rechtzeitige Diagnose der Krankheit (Monitoring) und eine Überwachung der therapeutischen Maßnahmen in den am stärksten betroffenen Ländern deutlich verbessern und
  • die WHO bei der Erforschung neuer Therapieformen der Schlafkrankheit finanziell unterstützt.

Die WHO ist zuversichtlich, dank des Engagements von Aventis die weitere Verbreitung der Schlafkrankheit aufhalten und zurückdrängen zu können, wie ihre Generaldirektorin Brundtland anlässlich der Vorstellung des Projekts erklärte. Große Hoffnungen setzt im übrigen auch der Partner Aventis auf die Kooperation mit der WHO: Richard J. Markham, Vorstandsvorsitzender der Aventis Pharma AG: „Diese Partnerschaft ist ein Beispiel für eine Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor, um realisierbare Lösungen für die Bekämpfung lebensbedrohlicher Krankheiten zu finden.“

Dass diese Hoffnungen berechtigt sind, scheint sich bereits nach wenigen Monaten abzuzeichnen. Die ersten Arzneimittellieferungen sind in Afrika eingetroffen und der Aufbau der benötigten medizinischen Infrastruktur hat begonnen.

Über ihr Engagement im GPHF hinaus engagieren sich zahlreiche Mitglieder des GPHF in vielfältiger Weise für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung in den Entwicklungsländern. In den GPHF News werden zukünftig in loser Folge solche Projekte und Initiativen vorgestellt. Den Anfang macht in dieser Ausgabe die Zusammenarbeit von Weltgesundheitsorganisation und GPHF-Mitglied Aventis Pharma zur Bekämpfung der Schlafkrankheit.


WHO-Generaldirektorin Dr. Gro Harlem Brundtland und Dr. Richard J. Markham (Aventis Pharma) besiegeln die Zusammenarbeit im Kampf gegen die Schlafkrankheit

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Kurz berichtet:

Bedrohliches Wachstum

Der zunehmende Ressourcenabbau einer wachsenden Weltbevölkerung stellt nach Einschätzung der Vereinten Nationen eine ernste Gefahr für die Erde dar. „Mehr Menschen verbrauchen mehr Ressourcen als zu jedem anderen Zeitpunkt“ heißt es in dem im November vorgestellten UNO-Weltbevölkerungsbericht 2001. Es müsse schnellstens gehandelt werden, um den Raubbau an der Natur zu stoppen und eine Katastrophe zu verhindern. Anlass zu Hoffnung gibt die Tatsache, dass fast 60 Prozent aller Frauen inzwischen Zugang zu Formen der Familienplanung haben. Der vollständige Bericht kann u.a. über die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Tel. 05 11 - 9 43 73 - 0, bezogen werden.

AIDS breitet sich weiter aus

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember hat das Aids-Hilfswerk der Vereinten Nationen (UNAIDS) mitgeteilt, dass sich das Immunschwäche-Virus weiter dramatisch ausbreitet. Weltweit seien mittlerweile 40 Millionen Kinder und Erwachsene infiziert. Am schlimmsten betroffen sei weiterhin Afrika. Die weltweit höchsten Zuwachsraten verzeichnet allerdings die Ukraine. Kaum besser ist die Lage in Russland.

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Malaria war auch im Jahr 2001
eine der großen Herausforderungen
der Weltgesundheit. Im Kampf
gegen die Malaria engagiert sich
auch der GPHF. Im Rahmen des
ROLL BACK Malaria-Programms der
WHO sichert das GPHF-Minilab®
die Arzneimittelqualität.

Aus der GPHF-Projektarbeit:
TB-Projekt in Saratow startet planmäßig

Das Modellprojekt zur Diagnose und Therapie der TB in der russischen Stadt Saratow an der Wolga ist erfolgreich angelaufen. Nach dem ersten Zwischenbericht des Projektleiters befinden sich die Untersuchungsmaterialien sowie die Behandlungsmittel zwischenzeitlich vor Ort, und das Referenzlabor hat seine Arbeit aufgenommen. Projektpartner des GPHF in Russland sind das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt sowie die Johanniter International.

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Dank an Spender

Der GPHF dankt folgenden Unternehmen für die großzügige Unterstützung seiner Projektarbeit:

  • Aventis Behring GmbH
  • Fatol Arzneimittel GmbH
  • Wyeth Pharma GmbH

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Myanmar: Neues GPHF-Projekt

Die langjährige Projektkooperation des GPHF mit der Weltgesundheitsorganisation auf dem Gebiet der Diagnose und Therapie parasitärer Infektionskrankheiten wird seit kurzem in Myanmar fortgesetzt. Im Rahmen eines speziellen Schulprojektes sollen in dem südostasiatischen Staat die Voraussetzungen für eine langfristige Verbesserung der Gesundheitssituation geschaffen werden. Dabei können die Projektpartner auf vielfältige Erfahrungen vergleichbarer gemeinsamer Projekte in Tansania, auf den Seychellen und in Laos zurückgreifen.

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GPHF-Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung des GPHF im kommenden Jahr wird am Donnerstag, den 14. März 2002, im Hause Schering in Berlin stattfinden. Die Einladung und die Tagesordnung gehen allen Mitgliedern rechtzeitig im Vorfeld der Mitgliederversammlung zu.

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Kilian GmbH finanziert Minilab

Die Kölner Kilian GmbH, einer der weltweit führenden Hersteller von Tablettenpressen, verzichtet in diesem Jahr auf Weihnachtgeschenke für seine Kunden und finanziert stattdessen ein GPHF-Minilab® für den Einsatz in einem Entwicklungsland. Der GPHF hofft, dass diese bemerkenswerte Initiative, mit der ein unmittelbarer Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung geleistet werden kann, zukünftig noch viele Nachahmer finden wird.

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