GPHF NEWS IV / 98

 

GPHF-Vorstand zieht erfolgreiche Bilanz des Jahres 1998

Der GPHF hat im Rahmen der Vorstandssitzung im Dezember 1998 eine überaus positive Bilanz seiner Projektarbeit des Jahres 1998 gezogen. Vor allem das Projekt GPHF-Minilab®, die Entwicklung eines mobilen Kleinlabors zur Identifikation von qualitativ minderwertigen oder gefälschten Arzneimitteln, ist weltweit auf große Resonanz gestoßen (siehe auch S. 3). Dr. Gabriele Küsters, im Vorstand des GPHF für das Minilab verantwortlich, kündigte an, mittelfristig Testmethoden für weitere Arzneimittelwirkstoffe zu entwickeln. Geplant ist außerdem die Durchführung einer Langzeituntersuchung, in deren Rahmen das Minilab in ausgewählten Ländern Afrikas und Südamerikas eingesetzt werden soll.

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Das GPHF-Minilab® wurde von Dr. Gabriele Küsters, Dr. Hilmar Kienzl und 
Dr. Richard Jänke (v.l.n.r.) im September bei einer Pressekonferenz 
in Frankfurt am Main vorgestellt.

Zufrieden zeigte sich der Vorstand auch mit dem Status der übrigen, derzeit laufenden GPHF-Projekte. Sowohl die Modellprojekte in Indonesien (Diagnose von Jodmangelerkrankungen) und Laos (Diagnose und Therapie der Schistosomiasis und Opisthorchiasis) als auch das Projekt zur Diagnose und Therapie parasitärer Infektionen in Mauretanien verliefen in den vergangenen zwölf Monaten planmäßig. Der GPHF ist zuversichtlich, alle drei Projekte 1999 erfolgreich abschließen zu können. Ein neues Projekt des GPHF wird sich ab 1999 dem Thema „Arzneimittelspenden“ widmen.

Erfreulich wertete der Vorstand die zahlreichen Projektanfragen, die auch 1998 wieder an den GPHF gerichtet wurden. Sie zeigen, daß der GPHF mittlerweile offensichtlich ein gesuchter Partner in der Entwicklungszusammenarbeit ist. Dieser Einschätzung entspricht auch die vielfältige Berichterstattung in den Medien über die Projekte des Vereins.

Der Vorstand zeigte sich zuversichtlich, daß die Unterstützung der GPHF-Mitglieder es ihm auch in Zukunft möglich machen wird, das spezifische Know how der pharmazeutischen Industrie für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit nutzbar zu machen.

Der GPHF dankt folgenden Spendern für ihre großzügige Unterstützung, ohne die die erfolgreiche Projektarbeit des Jahres 1998 nicht möglich gewesen wäre:

ASTA Medica AG - ASTRA GmbH - Bayer AG - Berlin-Chemie AG - Boehringer Ingelheim GmbH - Boehringer Mannheim GmbH - Bristol-Myers Squibb GmbH - Byk Gulden Lomberg GmbH - Centeon Pharma GmbH - Goedecke AG - Grünenthal GmbH - Hoechst Marion Roussel Deutschland GmbH - Janssen-Cilag GmbH - Knoll AG - Merck KGaA - Novartis Pharma GmbH - Sanavita Gesundheitsmit-tel GmbH & Co. KG - Schering AG - Schwarz Pharma AG - Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. - Wyeth Pharma GmbH - Zeneca GmbH.

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Arzneimittelspenden - ein neues Projekt des GPHF

Mit Beginn des Jahres 1999 wird sich der GPHF des Themas „Arzneimittelspenden“ annehmen. Im Vorstand des GPHF wird Dr. Carola Fink-Anthe dieses Projekt koordinieren.

In einem Interview nimmt Dr. Fink-Anthe zu den Zielsetzungen des neuen GPHF-Projektes Stellung:

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Dr. Carola Fink-Anthe wird das Projekt Arzneimittelspenden im Vorstand des GPHF betreuen.

Warum beschäftigt sich der GPHF mit dem Thema „Arzneimittelspenden“?
Dr. Fink-Anthe:
Das Thema Arzneimittelspenden hat eine gewisse Janusköpfigkeit. Die negative Seite ist vielen sicher noch an dem Beispiel aus dem ehemaligen Jugoslawien in der Erinnerung, wo große Mengen gespendeter und völlig unbrauchbarer Arzneimittel aufgetaucht waren. Es gibt zwar inzwischen eine Reihe von Leitlinien für die Spendenpraxis, dennoch haben wir beobachtet, daß es eine gewisse Verunsicherung und z.T. erhebliche Informationsdefizite gibt, sowohl bei denen, die um eine Spende bitten, als auch bei den Spendern. Weder ist in allen Fällen genau bekannt, welche Arzneimittel im konkreten Fall sinnvoll sind, noch bei wem sie angefordert werden können. Wir möchten dazu beitragen, daß das Spenden für Geber und Empfänger effizienter wird.

Was genau planen Sie?
Dr. Fink-Anthe:
Zunächst haben wir uns bei unseren Mitgliedsfirmen über deren Spendenpraxis informiert. In einer schriftlichen Befragung haben wir ermittelt, in welchem Maße sie Arzneimittel spenden und wie dieses organisiert ist. Wir haben nachgefragt, wo aus ihrer Sicht Probleme auftauchen und welche Verbesserungen durch den GPHF initiiert werden könnten.

Zu welchen Ergebnisse hat die Befragung geführt?
Dr. Fink-Anthe:
Wir waren davon beeindruckt, in welchem Umfang und wie kontinuierlich nahezu alle unsere Mitglieder Arzneimittel spenden. Es hat sich aber auch gezeigt, daß eine unzulängliche Kommunikation häufig die Abläufe erschwert. Ein verbesserter Informationsaustausch zwischen den einzelnen Arzneimittelherstellern wurde ebenfalls vielfach gewünscht. Als Ergebnis der Befragung haben wir eine Arbeitsgruppe mit verantwortlichen Spendenbeauftragten aus einigen Mitgliedsunternehmen gegründet, die das Projekt jetzt konkret entwickeln wird.

Suchen Sie auch den Kontakt zur Öffentlichkeit?
Dr. Fink-Anthe:
Selbstverständlich. Wir wollen vor allem mit denjenigen ins Gespräch kommen, die schon Expertise auf diesem Gebiet besitzen, wie z.B. das Deutsche Institut für Ärztliche Mission. Wir scheuen auch nicht vor kritisch eingestellten Organisationen, denn auch von diesen kann man lernen, wo Probleme gesehen werden. Wir möchten die Arzneimittelspendenpraxis auf einen möglichst breiten Konsens letztendlich zum Nutzen der bedürftigen Empfänger aufbauen.

Welche nächsten Schritte wird der GPHF unternehmen?
Dr. Fink-Anthe:
Anfang 1999 werden wir die Mitglieder des GPHF und des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller über unsere Planungen informieren. Unser Ziel ist es, für sie eine sinnvolle Dienstleistung ohne Mehrbelastungen zu erbringen. Festhalten möchte ich hier, daß die Entscheidung, ob eine Firma spendet oder nicht, auch in Zukunft grundsätzlich immer in den einzelnen Unternehmen getroffen wird. Dann werden wir Kontakte zu anderen Organisationen aufnehmen und zu einem interdisziplinären Gesprächskreis einladen, wo unbefangen die verschiedenen Ansichten und Erwartungen ausgetauscht werden sollen.

Welche konkreten Ziele könnte das Projekt erreichen?
Dr. Fink-Anthe:
Mittel- bis langfristig könnte der GPHF eine Art Anlaufstelle werden. Hier könnte man erfahren, welche Arzneimittelhersteller die benötigen Medikamente produzieren, wer dort für die Arzneimittelspenden zuständig ist, welche Informationen für die Spende relevant sind, z.B. Dosierungen, Klimazone usw. Wir stellen uns vor, daß z.B. eine Checkliste das Verfahren sehr erleichtern könnte. Eine zukünftige Aufgabe könnte auch in der Koordination umfangreicher Spendenanfragen zur Nothilfe bei akuten Katastrophensituationen sein.

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GPHF-Minilab® stößt weltweit auf Interesse

Das GPHF-Minilab®, ein mobiles Kleinlabor zur Aufdeckung von Arzneimittelfälschungen, stößt international auf große Resonanz. Aus allen Erdteilen erreichen Projektleiter Dr. Jähnke mittlerweile Anfragen, die um nähere Informationen zu Arbeitsweise und Einsatzmöglichkeiten der Testmethoden bitten. Das GPHF-Minilab®, in enger Zusammenarbeit mit dem Missionsärztlichen Institut Würzburg und dem Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn entwickelt, wurde im September offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Auch auf der Worldaid Exhibition, der weltgrößten Messe 
'für medizinische Entwicklungshilfe, wurde das 
GPHF-Minilab vorgestellt.

In den vergangenen zwei Monaten hat der GPHF das Minilab u. a. der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) präsentiert. Demonstrationen erfolgten ferner im Rahmen einer Expertentagung des Deutschen Medikamentenhilfswerks action medeor, anläßlich des Kongresses „Theorie und Praxis der Humanitären Hilfe“ des Auslandsbüros der Ärztekammer Berlin sowie im Rahmen der Worldaid Exhibition in Genf.

Übereinstimmend wurde das GPHF-Minilab® auf allen Veranstaltungen als ein äußerst praktikables Instrument zur Verbesserung der qualitativen Arzneimittelversorgung in den Entwicklungsländern gewertet. Beeindruckt zeigten sich viele Experten insbesondere von der Konzeption und der kompakten Zusammenfassung der Tests in zwei einfach zu transportierenden Koffern.

Um die Zuverlässigkeit der Testmethoden auch im langfristigen Einsatz sicherzustellen, wird der GPHF 1999 die „GPHF-Minilab® Long Term Observation Study“ beginnen. Im Rahmen eines zwölfmonatigen Tests sollen Minilabs in ausgesuchten Ländern Afrikas und Südamerikas zur Arzneimittelkontrolle eingesetzt werden. Als potentieller Partner ist neben dem Missionsärztlichen Institut Würzburg und dem Deutschen Medikamenten Hilfswerk u. a. auch das brasilianische Instituto Nacional de Controle de Qualidade em Sáude (Rio de Janeiro) in der Diskussion.

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Practical Laboratory Manual vergriffen

Das in der Reihe der GPHF-Publikationen erschienene „Practical Laboratory Manual for Health Centers in Eastern Africa“ ist mittlerweile restlos vergriffen. Es wurde in der Vergangenheit insbesondere von Universitäten und Tropeninstituten angefordert, die es im Rahmen der Schulung von Entwicklungshelfern eingesetzt haben. Das Manual, das vom GPHF kostenlos abgegeben wurde, ist das Resultat einer Projektkooperation mit der African Medical and Research Foundation (AMREF). Der GPHF ist zuversichtlich, noch 1999 eine 2. Auflage des Handbuches veröffentlichen zu können.

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Kurz berichtet

Anti-Malaria-Kampagne der UN
Die Vereinten Nationen haben eine weltweite Anti-Malaria-Kampagne gestartet, an der sich auch die Weltbank beteiligt. Bis zu 500 Millionen Menschen werden jährlich von der Krankheit befallen, eine Million stirbt daran. Neben der Entwicklung neuer Medikamente setzt das Projekt vor allem auf die Verteilung von Moskitonetzen in Afrika.

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Rückkehr der Schlafkrankheit
Die afrikanische Schlafkrankheit ist wieder auf dem Vormarsch. Nachdem sie in den sechziger Jahren schon als so gut wie besiegt galt, verzeichnet die Weltgesundheitsorganisation derzeit einen dramatischen Anstieg. In Zentralafrika gelten bereits wieder ca. 500.000 Menschen als infiziert. Ohne Behandlung führt die Krankheit unweigerlich zum Tod.

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UNICEF-Bericht 1998
UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, hat in seinem Jahresbericht 1998 festgestellt, daß weltweit über 130 Millionen Kinder nur eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten haben, weil sie nie eine Schule besuchen können.

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Zusammenarbeit gegen Leishmaniasis
Das GPHF-Mitgliedsunternehmen ASTA Medica hat mit der Weltgesundheitsorganisation eine Kooperation zur klinischen Entwicklung des Wirkstoffes Miltefosin zur Bekämpfung der Leishmaniasis geschlossen. Weltweit gelten ca. 350 Millionen Menschen als infektionsgefährdet. Leishmaniasis ist die dritthäufigste Tropenerkrankung.

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Nigeria: Guinea-Wurm fast ausgerottet
Nigeria ist es in den vergangenen zehn Jahren gelungen, den Guinea-Wurm zu 98 Prozent auszurotten. Bis zur Jahrtausendwende soll der Parasit, der unter der menschlichen Haut schmerzhafte Geschwüre bildet, endgültig besiegt sein.

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Modellprojekt in Laos weiter erfolgreich

In einem ausführlichen Zwischenbericht hat der Projektpartner des GPHF, die Weltgesundheitsorganisation, den GPHF-Vorstand über den Status des Modellprojektes zur Diagnose und nachhaltigen Therapie der Schistosomiasis und Opisthorchiasis in Laos informiert. Demnach konzentrierten sich die Aktivitäten in den vergangenen Monaten insbesondere auf die Therapie der Opisthorchiasis, eine parasitäre Infektion der inneren Organe, von der in Laos vor allem Kinder betroffen sind. Zu diesem Zweck wurden im Projektgebiet, der Provinz Champassak, in 424 Dörfern insgesamt ca. 130.000 Menschen medikamentös behandelt.

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In Jakarta übergaben Repräsentanten der GPHF-Mitgliedsunternehmen Bayer, Hoechst Marion Roussel und Merck das Diagnosemobil des GPHF an die Vertreter des indonesischen Gesundheitsministeriums. Im Rahmen eines Modellprojektes diagnostiziert der GPHF in Indonesien die Prävalenz von Jodmangelerkrankungen.

Weitere Schwerpunkte der Projektarbeit im zweiten Halbjahr 1998 waren die Erstellung und Distribution von Aufklärungsmaterialien für die einheimische Bevölkerung sowie die Durchführung eines Trainingskurses für Mitarbeiter des laotischen Gesundheitsministeriums zur Einübung diagnostischer Verfahren.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation verläuft das Projekt insgesamt sehr erfolgreich, was insbesondere auch auf die sehr gute Zusammenarbeit mit den laotischen Behörden und das Engagement vieler freiwilliger Helfer im Projektgebiet zurückzuführen sei. Nach der zwischen dem GPHF, der Weltgesundheitsorganisation und den laotischen Gesundheitsbehörden vereinbarten Planung soll das Modellprojekt 1999 abgeschlossen werden. In einem Workshop sollen dann Empfehlungen erarbeitet werden, wie die Ergebnisse auf Regionen in Südostasien mit vergleichbaren Gesundheitsproblemen übertragen werden können.

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Terminhinweis: Mitgliederversammlung 1999

Die nächste Mitgliederversammlung des GPHF wird am 10. März 1999 stattfinden. Gastgeber wird das GPHF-Mitgliedsunternehmen ASTA Medica in Frankfurt am Main sein. Eine Einladung wird allen Mitgliedern rechtzeitig im Vorfeld übersandt werden.

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Zitat:

„Die krasse Armut in den Ländern der sogenannten Dritten Welt läßt sich nur bekämpfen, wenn auch der private Sektor in die Problematik einbezogen wird.“
Dr. Lothar Späth
Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG

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