Das GPHF-Minilab®
Arzneimittelfälschungen sind eine ernst zu nehmende Bedrohung der Gesundheitsversorgung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass bis zu zehn Prozent der weltweit angebotenen Arzneimittel gefälscht oder qualitativ minderwertig
sind. Betroffen sind vor allem die Entwicklungsländer, wo vielfach noch die Voraussetzungen einer wirksamen Arzneimittelkontrolle fehlen.
Mit dem GPHF-Minilab® bietet der Global Pharma Health Fund e.V. (GPHF) ein weltweit einzigartiges mobiles Kompaktlabor an, das innerhalb kürzester Zeit die Qualität von Arzneimitteln
überprüfen und so Lücken in der Arzneimittelüberwachung schließen kann.
Über 300 GPHF-Minilabs® sind heute bereits in mehr als 70 Ländern der Erde regelmäßig im Einsatz. Sie schützen die Menschen vor den nicht selten tödlichen Gefahren gefälschter Medikamente.

Die Zielsetzung: eine
einfache und vielseitige Testmethode
Zielsetzung des
Projektes ist die Bereitstellung einfacher Testverfahren, die es ermöglichen,
minderwertige oder gefälschte Fertigarzneimittel unter den besonderen
Bedingungen von Entwicklungsländern zu identifizieren. Dabei sollen die
Verfahren nicht nur preiswert, transportabel und vielseitig einsetzbar, sondern
auch für weniger intensiv ausgebildetes Personal zuverlässig durchführbar
sein.
Nach mehrjähriger
Entwicklungsarbeit wurde das GPHF-Minilab® 1997 und 1998 jeweils mehrere Wochen
auf den Philippinen, in Kenia, Ghana und Tansania getestet. Es hat sich dabei
als ebenso praktikables wie wirksames Instrument zur Identitäts- und
Qualitätsprüfung von Arzneimitteln erwiesen.
Die Erprobungen haben
bestätigt, dass die Tests problemlos in Krankenhäusern, ländlichen
Gesundheitsstationen und Apotheken durchzuführen sind. Als Einsatzorte bieten
sich aber auch Flugplätze, Häfen oder Zollbehörden an. Damit stellt das
GPHF-Minilab® für alle Organisationen und Einrichtungen, die auf dem Gebiet
der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern tätig sind, einen wichtigen
Baustein zur qualitativen Verbesserung der Arzneimittelversorgung dar.
Prüfung der
Arzneimittel in vier Schritten
Die Prüfung
der Qualität von Fertigarzneimitteln durch das GPHF-Minilab® erfolgt im Rahmen
eines vierstufigen Prüfschemas, das sich sehr einfacher physikalischer und
chemischer Analysetechniken bedient:
- Sichtung der
Arzneimittel auf äußerliche Auffälligkeiten an den Tabletten- und
Kapselzubereitungen sowie deren Verpackungsbestandteilen.
- Einfache Tabletten-
und Kapselzerfallsprüfung zur ersten Abschätzung von Mängeln hinsichtlich
der Löslichkeit.
- Schneller
Identitätsnachweis direkt an der Arzneizubereitung anhand einfacher
Farbreaktionen.
- Gehaltsbestimmung
von kritischen Proben sowie zusätzliche Bestätigung der Identität anhand
einer semiquantitativen dünnschicht-chromatographischen Untersuchung.
Ein komplettes Labor in
zwei Koffern
Das
GPHF-Minilab® ist so konzipiert, dass alle für die Prüfungen der Arzneimittel
erforderlichen Geräte in zwei transportablen Einheiten in der Größe
handelsüblicher Reisekoffer zusammengefasst sind, die zusammen nur ca. 40 Kg
wiegen. Aufgrund des geringen Gewichts und der Unabhängigkeit von externen
Energiequellen ist das GPHF-Minilab® daher auch problemlos für einen mobilen
Einsatz geeignet.
Zur Ausstattung des
GPHF-Minilab® zählen neben Referenzsubstanzen der 40 ausgewählten Wirkstoffe
alle erforderlichen Laborgeräte, wie z.B. Reagenzgläser, Ansatzgefäße,
Pipetten, DC- Fertigplatten und –Kammern sowie batteriebetriebene UV-Lampen
mit unterschiedlichen Wellenlängen.
Die Anleitungen für
die Durchführung der Tests sind in anschaulich illustrierten Manuals
zusammengefasst, die
in englischer, französischer und spanischer Version vorliegen und ebenfalls
Bestandteil des GPHF-Minilab® sind. Sie enthalten detaillierte und einfach
nachvollziehbare Beschreibungen aller Arbeitsschritte, die im Rahmen der
Prüfungen durchzuführen sind. Ergänzt werden die Manuals durch
übersichtliche chemikalienresistente Arbeitsblätter für die
Routineuntersuchungen.
Zu der Grundausstattung
des GPHF-Minilab® zählen ferner alle nötigen Lösungsmittel und Reagenzien,
die gesondert zur Verfügung gestellt werden. Abgerundet wird die Ausstattung
durch Prüfprotokolle und Bestandslisten, die jederzeit ein zuverlässiges
Labormanagement ermöglichen.
Qualitätsprüfung von
Arzneimitteln zu geringen Kosten
Neben der
Zuverlässigkeit und den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten waren geringe
Anschaffungskosten oberste Prämisse bei der Konzeption des GPHF-Minilab®.
Nach intensiver
Entwicklungsarbeit und Lieferantenrecherche kann das Minilab jetzt sehr günstig
zum Selbstkostenpreis von 3.255 EURO – zzgl. anfallender
Transportkosten, Zollgebühren und Steuern - bezogen werden.
Da mit der
Erstausstattung an Reagenzien und Lösungsmitteln ca. 3.000 Identitätsnachweise
mittels Farbreaktionen und 1.000 Gehaltsprüfungen mittels
Dünnschichtchromatographie durchzuführen sind, betragen die durchschnittlichen
Materialkosten für eine Qualitätsprüfung weniger als 2 EURO.
Der Global Pharma
Health Fund stellt das GPHF-Minilab® all denjenigen Interessenten zur
Verfügung, die ihre Arzneibestände regelmäßig auf Qualität prüfen möchten
und den bestimmungsgemäßen Einsatz des Minilabs gewährleisten können.
Vorrang bei der
Belieferung sollen diejenigen Einrichtungen haben, die unmittelbar auf dem
Gebiet der Arzneimittel- bzw. Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern
tätig sind.
Minlabs erfolgreich im
Einsatz
Zwischenzeitlich
befinden sich bereits 270 Minilabs erfolgreich in Afrika, Asien und
Mittel- bzw. Südamerika im Einsatz. Bei den Minilab-Anwendern handelt es sich überwiegend um staatliche Einrichtungen, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Management Sciences for Health (MSH), dem amerikanischen Arzneibuchbüro (USP) und dem Global Pharma Health Fund e.V. (GPHF) beraten und unterstützt werden.

Projekt
der EXPO 2000
Der
internationale Stellenwert, der dem Kampf gegen das Vordringen gefälschter
Arzneimittel beigemessen wird, zeigt sich auch in der Vielzahl der
offiziellen Präsentationen des Minilabs. So wurde es beispielsweise im Rahmen
der Weltausstellung EXPO 2000 als eines der weltweit beispielhaften
Gesundheitsprojekte vorgestellt.
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